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Jugendunruhen in St. GallenDie Stadtpräsidentin, die mit den Krawallbrüdern redet

Vor elf Jahren liess sich Maria Pappa einbürgern, heute ist sie Stadtpräsidentin. Und absolviert gerade ihren ersten Kriseneinsatz.

St. Gallens Stadtpräsidentin Maria Pappa in ihrem Büro im Rathaus.
St. Gallens Stadtpräsidentin Maria Pappa in ihrem Büro im Rathaus.
Foto: Andrea Zahler

Eigentlich hätte sie die Ostertage nutzen wollen, um Akten zu studieren und Mails zu beantworten. Dinge, für die man in der Hektik des Alltags kaum Zeit hat. Doch daraus wurde nichts. Die St. Galler Stadtpräsidentin Maria Pappa (50) war von Karfreitag bis Ostermontag fast ununterbrochen auf der Strasse, am Telefon, in Sitzungen oder vor den Medien. Es war ihr erster Kriseneinsatz, nachdem sie Anfang Jahr ihr Amt angetreten hatte. Ein Einsatz, der sie praktisch über Nacht ins nationale Rampenlicht katapultierte.

Maria Pappa (SP) ist die erste Frau an der Spitze von St. Gallen und auch die erste Seconda. Dass sie diese Karriere machte – kaum jemand hätte das damals angenommen. Denn die Umstände waren schwierig. Als Maria 1971 als ältestes von drei Kindern in St. Gallen zur Welt kam, hätten ihre Eltern das Neugeborene in ihre Heimat Kalabrien geben müssen, wie das Gesetz es für Saisonniers damals vorgesehen hat. Michele Pappa, der als Maurer in der Schweiz angefangen hatte, und seine Frau Saveria beantragten den Jahresaufenthaltsstatus – und das Kind konnte bleiben. Es war die Zeit, in der es für Arbeitsmigranten fast unmöglich war, eine Wohnung zu finden, weshalb sie sich in Wohngemeinschaften zusammentaten. Auch so war die Bleibe äusserst bescheiden. Duschen musste man auswärts.

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