Nördlich Lägern

Hohentenger wehren sich gegen die Nagra-Messungen

Einwohner von Hohentengen haben Unterschriften gesammelt, um sich gegen die seismischen Messungen der Nagra in ihrer Gemeinde zu wehren. Die Nagra sucht am Samstagdas Gespräch mit ihnen.

Die Vibrationsfahrzeuge für die seismischen Messungen der Nagra stehen auf einem Industrieareal in Bad Zurzach bereit.

Die Vibrationsfahrzeuge für die seismischen Messungen der Nagra stehen auf einem Industrieareal in Bad Zurzach bereit. Bild: Ilda Özalp

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Seit gestern führt die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) seismische Messungen in der Region Nördlich Lägern durch. Die Messungen werden aber nicht an der Landesgranze haltmachen, sie werden auch im benachbarten deutschen Gebiet ennet des Rheins, in der Gemeinde Hohentengen, stattfinden. Genau dagegen aber protestiert ein Teil der Hohentenger Bevölkerung: Einwohner haben Dutzende von Unterschriften gesammelt, die sie der Nagra sowie ihrer Gemeinde zugestellt haben.Die Unterzeichner wollen nicht, dass die Nagra ihr Grundstück betritt, um Messungen durchzuführen. Auch befürchten sie Schäden an ihren Häusern durch die Vibrationen. Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung vom 16. Juni mit 12 zu 2 Stimmen den Messungen auf gemeindeeigenen Grundstücken zugestimmt. Dies auch, damit die Grundlagen für eine Argumentation für den Ausschluss des Standorts Nördlich Lägern verbessert werden, wie es im Sitzungsprotokoll heisst.

«Keine Schäden zu erwarten»

Die Nagra hat die Namen auf der Petition geprüft. Laut Nagra-Sprecherin Jutta Lang wurde mit Einwohnern, welche die Petition unterschrieben haben, vorher aber ihre Einwilligung gegeben hatten, nochmals das Gespräch gesucht. Den Vorwurf der Initianten, es seien ohne ihre Erlaubnis Markierungen auf ihren Grundstücken vorgenommen worden, weist Lang zurück: «Wir gehen grundsätzlich nicht auf Grundstücke ohne das Einverständnis der Eigentümer.»

Zur Sorge, dass Schäden durch die seismischen Messungen entstehen könnten, sagt sie: «Die Messungen sind so ausgelegt und dimensioniert, dass keine Schäden zu erwarten sind.» Und sollte es doch zu allfälligen Schäden kommen, gehe die Nagra auf die Eigentümer zu und suche kulante und einvernehmliche Lösungen. «Wenn Schäden entstanden sind, die auf unsere Messungen zurückzuführen sind, bezahlen wir diese natürlich.»

Lang betont, dass es sich bei den seismischen Messungen um eine bewährte Methode handelt, vor der man sich nicht fürchten müsse: «Sie wurde auch schon mitten in der Stadt St. Gallen durchgeführt.»

An einer Informationsveranstaltung, welche die Nagra schon vor der Petition geplant hatte, soll der Dialog mit den Einwohnern gesucht werden – davor finden keine Messungen ennet der Grenze statt. «Uns ist es wichtig, die Messungen im Einvernehmen mit der Bevölkerung durchzuführen», sagt Lang. Am Samstag werden Experten der Nagra von 10 bis 15 Uhr an Informationsständen auf dem Rathausplatz die Bevölkerung informieren. Um 11.30 und 13.30 Uhr werden zudem Vorträge im Saal des Rathauses gehalten. Der Bürgermeister von Hohentengen hat die Bevölkerung aufgerufen, am Anlass teilzunehmen.

Auf Schweizer Seite hingegen sind die Messungen im Gange. Die Nagra gab dem ZU einen Einblick in die Arbeiten.

Erstellt: 20.10.2016, 22:49 Uhr

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