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Aussage von Parmelin überprüftDie vielen Corona-Toten lassen sich nicht statistisch wegerklären

Bundespräsident Guy Parmelin sagt, die Schweiz habe eine der ältesten Bevölkerungen der Welt. Das könne die Pandemie-Todesfälle erklären. Beides stimmt nicht.

Nein, Herr Bundespräsident, das hohe Durchschnittsalter der Schweizer Bevölkerung taugt nicht als Entschuldigung.
Nein, Herr Bundespräsident, das hohe Durchschnittsalter der Schweizer Bevölkerung taugt nicht als Entschuldigung.
Foto: Melanie Duchene (Keystone)

Hat die Schweiz besonders viele Corona-Tote, weil ihre Bevölkerung besonders alt ist? Bundesrat Guy Parmelin (SVP) stellt diese Frage in den Raum. Vom «SonntagsBlick» gefragt, warum die Todeszahlen im europäischen Vergleich besonders hoch sind, sagte der neue Bundespräsident: «Heute wissen wir nicht, was die Gründe sind. In zwei, drei Jahren wird man global Bilanz ziehen: Welche Er­klärungen gibt es für die Übersterblichkeit? Unsere Bevölkerung ist eine der ­ältesten der Welt, spielt vielleicht das eine Rolle?»

Parmelin hat recht, wenn er davon ausgeht, dass eine ältere Bevölkerung durch das Coronavirus gefährdeter ist als eine jüngere. 98 von 100 Todesfällen in der Pandemie betreffen Personen im Alter von 60 Jahren und mehr. Von den rund 7200 Toten, die die Schweiz bisher in der Pandemie zu beklagen hat, sind nur 147 jünger als 60 Jahre.

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