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Kein Regen in SichtWaldbrandgefahr: Feuerverbot in mehreren Kantonen

Die Trockenheit in der Schweiz spitzt sich zu. Ausgerechnet im Frühling fehlt den Pflanzen das Wasser.

April und kein Regen in Sicht: Schon in vier Kantonen gilt ein absolutes Feuerverbot. (Archivbild) Bild: Anthony Anex/Keystone
April und kein Regen in Sicht: Schon in vier Kantonen gilt ein absolutes Feuerverbot. (Archivbild) Bild: Anthony Anex/Keystone

In der Schweiz hat sich seit dem sommerlichen Osterwochenende die Trockenheit weiter verschärft. Vielerorts bleibt der Regen schon seit knapp einem Monat aus. So hat etwa der Kanton Zürich heute Mittwoch die Gefahrenstufe für Waldbrände erhöht: Neu gilt die Stufe 3, was «erheblich» bedeutet. Das heisst, dass mit Feuer im Wald und in Waldesnähe besondere Vorsicht geboten ist.

Immer mehr Kantone erlassen Feuerverbote. Ebenfalls am Mittwoch hat der Kanton Bern die Gefahrenstufe 4 (gross) ausgerufen. Damit gilt ein kantonsweites Feuerverbot im und 50 Meter um den Wald.

Ein komplettes Feuerverbot im Freien gibt es bereits in den Kantonen Tessin, Graubünden und – ebenfalls seit Mittwoch – im Kanton Solothurn. Dies, weil die Windverhältnisse der letzten Tage die Brandgefahr zusätzlich verschärft haben.

Kein Regen in Sicht

Im Mittelland sind auch für die kommenden Tage keine Regenfälle in Sicht. So gilt das Verbot etwa in Basel-Stadt auch an eingerichteten Feuerstellen. Auch die Verwendung von Grills aller Art ist verboten, ebenso Heissluftballone oder Himmelslaternen steigen zu lassen und Raucherwaren wegzuwerfen.

Bereits vor rund einer Woche hatte das Baselbiet ein bedingtes Feuerverbot erlassen. Waldbrandgefahr herrscht auch in der Zentralschweiz sowie unter anderem in den Kantonen Glarus, Thurgau, Schaffhausen, Aargau und Solothurn.

Vielerorts sind die Böden zurzeit staubtrocken. Das letzte Mal verbreitet nass wurde es am 29. und 30. März, wie der Wetterdienst Meteonews am Montag mitteilte. Allerdings hielten sich die Niederschlagsmengen mit 5 bis lokal etwas über 10 Millimetern in Grenzen. Und auch zuvor hatte es während rund zwei Wochen kaum Niederschlag gegeben.

Zeitweise wehte zudem die Bise, die den Boden zusätzlich austrocknete. Auch die für die Jahreszeit sehr warmen Temperaturen begünstigen laut den Meteorologen die Verdunstung. Dies verschärfte die Trockenheit zusätzlich. «Gerade jetzt in der eigentlichen Vegetationsphase fehlt das Wasser völlig», hielt SRF Meteo in einer Mitteilung vom Wochenende fest.

Früher erster Sommertag

Am Karfreitag erlebte die Schweiz den ersten Sommertag im Jahr 2020. In Locarno-Monti im Kanton Tessin wurde eine Temperatur von 25,0 Grad gemessen, wie SRF Meteo mitteilte. Ein Sommertag zu dieser Jahreszeit ist früh. Auch in der Nordwestschweiz und im Tessin wurden stellenweise über 20 Grad gemessen. Im Vergleich zum langjährigen Mittel von 1981 bis 2010 ist der April aktuell 1,5 bis 3 Grad wärmer.

Die Witterung der vergangenen Wochen erhöhte die Waldbrandgefahr. In den Kantonen Tessin, Graubünden und Glarus ist diese derzeit gross, was der vierten von fünf Warnstufen entspricht. In Graubünden und im Tessin gilt ein absolutes Feuerverbot im Freien, in Glarus und St. Gallen ein Verbot für Feuer im Wald und in Waldesnähe. Noch weitere Kantone erliessen ebenfalls Einschränkungen für Feuer im Freien.

Mehrere Brände in Wäldern

Polizeien meldeten an den Ostertagen mehrere Brände. Am Freitag brannte bei Balsthal SO ein grösseres Waldstück. Die Polizei ging davon aus, dass weggeworfene Raucherware Ursache sein könnte.

In einem Wald bei Nenzlingen BL gerieten am Samstag rund 600 Quadratmeter Wald in Brand laut Polizei wohl wegen eines offenen Feuers bei einer Grillstelle. Am Samstag brannte es auch in einem Wald am Lindberg in Winterthur. Auch in diesem Fall schloss die Polizei nicht aus, dass ein schlecht gelöschtes Feuer Ursache war.

Verbreiteter Regen ist gemäss den jüngsten Prognosen vorerst nicht in Sicht. Eine Kaltfront sollte Montagnacht dem Osten des Landes etwas Regen und allgemein eine markante Abkühlung bringen. In der Deutschschweiz sollten die Temperaturen gemäss Vorhersage um rund zehn Grad fallen. Nachts wurde im Mittelland verbreitet Bodenfrost erwartet. Spätestens ab Donnerstag dürfte es aber wieder frühsommerlich warm werden.

2 Kommentare
    Stefan Marti

    Wir wollen es ja so haben. Seit den 1970er Jahren ist bekannt, was auf die Menschheit dank fossilen Brennstoffen zukommt. Die Fakten zum Klimawandel und der Umweltzerstörung liegen vor, seit Jahrzehnten. Gemacht wurde rein gar nichts. Der Hitzesommer vor zwei Jahren hätte ein Schuss vor den Bug sein können. War er aber nicht. Ja, da kommen noch ganz andere Herausforderungen auf die Menschheit zu als dieser Virus. Solche Pandemien sind quasi das Sahnehäubchen auf der Katastrophentorte. Und wie man sieht ist in Zeichen der Krise Nationalismus angesagt. Kriegsrhetorik wird Salonfähig. Aktuell geht es um Mangel bei Klopapier und Schutzmasken. Was wenn das Wasser knapp wird? Dank den veränderten Jetstreams regnet es nun häufiger in Norditalien, dafür seltener bei uns. Die Gletscher als natürliche Wasserreservoirs sind Geschichte. Wir alle werden uns noch sehnlichst an die Corona Zeiten zurück sehnen, als Klopapier bzw Schutzmasken der einzige Mangel waren. Es ist unbegreiflich, wie der Mensch seine Lebensgrundlage ganz bewusst vernichtet. Aus Gier, Dummheit und Ignoranz. Das schöne dabei ist: Auch diejenigen welche heute noch den Klimawandel leugnen und auf den Umweltschutz spucken werden untergehen. Gier, Dummheit und Ignoranz schützen nicht vor dem Aussterben. Und ich denke, der Zug zur Rettung des Planeten ist abgefahren. Klimaziele für das Jahr 2050 hören sich toll an, sind aber komplett nutzlos da viel zu spät. Und nach Corona geht es nur um eines: wie holt die Wirtschaft den Lockdown auf? Die Rendite leidet ja. Wie schreibt Greenpeace es so schön auf ihre Couverts? Wenn das Klima eine Bank wäre, wäre es längst gerettet.