Regensdorf

Baulücke der Fröschegrueb könnte bald geschlossen werden

Im Fall der unter Schutz stehenden und mittlerweile abgerissenen Fröschegrueb zeichnet sich eine Lösung ab. Gegen die Schutzanordnung, aufgrund welcher ein Ersatzbau erstellt werden kann, sind bis jetzt keine Rekurse eingegangen.

Wo einst die Fröschegrueb stand, befindet sich seit dreieinhalb Jahren eine Baulücke. Bald könnte dort aber ein Ersatzbau stehen.

Wo einst die Fröschegrueb stand, befindet sich seit dreieinhalb Jahren eine Baulücke. Bald könnte dort aber ein Ersatzbau stehen. Bild: Francisco Carrascosa

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Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Bauernhaus Fröschegrueb ist längst Geschichte. Die Lücke, die seit nunmehr dreieinhalb Jahren im Dorfkern klafft, könnte nun aber wieder geschlossen werden. Gegen die im Dezember publizierte Schutzanordnung, aufgrund welcher der Bauherr einen Ersatzbau erstellen kann, sind bis jetzt keine Rekurse eingegangen – die Frist ist am Montag abgelaufen.

Das Baurekursgericht kann dies zwar erst Ende Woche mit Sicherheit bestätigen, fest steht aber, dass zumindest der Zürcher Heimatschutz nicht rekurriert hat. «Wir befassen uns mit alten Häusern. Neubauten sind nicht unser Kerngeschäft», sagt Präsident Martin Killias auf Anfrage. Er habe die Schutzanordnung überprüft und keine grossen Abweichungen zu den Forderungen des Baurekursgerichtes gesehen.

Jahrelanges Seilziehen

Viele Jahre schien ein Ende im Fall Fröschegrueb fast unmöglich. Zu verhärtet waren die Fronten zwischen dem Zürcher Heimatschutz und dem Bauherrn. Auf den jahrelangen Streit um den Erhalt des Gebäudes folgte 2015 der Abbruch: Angeordnet hatte ihn der Gemeinderat Regensdorf aus Sicherheitsgründen. Dies wiederum rief den Zürcher Heimatschutz auf den Plan. Er reichte gegen den damaligen Gemeinderat Aufsichtsbeschwerde ein und erhielt vom Baurekursgericht recht: Das Gericht forderte den originalgetreuen Wiederaufbau der Fröschegrueb und reichte seinen Beschluss gleich an die kantonale Baudirektion weiter. Diese schloss sich der Kritik an und erteilte dem Gemeinderat Regensdorf zwei Verweise.

Drei Jahre später würde Max Walter, Gemeindepräsident von Regensdorf, trotz der damaligen Verweise genau gleich handeln. «Der Abbruch der Fröschegrueb war der einzige richtige Weg», sagt er. Das zerfallende Gebäude sei eine Gefahr für die Passanten gewesen. «Zudem würde der Streit zwischen Bauherr und Heimatschutz wohl heute noch andauern, wenn das Gebäude noch stehen würde.» Umso froher ist er, dass sich nun langsam ein Ende abzeichnet. «Das Ganze hat einige Umwege gebraucht, doch nun stehen die Zeichen gut, dass wieder ein schöner Dorfkern entstehen kann », sagt er.

Ganz so milde sieht Martin Killias die Verweise der Baudirektion zwar nicht. «Ein solcher Verweis an eine ganze Exekutive ist schweizweit einmalig. Das hatte auch präventive Wirkung auf andere Gemeinden», sagt er. Als viel wichtiger erachtet er aber das Urteil des Baurekursgerichts, das den originalgetreuen Wiederaufbau der Fröschegrueb gefordert hat. «Natürlich kann ein Neubau den Abriss der alten Fröschegrueb nicht wieder gut machen», sagt Killias. Doch immerhin könne nun kein beliebiges Gebäude entstehen.

Ähnlich aber nicht gleich

Der Besitzer der Fröschegrueb Thomas Palmy möchte sich nicht dazu äussern, was genau er plant. Die Baubewilligung für seinen Neubau hat die Gemeinde Regensdorf jedenfalls bereits 2015 erteilt – dies mit gewissen Auflagen zur Gestaltung des Gebäudes. Erfüllt er diese nun, steht einer Baufreigabe nichts im Weg.

Klar ist, dass der Ersatzbau optisch ähnlich wie das Original sein muss – aber nicht identisch. In der Schutzanordnung heisst es dazu: «Der Ersatzbau hat die Identität des ehemaligen Bauernhauses und die ehemaligen für das äussere Erscheinungsbild massgebenden Elemente (...) grundsätzlich zu übernehmen.» Erlaubt wären zum Beispiel aber mehr Fenster oder ein Balkon auf der strassenabgewandten Seite. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 22.01.2019, 18:32 Uhr

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