Dielsdorf

Ein Leben ohne fossile Brennstoffe

Im Bistro Philosophe stellte Umweltjournalist Marcel Hänggi sein Buch «Null Öl. Null Gas. Null Kohle.» vor. Der Autor setzt sich auch aktiv für den Klimaschutz ein.

Marcel Hänggi las am Samstagabend aus seinem Buch «Null Öl. Null Gas. Null Kohle.»

Marcel Hänggi las am Samstagabend aus seinem Buch «Null Öl. Null Gas. Null Kohle.» Bild: Johanna Bossart

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Ein Schulstreik oder die Ausrufung des Klimanotstandes beeinflussen das Klima an sich kaum. Sicher ist aber, dass es ohne die Verbrennung von Öl, Gas und Kohle kein zusätzlicher, über dem natürlichen Kreislauf liegenden Ausstoss von sogenannten Treibhausgasen mehr geben würde. Wie die Menschheit ohne fossile Brennstoffe leben soll, beschreibt der 50-jährige Umweltjournalist Marcel Hänggi in seinem Buch «Null Öl. Null Gas. Null Kohle.»

Initiative lanciert

Am Samstagabend las Hänggi - er wuchs in Dielsdorf auf - im Bistro Philosophe aus seinem Buch. Als Journalist besuchte der Autor 2015 die Klimakonferenz in Paris. Er bedauert, dass die Ziele des Abkommens nicht schon vor 30 Jahren festgelegt wurden. «Nach der Konferenz entschloss ich mich, nicht nur zu schreiben, sondern etwas zu unternehmen und die Gletscherinitiative zu entwickeln. In drei Wochen reichen wir die Initiative im Bundeshaus ein.»

Um das Klima günstig zu beeinflussen, seien Verzichte notwendig. Das «Intergovermental Panel on Climate Change», ein Gremium der UNO, erwartet einen enormen Wandel in der Wirtschaft und Gesellschaft, um die gesetzten Klimaziele zu erreichen und die Emissionen innerhalb von zwölf Jahren zu halbieren. Hänggi ist überzeugt, dass die Zeit mit den bevorstehenden Anpassungen später als eine positive Epoche gewertet wird. «Jetzt müssen neue Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle entwickelt werden. Verzichte sind dabei unumgänglich, aber es sind auch Verbesserungen zu erwarten.»

Das Publikum stellte zum Teil Fragen, auf welche es heute noch keine Antworten gibt. Sind Grossanlässe, wie zum Beispiel die Olympiade, noch zulässig? Was geschieht in Entwicklungsländern, die einen europäischen Standard mit entsprechenden Umweltbelastungen erreichen wollen? Was passiert, wenn das Wirtschaftswachstum stagniert? Marcel Hänggi ist zuversichtlich, dass sich Lösungen finden lassen. Dabei werde es Gewinner und Verlierer geben. Die Politik sei gefordert, denn ein politischer Wechsel sei notwendig. Aber das Bewusstsein habe sich durchgesetzt, dass etwas geändert werden müsse.

Bevölkerung wächst rasant

Ein Umweltproblem wurde am Samstagabend nicht angesprochen: der rasante Anstieg der Weltbevölkerung. Jeden Tag leben rund 220000 mehr Menschen auf der Erde. Pro Jahr sind das über 80 Millionen. Dies entspricht knapp der Bevölkerung von Deutschland. Auch in der Schweiz gibt es immer mehr Menschen, die Nahrung, Energie und Wohnraum benötigen und die Umwelt belasten. Zwischen den Jahren 2008 und 2018 nahm die einheimische Bevölkerung um 890636 Personen zu.

Jörg Weiss aus Dielsdorf, einer der 30 Besucher des Anlasses im Bistro Philosophe, sagte nach der Veranstaltung: «Ich fand den Vortrag äusserst interessant. Aber mir fehlten konkrete Vorschläge des Autors, was ich persönlich zum Klimaschutz beitragen kann.»

Erstellt: 10.11.2019, 14:21 Uhr

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