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Leitartikel Die Privatisierung der Sicherheit

Immer mehr Gemeinden engangieren private Sicherheitsdienste, welche Aufgaben übernehmen, für die bisher die Polizei zuständig war. Da wäre eine öffentliche Debatte nötig.

Private Sicherheitsdienste stehen landesweit auch im Dienst der öffentlichen Hand.
Private Sicherheitsdienste stehen landesweit auch im Dienst der öffentlichen Hand.
Symbolfoto: Markus Meier

«Polizeistation Allenwil, Wäckerli – Wie? – Ah so, dä? – Chume grad schnäll füre.» Der wohl berühmteste fiktive Zürcher Polizist Gottfried Wäckerli legt den Hörer zurück in die Gabel. Kabarettist und Autor Schaggi Streuli verkörperte 1955 den Inbegriff des Dorfpolizisten: pflichtbewusst, vertrauenswürdig, stets korrekt, ja, aber er lässt auch mal eine Fünf grade sein. Und selbstverständlich ist er immer vor Ort. In Allenwil, einem mittelgrossen Zürcher Ort, in dem «die Leute tagsüber arbeiten, weil sie müssen», sagt Wäckerli.

Vielleicht ein Ort wie Embrach? Bloss, dass man dort einen Dorfpolizisten vergebens sucht. Natürlich gibt es auch heute in jedem Dorf eine zuständige Polizei, nur ist das immer seltener eine dorfeigene. Eine Gemeinde kann zwar eine eigene, unabhängige Kommunalpolizei organisieren. Sie kann diese aber auch im Verbund mit anderen organisieren – oder die Dienstleistung einfach einkaufen: bei anderen Städten und Dörfern oder bei der Kantonspolizei. Dass kaum mehr ein Dorf die erste Variante wählt, liegt auf der Hand: zusammenspannen heisst oft professionalisieren, mehr Mittel und Möglichkeiten haben – und Steuergeld sparen.

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