Zürich/Niederweningen

Falscher Polizist kriegt letzte Chance

Ein Mann gab sich als Polizist aus und nahm bei einem Überfall auf eine Hanfplantage zwei Personen gefangen. Das Obergericht gewährt ihm nun eine allerletzte Chance.

Die Oberrichter gaben dem falschen Polizisten eine allerletzte Chance und schoben eine Strafe von zwei Jahren zugunsten der ambulanten Therapie auf.

Die Oberrichter gaben dem falschen Polizisten eine allerletzte Chance und schoben eine Strafe von zwei Jahren zugunsten der ambulanten Therapie auf. Bild: Keystone

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«Ich wollte lediglich meiner Tochter etwas für Weihnachten kaufen», rechtfertigte der heute 37-jährige Schweizer seinen Überfall in Niederweningen gestern vor dem Zürcher Obergericht. Fest steht, dass der Beschuldigte mit einem unbekannten Mann und mit einer Softair-Gun bewaffnet am 20. Dezember 2009 über zwei Anwohner einer früheren Mühle herfiel. Dann machte er die Hanfplantage ausfindig und transportierte daraufhin rund ein Kilogramm Marihuana sowie 30 bis 50 Pflanzenspitzen in einem Kehrichtsack ab. Die beiden Opfer konnten sich bald befreien und die Polizei alarmieren.

Höhere Strafe gefordert

Obwohl der Beschuldigte bereits im letzten Januar am Bezirksgericht Dielsdorf ein umfassendes Geständnis wegen Freiheitsberaubung, Amtsanmassung und weiterer Delikten bestätigt hatte, lag kein einfacher Fall vor. So schob das Gericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von 24 Monaten zugunsten einer ambulanten Psychotherapie für den langjährigen Drogenkonsumenten auf.

Die Staatsanwaltschaft legte jedoch Berufung ein und forderte gestern vor dem Zürcher Obergericht eine unbedingte Freiheitsstrafe von 32 Monaten und die Durchführung der Therapie während des Strafvollzugs. Für den Beschuldigten sprach, dass er seit dem Überfall keine Gewaltdelikte mehr verübt hat und freiwillig eine Psychotherapie besucht. Gegen ihn sprach, dass er im letzten Januar in seiner Stube in Zürich mittels Flüssiggas Marihuana herstellen wollte und dabei seine eigene Wohnung in die Luft jagte. Bei der Explosion zog er sich massive Verletzungen zu.

Der Beschuldigte hatte zum Schluss jedoch Glück. Die Oberrichter gaben ihm im Sinne der Verteidigung eine allerletzte Chance und schoben eine Strafe von zwei Jahren zugunsten der ambulanten Therapie auf. Die Massnahme soll nicht nur eine Behandlung von psychischen Störungen, sondern auch einen Drogenentzug beinhalten.

Erstellt: 03.07.2015, 16:41 Uhr

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