Glattfelden

Auf Perlensuche unter den Maturarbeiten

Schülerinnen und Schüler der KZU präsentierten ihre Maturarbeiten im Riverside Hotel in Glattfelden.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Unter «Perlentauchen» wurde die Veranstaltung beworben. Wer aber mit Schnorchel und Messer ins Riverside Hotel in Glattfelden kam, der war sichtlich fehl am Platz zwischen all den edel gekleideten jungen Menschen und ihren stolzen Eltern. Denn unter dem Titel «Perlentauchen» wurden die besten Maturarbeiten vorgestellt, welche dieses Jahr an der Kantonsschule Zürcher Unterland (KZU) gebastelt, geschrieben, komponiert oder sonst gemacht wurden. Die Interessen der Schüler reichten weit: Von der Astrofotografie übers Designen einer Jacke hin zum Verfassen eines Dramas tobten sich die angehenden Maturanden aus.

Die Jury, welche sich aus Lehrern der verschiedenen Fachbereiche zusammensetzte, liess es sich nicht nehmen, es spannend zu machen, bevor sie den Preis für die beste Maturarbeit verkündete. Erst nach einer künstlichen Pause vergab sie den mit 500 Franken dotierten Preis an Koryna Lottenbach.

Die Schülerin spielt seit mehr als 10 Jahren Blockflöte und hat für ihre Maturarbeit, basierend auf Telemanns Fantasie, eine eigene moderne Fantasie komponiert – und dazu sogar eine eigene Notation entwickelt. Bei der Präsentation ihrer Arbeit überraschte sie die Zuhörer mit dem Reichtum an Variationen, die sie ihrem Instrument entlockte.

Ein Stirlingmotor

Neben den sechs Präsentationen auf der Bühne stellten viele der Maturanden ihre Arbeiten in den Gängen des Hotels vor. Hier verstand der Besucher dann auch den Titel «Perlentauchen» der Veranstaltung. Morgane Lercher beispielsweise hat sich für ihre Arbeit unter die Ingenieure gewagt. Sie baute einen Stirlingmotor. Dabei wird ein Gas erhitzt und wieder abgekühlt und so ein Kolben bewegt. Damit kann die Maschine Wärme in mechanische Energie umwandeln. Anhand eines Videos zeigte Morgane Lercher ihrem Publikum, wie sie mit einem Parabolspiegel die Wärme der Sonne speichern und damit den Motor zum Laufen bringen kann. «Ursprünglich wollte ich mit dem Motor einen Handy-Akku laden», erklärt die Schülerin. Dafür reichte dann aber der Dynamo für den Motor nicht aus. Hingegen genügt eine Glühbirne, um den Motor zu betreiben.

Kinetische Kunst

Dass die Gymnasiasten nicht nur technikaffin sind, bewiesen die vielen Arbeiten im kreativen und künstlerischen Bereich. So hat Pascal Weidmann sich in der Kunst versucht und eine kinetische Skulptur geschaffen. Stark inspiriert wurde er dabei vom Schweizer Eisenplastiker Jean Tinguely. «Wir haben kinetische Kunst in der Schule durchgenommen. Ich war sehr fasziniert von Tinguely», meinte der Achtzehnjährige.

Das Material für seine sehr laute und wild surrende Skulptur – welche sein Vater nicht müde wurde, laufen zu lassen – bekam er hauptsächlich von einem Freund, der in einer Autowerkstatt arbeitet. Kinetische Kunst ist für Pascal Weidmann aber vorerst abgeschlossen. Derzeit versucht er mit Wein zu malen, was auch etwas leiser und ruhiger ist.

Bei so viel Kreativität und Einfallsreichtum, wie ihn die Maturanden mit ihren Arbeiten zeigten, war es wirklich wie beim Perlentauchen: Man fand viele schöne und interessante Dinge. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 17.03.2019, 16:23 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!