Furttal

Auch 2016 fällt die Züri-Metzgete aus

Das zweite Mal in Folge findet die legendäre Züri-Metzgete nicht statt. Der Hauptsponsor EKZ ist 2015 abgesprungen und ein neuer wurde nicht gefunden.

So sah es aus, als die Velofahrer 2012 an der Züri Metzgete starteten.

So sah es aus, als die Velofahrer 2012 an der Züri Metzgete starteten. Bild: Archiv ZU

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Einst war die Züri-Metzgete aus dem Zürcher Unterland nicht wegzudenken. Seit 1910 massen sich am traditionsreichen Strassenrennen Grössen der Radsportwelt und kurvten den Regensberger und Siglistorfer auf und ab.

Doch spätestens mit der letztjährigen Absage des Sportanlasses wurde klar: Das Rennen steht auf wackeligen Füssen. Und seit dem Entscheid vom letzten November, dass die Züri-Metzgete auch 2016 nicht durchgeführt wird, stellt sich definitiv die Frage: Ist das Schicksal des legendären Strassenrennens endgültig besiegelt?

Schon im Jahr 2006 sprang ein Hauptsponsor ab

«Ein leiser Hoffnungsschimmer besteht», sagt Peter Blattmann, Ehrenpräsident des Radfahrer-Vereins Zürich (RVZ). «Ganz definitiv wollen wir nicht auf den Anlass verzichten.» Die Faktenlage sieht jedoch alles andere als rosig aus: Der Hauptsponsor, die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ), auf den die Organisatoren seit 2008 zählen konnten, hat den Vertrag nicht verlängert. Ein neuer wurde trotz intensiver Suche nicht gefunden. «Wir stehen derzeit in Kontakt mit einem potenziellen Sponsor. Viel weiter als bis zur Diskussion grober Umrisse ist man aber noch nicht», sagt Blattmann.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Organisatoren der Züri-Metzgete vor dem Nichts stehen. Nach dem Dopingskandal um den Tour-de-France-Sieger Floyd Landis im Jahr 2006 sprang der damalige Hauptsponsor ab. Und dies, obwohl er Gelder für drei weitere Jahre zugesagt hatte. Doch das Rennen überlebte die Existenzkrise. Mit den EKZ als neuem Sponsor an der Seite erfolgte 2008 der Neustart als Amateur- und Volksrennen. 800 bis 900 Teilnehmer starteten damals. Es schien, als sei die Zukunft des traditionsreichen Strassenrennens gesichert.

Zu wenig Helfer, zu viel Konkurrenz

Doch bereits 2014 wurden erneut Zukunftssorgen laut, als der Vertrag mit den EKZ auslief. Zum Stolperstein wurde aber letztlich nicht der damalige Hauptsponsor. Denn dieser hätte die Volksmetzgete auch 2015 unterstützt. Dass der Anlass im letzten sowie dieses Jahr erneut abgesagt werden musste, hat nicht nur finanzielle Gründe.

Erschwerend kommt hinzu, dass es zu wenig freiwillige Helfer gibt, auf welche die Organisatoren zählen können. Alleine für die Streckensicherung benötigt die Metzgete 170 Personen. Nach dem 100-Jahr-Jubiläum im Jahr 2014 hat sich jedoch so mancher langjähriger Helfer verabschiedet. «Das Jubiläum war für viele ein Meilenstein, den sie zum Anlass nahmen, etwas kürzerzutreten», sagt Blattmann. Die fehlenden Personen im Helferstab konnten bis anhin nicht mehr alle ersetzt werden.

Während man die personellen Probleme wohl noch irgendwie lösen könnte, stellt die Konkurrenz die weitaus grössere Hürde dar. Seit 2015 führt Swiss Cycling mit der Tour de Suisse Challenge ebenfalls einen Breitensportanlass durch. Und dies just an dem Datum, welches bis dahin für die Züri-Metzgete reserviert gewesen war. Die Organisatoren befürchteten aufgrund des Konkurrenzanlasses eine grosse Minderbeteiligung. Auch dieses Jahr findet die Challenge wieder Mitte Juni statt. «Für uns hätte dies schätzungsweise 300 bis 400 Anmeldungen weniger bedeutet und damit ein grosses Loch in der Kasse», sagt Blattmann.

Ein neues Datum für die Volksmetzgete zu finden, ist äusserst schwierig. Denn das Traditionsrennen muss sowohl auf den Kalender der Volksanlässe als auch auf jenen der Lizenzrennen Rücksicht nehmen. «Auf einen Machtkampf mit der Tour de Suisse Challenge wollen wir uns nicht einlassen», sagt Blattmann.

Der passionierte Velofahrer, dessen Vorfahren sich bereits für das traditionsreiche Unterländer Rennen engagierten, will die Hoffnung trotz aller Widrigkeiten nicht aufgeben. Aber auch er weiss: «Je länger das Rennen aussetzt, desto schwieriger wird es, neu anzufangen.»

Erstellt: 06.04.2016, 16:58 Uhr

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