Oberweningen

Auf eine wilde Vergangenheit folgen Kebab und Pizza

Im Gebäude an der Wehntalerstrasse 27 soll ein Take-away-Restaurant eröffnen. Die Pläne für das aktuelle Projekt liegen in der Gemeinde Oberweningen auf. Die Liegenschaft hat eine turbulente Vergangenheit: Spielclubs, eine Razzia, unordentliche Jugendliche.

Im Erdgeschoss dieses Gebäudes soll ein Kebab-Restaurant entstehen. Eigentümer Peter Rau steht im Eingang seiner Liegenschaft.

Im Erdgeschoss dieses Gebäudes soll ein Kebab-Restaurant entstehen. Eigentümer Peter Rau steht im Eingang seiner Liegenschaft. Bild: Paco Carrascosa

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«Aktuell warten wir auf die Bewilligung», sagt Bauherr Ibrahim Köse. Er rechnet damit, dass es nach deren Erhalt noch etwa einen Monat dauert, bis er das Kebab- und Pizzarestaurant eröffnen kann. Es müsse nicht viel umgebaut werden, in erster Linie stehe die Lüftung in der Küche auf dem Plan. Der Imbiss soll neben dem Take-away-Angebot auch Platz bieten, damit dort gegessen werden kann. Köse, der momentan in der Kanalreinigung tätig ist, hatte schon länger Interesse daran, einen Kebab-Laden zu eröffnen. «Im Wehntal gibt es noch nichts dergleichen», sagt der Bauherr, der selbst im Aargau wohnt.

Das ehemalige Jugendhaus

Besitzer der Liegenschaft an der Wehntalerstrasse 27 ist Peter Rau. Das Grundstück, das er 1994 erwarb, grenzt an seine Oldtimergarage, die er 1977 gründete. «Ursprünglich hatte die Gemeinde geplant, das Gebäude zu kaufen, um darin ein Jugendhaus einzurichten. Doch die Bevölkerung war damals dagegen», erinnert sich der Eigentümer, der zu dieser Zeit im Gemeinderat sass. Da die Gemeinde die Immobilie nicht kaufte, tat er es selbst und vermietete die Räumlichkeiten wiederum an die Gemeinde, die darin einen Jugendtreff auf­baute.

Der Treff für die Teenies aus dem Wehntal blieb dort bis 2012 bestehen. Währenddessen gab es zahlreiche Beschwerden wegen Verschmutzung, Lärm und Sachschaden. «Nach dem Wochen­ende lagen oft Flaschen und Zigarettenstummel rum. Die Jugendlichen haben auch die Autos von meiner Garage beschädigt», sagt der Vermieter. Am Anfang habe es keine Probleme gegeben, doch nach einiger Zeit sei es immer öfters zu Konflikten gekommen. Schliesslich kündigte die Wehntaler Jugendarbeit den Vertrag vor rund sechs Jahren; die Miete war zu teuer.

Bewegte Geschichte

Anschliessend schloss Rau mit drei Männern – sie alle waren Handwerker und halfen bei der Instandsetzung mit – einen Vertrag ab, der vergangenes Jahr auslief. «Sie nutzten die Räume im Erdgeschoss für ihr Hobby, das Konstruieren von kleinen Rennwagen. Ab und an organisierten sie auch Partys, aber wir hatten nie Probleme.»

Schon bevor er die Liegenschaft kaufte und dann das Jugendhaus regelmässig in den Schlagzeilen war, hatte das Haus an der Wehntalerstrasse 27 immer wieder für Aufsehen gesorgt. 1991 wurde der damalige Wirt erschossen. Zu jener Zeit befanden sich eine Bar und ein illegaler Spielclub im Gebäude. Danach wurde das Haus von jemandem gekauft, der den Kaufpreis nie ­bezahlte; dennoch wurde ein illegaler Spielclub betrieben. Ende 1993 setzte die Kantonspolizei diesem Treiben mit einer Razzia ein Ende.

«Ich wäre der erste Kunde»

Wenn die Planauflage des Projektes am 2. September beendet ist, kann Ibrahim Köse mit seinem Kebab-Laden loslegen. «Schon früher, in den 1980er-Jahren, war darin ein Restaurant», weiss Rau. Von den aktuellen Plänen ist er überzeugt, nicht zuletzt deshalb, weil es im Wehntal so wenig Beizen gebe. «Ich wäre sicherlich der erste Kunde.»

Erstellt: 21.08.2018, 16:07 Uhr

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