Oberweningen

«Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für meinen Rücktritt gekommen»

Gemeindepräsident Walter Surber tritt von seinem Amt zurück. Grund dafür sind nicht etwa Unstimmigkeiten in der Behörde, sondern die Zukunftspläne des 66- Jährigen, der sich jetzt noch fit genug fühlt für eine Weltreise.

Walter Surber verabschiedet sich nicht nur von seinen Pferden. Er wird auch das Amt des Gemeindepräsidenten nicht mehr ausüben. Dafür setzt er jetzt in die Tat um, was ihm schon lange vorgeschwebt hat: Im Januar geht er auf eine Weltreise.

Walter Surber verabschiedet sich nicht nur von seinen Pferden. Er wird auch das Amt des Gemeindepräsidenten nicht mehr ausüben. Dafür setzt er jetzt in die Tat um, was ihm schon lange vorgeschwebt hat: Im Januar geht er auf eine Weltreise. Bild: Leo Wyden

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mehrere Faktoren haben dazu beigetragen, dass sich Walter Surber gerade jetzt als Gemeindepräsident in Oberweningen von seinem Amt zurückzieht. «Das Thema Gemeindefusionen wird das Dorf in Zukunft stark beschäftigen», sagt er. «Ich finde, es ist besser, wenn sich ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin von Anfang an damit auseinandersetzt und den Prozess begleitet.» Deshalb ist für ihn der Zeitpunkt seines Rücktritts optimal. Das entsprechende Gesuch hat der Bezirksrat bereits bewilligt.

Ein bisschen tue es ihm schon leid, diesen Posten zu verlassen. «Wir waren ein gutes Team. Das hat man immer wieder gespürt. An den Sitzungen konnte jeder sagen, was ihm wichtig war.» Er habe sehr gern mit den Leuten in der Behörde, auf der Verwaltung und im Forst- und Werkbetrieb zusammengearbeitet. Doch jetzt steht ein anderes Vorhaben im Fokus. Am 6. Januar bricht Walter Surber zusammen mit einer Gruppe zu einer Weltreise auf. «So etwas habe ich schon lange im Hinterkopf gehabt, jetzt setze ich die Idee in die Tat um», sagt der ehemalige Pferdestallbesitzer. Denn auch von dort hat er sich zurückgezogen und den Betrieb seiner Tochter übergeben. «Ich bin jetzt ihr Angestellter.»

Gemeinderat zeigt Verständnis

In einer Pressemitteilung gibt die Gemeinde den Rücktritt von Walter Surber bekannt, in der betont wird, dass alle gern mit Walter Surber zusammengearbeitet haben. Der Schritt werde zwar bedauert, könne aber nachvollzogen werden. Seit 2002 ist Walter Surber Mitglied des Gemeinderats, anfänglich zeichnete er für das Ressort Forst verantwortlich. Von 2006 bis 2010 kam das Ressort Gesundheit dazu. Ab 2010 war er zuständig für Forst und Werke, die vergangenen fünf Jahre amtete er als Präsident.

In der Mitteilung wird auf die Neuorganisation des Forstbetriebs Oberes Wehntal und jene des gemeinsamen Werkbetriebs mit Schöfflisdorf als grössere Projekte während Surbers Amtszeit eingegangen. Hervorgehoben wird der Kontakt zur Bevölkerung, der ihm immer wichtig war. Bei Problemen hat er sich Zeit genommen für ein klärendes Gespräch.

Ein weiterer wichtiger Punkt spricht die Zusammenarbeit im Rat an und bestätigt damit, wie sie Surber selber erfahren hat. Es heisst: «Seit den Neuwahlen im vergangenen Jahr herrscht innerhalb des Gemeinderats eine angenehme, respektvolle Atmosphäre. Die Zusammenarbeit der Ressortvorsteher läuft optimal.» Für die Gemeinderäte komme der Rücktritt ihres Präsidenten deshalb zwar überraschend, aber zu einem Zeitpunkt der Ruhe.

Neue Leute bringen neue Ideen

Es sei die optimale Voraussetzung, um ein neues Mitglied zu finden und das Präsidentenamt neu zu besetzen. Surber selber sieht darin ebenfalls einen grossen Vorteil. Es sei alles eingefädelt, um einen geordneten Übergang zu organisieren. Walter Surber ist überzeugt davon, dass sich die Person, die seine Nachfolge antritt, von Anfang an mit den anstehenden Themen vertraut machen kann. «Jemand, der neu anfängt, bringt auch neue Ideen, das ist sicher eine gute Voraussetzung für das Weiterführen der Geschäfte.» Wenn er sich im Januar auf die Weltreise begibt, werden seine Stellvertreter, der 1. Vizepräsident Richard Ilg und die 2. Vizepräsidentin Melissa Hösli, die präsidialen Aufgaben übernehmen. Bis zu den Neuwahlen Ende Februar wird der Gemeinderat vorübergehend auch ohne den Präsidenten funktionieren. Walter Surber dagegen freut sich auf die freie Zeit. «Wir waren eine Familie mit fünf Kindern, ich betrieb den Pferdestall und engagierte mich in der Politik. Da blieb nicht mehr viel Zeit für anderes. Deshalb geniesse ich es jetzt, mich aufs Reisen zu konzentrieren, solange ich noch fit bin und die Abwechslung geniessen kann.»

Die Pressemitteilung verweist darauf, dass Surber viel Zeit und Ener­gie­ für die Gemeinde aufgewendet und unzählige Termine wahrgenommen habe. «Wir wünschen ihm und seiner Familie alles Gute, und wir sind überzeugt davon, dass er die durch den Rücktritt gewonnene Zeit gut einsetzen kann.» Anfang Januar bricht er auf zu seiner Reise rund um die Welt.

Erstellt: 21.10.2015, 21:17 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.