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Verhüllungsverbots-InitiativeDie Reizfigur der Burka-Gegner

Religionsforscher Andreas Tunger-Zanetti hat eine Studie zu Burkaträgerinnen in der Schweiz veröffentlicht. Die Reaktionen sind unerwartet heftig.

Warnt vor zu stereotypen Interpretationen von islamischen Besonderheiten wie etwa der Gesichtsverhüllung: Andreas Tunger-Zanetti.
Warnt vor zu stereotypen Interpretationen von islamischen Besonderheiten wie etwa der Gesichtsverhüllung: Andreas Tunger-Zanetti.
Foto: Herbert Zimmermann (13 Photo)

Das Buch sei ein Hohn, eine Beleidigung all jener Frauen, die sich verhüllen müssten. Das sagt SVP-Nationalrat Walter Wobmann, einer der Hauptinitianten der Verhüllungsverbotsinitiative. Den Namen des Studienverfassers nimmt er schon gar nicht in den Mund: «Dass sich dieser Mensch als Fachperson ausgibt, ist fahrlässig, eine Katastrophe.» Wer ist die Person, die den Zorn des Solothurner Politikers derart anfacht?

Andreas Tunger-Zanetti ist 59-jährig, hat Islamwissenschaft studiert und ist seit über 13 Jahren Geschäftsführer des Zentrums Religionsforschung an der Universität Luzern. Der Familienvater und gläubige Christ hat in dem noch jungen Abstimmungskampf zur Verhüllungsverbotsinitiative mit seiner Studie «Verhüllung – Die Burka-Debatte in der Schweiz» eine steile Bekanntheitskarriere gemacht. Sein Fazit: Es gibt nur ganz wenige voll verschleierte Frauen in der Schweiz, und die meisten von ihnen würden den Nikab freiwillig tragen. Entstanden ist die Studie aus einer Lehrveranstaltung im Frühjahrssemester 2020. «Es war durchaus ein Ziel des Buches, die aktuellen Diskussionen zu beleben», so Tunger-Zanetti.

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