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Die Grenze der Dimensionen verläuft durchs Wehntal

Im Online-Dienst Google Earth lassen sich mehr und mehr Gebäudemodelle in 3D betrachten. Was zunächst den grossen Metropolen der (westlichen) Welt vorbehalten war, hat das Unterland «erobert» – wenn auch erst in einer groben Variante.

Die 2D/3D-Grenze von Google Earth bei der Obsgartenstrasse in Oberweningen. Im Wehntal wird für die Häuser und Bäume erst der grobe Berechnungspinsel angesetzt; das wird später voraussichtlich genauer. <a href=Hier geht es zum Google Earth-Link. " class="jqzoomINNER"/>

Die 2D/3D-Grenze von Google Earth bei der Obsgartenstrasse in Oberweningen. Im Wehntal wird für die Häuser und Bäume erst der grobe Berechnungspinsel angesetzt; das wird später voraussichtlich genauer. Hier geht es zum Google Earth-Link. Bild: Screenshot Google Earth

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London hat sie, Singapur noch nicht, Boppelsen hat sie, das Rafzerfeld noch nicht – und Oberweningen hat sie erst zum grossen Teil; die dreidimensionalen Gebäude im digitalen Weltatlas Google Earth. Nach und nach baut der Weltkonzern aus Kalifornien sein Online-Kartenangebot aus, einerseits durch neue, noch höher auflösende Satellitenbilder, andererseits durch zusätzliche Daten, wie etwa die 360°-Fotos, die dem Nutzer virtuelle Fahrten durch die Strassen der Welt erlauben (Street View).

Vor einigen Jahren begann man damit, die Karten in die dritte Dimension zu überführen: Konkret modellierte man wichtige Gebäude in einem Vektorprogramm nach und «malte» ihre Fassaden mit Fotos an. In aufwändiger Programmierarbeit aus der Nutzerschaft entstanden so etwa 3D-Modelle der Zürcher ETH, des Hauptbahnhofs oder des Flughafens Zürich. Erst seit 2012 erlaubt es eine neue Technik, aus 45-Grad-Fotografien (Luftbilder aus Flugzeugen statt Satelliten) die 3D-Gebäude automatisch von einem Computer errechnen zu lassen anstatt sie selber in mühsamer «Handarbeit» gestalten zu müssen. Aus einem schräg von oben herab fotografierten Bild errechnet der Computer, wie das Haus im Modell aussehen muss. Mittels dieser Technik erobert die dritte Dimension, hauptsächlich von den Metropolregionen aus, die virtuelle Welt von Google-Earth.

Während Gebiete wie etwa der Kontinent Afrika, die arabische Halbinsel, die eheamlige Sowjetunion oder auch China seit jeher nicht gerade zuoberst auf der Prioritätenliste von Google-Diensten stehen und ergo auch heute (grossenteils) nicht mit besagten 45-Grad-Fotos erschlossen sind, profitiert das Unterland von seiner Nähe zu den Städten Zürich und Winterthur: Mit Ausnahme der nördlichen Teilregion (Rafzerfeld, Weiach, etc.) und dem westlichen Wehntal sind beide Bezirke inzwischen 3D-abgedeckt, abhängig vom verfügbaren Bildmaterial. So verläuft die Grenze zwischen der «Schon 3D-» und der «Noch 2D-Welt» von Google unter anderem durch Oberweningen.

Bis zum einzelnen Auto

Allerdings arbeitet der automatische Computer-Architekt in den ländlicheren Regionen auch noch nicht ganz so detailverliebt wie er es in den grossen Städten der westlichen Welt und inzwischen auch in Zürich tut. Dort werden mit erhöhter Rechenleistung bereits grössere Gegenstände wie Autos, Strommasten und grosse Werbetafeln als 3D-Objekte erfasst und als solche auf der Karte dargestellt. Was das Unterland angeht, so kommen erst Teile der Glow-Gemeinden in den Genuss dieser Genauigkeiten; diesbezüglich lohnt ein virtueller Besuch der Region nur am südlichen Rand, etwa im Glattpark (obschon die Fotos einige Jahre alt sind).

Was die Google-Comupter punkto 3D noch nicht perfekt beherrschen, zeigt derweil der Flughafen Zürich in Google Earth. Dort werden zwar die einzelnen Flugzeuge auf dem Vorfeld als Objekte erfasst, das Hochrechnen der Fotos als Texturen ist aber für filigrane Strukturen wie einen Flugzeugrumpf zu ungenau. Da wird die Zukunft erst zeigen müssen, welche Bildauflösung und welche Rechenleistungen nötig sind, um auch hier gute Resultate zu erzielen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.08.2017, 16:29 Uhr

Seit April im Browser

Am 18. April dieses Jahres hat Google eine neue Webversion von Google Earth veröffentlicht, die über die Internetadresse earth.google.com erreichbar ist. Damit erübrigt sich der Download und die Installation von Google Earth als Programm auf einem Computer. Allerdings benötigt diese Fassung der Applikation derzeit zwingend den Google-eigenen Internetbrowser Chrome. Über den Link «ältere Versionen» sind Downloads weiterhin möglich. Darüber hinaus steht Google Earth auch als App für iOS- oder Android-Betriebssysteme auf Smartphones oder Tablets zur Verfügung. Darüber hinaus steht nach wie vor der Dienst Google Maps zur Verfügung, der auf dieselben Datensätze zurückgreift. (red)

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