Regensdorf

1000 Leute besuchen Autobahnbau

Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat am Samstag zum Tag der offenen Baustelle eingeladen. An die tausend Personen nahmen den Ausbau der Nordumfahrung Zürich genauestens unter die Lupe. Mit dabei war auch Matteo Merlo.

Während seine Eltern die Infotafeln studieren, wirft Matteo schon mal einen Blick hinter die Kulissen und staunt dann über den Bagger, der bereits vor dem späteren Tunneleingang wartet. Matteo ist happy. So nah kommt er sonst nicht ans Geschehen heran.

Während seine Eltern die Infotafeln studieren, wirft Matteo schon mal einen Blick hinter die Kulissen und staunt dann über den Bagger, der bereits vor dem späteren Tunneleingang wartet. Matteo ist happy. So nah kommt er sonst nicht ans Geschehen heran. Bild: Beatrix Bächtold

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Der Junge aus Sünikon ist mit dem Fahrrad schon um 10 Uhram Regensdorfer Infopavillon. Wenn der Achtjährige über die «fetten» Bohrer berichtet, die er kürzlich bei der Flughafenautobahn in Action gesehen hat, so ist klar – Matteo könnte sich eine Karriere auf dem Bau vorstellen. «Als Baggerführer», sagt er.Doch was bewog die Organisatoren, die Öffentlichkeit auf die Baustelle zu lassen? «Eine Baustelle dieser Dimension bringt Lärm, Dreck und Verkehrsprobleme», sagt Jessica Wullschleger, Sprecherin des Bundesamts für Strassen. Die Einladung richte sich deshalb primär an die geplagten Anwohnerinnen und Anwohner und Benutzer eines der wichtigsten Verkehrsabschnitte der Schweiz. Man wolle nun die Hintergründe und Arbeitsschritte greifbar machen und wohl auch ein bisschen Sympathie für die Männer in Orange generieren.

Matteo ist zuversichtlich

Am 6. Juni 2016 erfolgte im Beisein von Bundesrätin Doris Leuthard der Baustart der Nordumfahrung. Jetzt, gut ein Jahr später, zieht man Bilanz. «Zeit und Kosten im Griff», sagt Jessica Wullschleger.

Draussen glüht der Wurstgrill, drinnen im Pavillon begutachtet Matteo auf den riesigen Plänen die Dimension des Gesamtprojekts. Danach begibt er sich an die sechs Schauplätze, an denen Panoramaplanen Details und Zahlen preisgeben und Spezialisten bereitstehen, um Fragen zu beantworten. Bei brütender Hitze radelt Matteo beispielsweise zum Tagbaubereich Gubristtunnel. Hier erfährt er von Paul Meili, heute pensioniert, früher Chef Nationalstrassenbau Kanton Zürich, dass die Vorbereitungszeiten für die 3. Gubriströhre bestens laufen. «2025 ist alles fertig, davon geh ich aus. Dann noch zwei Jahre und ich brause mit der Harley durch», sagt Matteo.

Doch bis es so weit ist, wird ab November mehrmals pro Tag gesprengt. «Da gibt es schon noch zu tun», stellt der Süniker fest und verschiebt sich dann in Richtung des zweiten Schauplatzes, des Verladebahnhofs. Dort erfährt er: Hier kommt tonnenweise Material auf der Schiene an. Tausende von Lastwagenfahrten lassen sich so vermeiden.

Vom Stelzen bis Weiningen

Anschliessend gewinnt der Achtjährige von der Horensteinbrücke aus einen Überblick über die Baustelle zur Überdeckung Katzensee, die später die Autobahn auf einer Länge von 580 Metern überdecken wird. Hier ragen bereits riesige Betonwände in den Himmel. Am Baufeld Instandsetzung Stelzentunnel bekommt Matteo vom provisorisch erstellten Schutzdach aus Einblick in die laufenden Bauarbeiten. Der Junge besichtigt auch die Saba Grütwiesen, eine der neuen Strassenabwasserbehandlungs-Anlagen, die das Schmutzwasser der Autobahn auf ökologische Weise reinigt, bevor es in die umliegenden Gewässer fliesst.

Schlusspunkt ist dann in Wei­ningen, auf der anderen Seite des Tunnels. Matteo zieht Bilanz. Er sagt: «Die haben sich Mühe gegeben, uns interessante Sachen zu zeigen.» Ob er abschliessend noch etwas sagen möchte? «Ja», sagt Matteo, «ich hoffe, dass der Bau unfallfrei über die Bühne geht.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 27.08.2017, 19:33 Uhr

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