Buchs

Hier wird ein Stück Geschichte abgerissen

Diese Woche wird die Liegenschaft an der Unterdorfstrasse 1 abgerissen. Mit dem Haus weicht auch ein Stück Buchser Dorfgeschichte.

Diese Woche sind Bagger vorgefahren, um die Liegenschaft an der Unterdorfstrasse 1 abzureissen.

Diese Woche sind Bagger vorgefahren, um die Liegenschaft an der Unterdorfstrasse 1 abzureissen. Bild: Balz Murer

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Seit mehr als 100 Jahren ist das Haus an der Unterdorfstrasse 1 Teil des Buchser Dorfzentrums. Doch nun sind seine Tage gezählt. Das alte Gebäude wird diese Woche dem Erdboden gleichgemacht. «Natürlich schmerzt es immer ein wenig, wenn ein so altes Haus abgerissen wird», sagt Thomas Vacchelli. Der Buchser Gemeindepräsident ist persönlich vom Abriss betroffen, befand sich das Haus doch lange im Besitz seiner Familie und ging er dort dadurch öfters als andere Buchser ein und aus.

Robert Schmid, der Urgrossvater von Vacchelli, erbaute das Gebäude im Jahr 1909. «Als mir die Poststelle übertragen wurde, erbaute ich das heutige Heimwesen mit neuem Postbüro im Unterdorf», schrieb Schmid damals in die Familienchronik. 75 Jahre lang blieb das Haus eine Poststelle, beheimatete im zugehörigen Wohnhaus Familien verschiedener Generationen und bot zwischenzeitlich der Bezirks-Sparkasse Raum. Im Jahr 1984 trennten sich schliesslich die Wege von Haus und Post. Die Poststelle wurde ins Holzprovisorium an der Meierwiesenstrasse verlegt und das Ingenieurbüro Meier Rymann zog ein.

«Wir vermissen es sehr»

Zuletzt war das alte Haus ein «Chinderhuus». Mehr als zehn Jahre mietete die Krippe Wirbelwind die drei Stöcke der Liegenschaft, bevor sie, kurz vor dem Abriss, an die Bahnhofstrasse 24 umzog. «Das Haus war ideal für uns», sagt Krippenleiterin Kathrin Hilsenbeck. «Jede der drei Kindergruppen hatte einen Stock für sich.» Doch dies ist nicht der einzige Grund, weshalb die Leiterin der Krippe dem Gebäude nachtrauert: «Die vielen kuschligen Nischen und Ecken und der ganze Charme des alten Hauses fehlen.» Die Kinder hätten allerdings nicht auf die neue Umgebung reagiert: «Sie finden sich schneller zurecht als wir Erwachsenen», sagt Hilsenbeck.

Im Buchser Dorfzentrum dürfte schon bald nichts mehr an das alte Haus erinnern. Ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen, einer unterirdischen Garage sowie sechs Autoabstellplätzen im Freien werden die Lücke füllen, welche die über hundert Jahre alte Liegenschaft im Buchser Dorfkern hinterlässt.

Erstellt: 11.02.2016, 16:42 Uhr

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