Dielsdorf

Lehrlinge helfen Schülern bei der Berufswahl

16 Lehrlinge aus acht Berufen haben gestern den 80 Schülerinnen und -schülern der zweiten Sekundarklassen in Dielsdorf in einer Fragerunde ihre berufliche Ausbildung näher gebracht.

Albin Hoti (links) absolviert das erste Lehrjahr als Gebäudetechnikplaner bei der Abicht Gruppe in Oerlikon. Für seine Berufsausbildung interessierten sich in den drei Durchgängen über 30 Schülerinnen und Schüler.

Albin Hoti (links) absolviert das erste Lehrjahr als Gebäudetechnikplaner bei der Abicht Gruppe in Oerlikon. Für seine Berufsausbildung interessierten sich in den drei Durchgängen über 30 Schülerinnen und Schüler. Bild: Cyprian Schnoz

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16 Tische mit Stühlen drum herum standen gestern Vormittag in der Aula der Kreissekundarschule Dielsdorf-Regensberg-Steinmaur bereit. Auf jedem der Tische liegt ein Schild mit einer Berufsbezeichnung und einem Vor- und Nachnamen. Neun Täfelchen sind mit Kauffrau und Kaufmann beschriftet, die übrigen mit Fachfrau Gesundheit, Fachfrau Betreuung, Montage-Elektriker, Polymechaniker, Geomatiker, Automobil-Fachmann und Gebäudetechnikplaner.

Die Lehrlinge, die noch vor zwei Jahren selber in der Dielsdorfer Sekundarschulanlage die Schulbank drückten, befinden sich nun in den erwähnten Berufen in Ausbildung. Sie sind gekommen, um die Schülerinnen und Schüler der zweiten Sekundarklassen zu informieren, welche Voraussetzungen, Ansprüche und Anforderungen in den jeweiligen Berufsgattungen gelten, aber auch welche Erfüllung, Befriedigung und natürlich auch Entlöhnung die beruflichen Ausbildungen mit sich bringen.

Schüler motivieren

Der altersmässig geringe Unterschied von Schülern und Lehrlingen ermöglicht einen ungezwungenen Dialog und Umgang auf Augenhöhe miteinander. Die soziale und gesellschaftliche Nähe der schulisch und beruflich Auszubildenden entpuppt sich dabei als unkomplizierte und niederschwellige Brücke ins Berufsleben.

Diese Erkenntnis hat auch Albin Hoti gewonnen, der seine Lehre als Gebäudetechnikplaner bei der Abicht Gruppe absolviert. Das Interesse an seinem Beruf ist in der Aula gross, gesellen sich doch in den drei Durchgängen über 30 Schüler, aber auch einige Schülerinnen, an seinen Tisch.

Viele Möglichkeiten

Hoti versteht es, die Runde zu motivieren: «Wichtig ist, dass man sich für mehrere Schnupperlehren bewirbt, auch wenn man noch nicht sicher ist, ob es auch das Richtige ist», sagt Hoti. Wichtig sei auch, dass man zuerst einmal etwas Grundsätzliches habe, das einem auch Spass mache. «Danach kann man sich immer noch weiterbilden oder spezialisieren. Es gibt da sehr viele Möglichkeiten in der Schweiz.» Er selber kann es sich vorstellen, sich später einmal an einer Fachhochschule zum Ingenieur auszubilden.

«Nicht mehr so locker»

Albin Hoti betont aber auch, dass es in der Lehre nicht mehr «so locker ist wie in der Schule. Es ist wichtig, dass man gepflegt zur Arbeit erscheint und nicht den Eindruck erweckt, als sei man gerade aus dem Bett gekrochen», erklärt der angehende Gebäudetechnikplaner. Zudem sei es Pflicht, am Abend seinen Arbeitsplatz tadellos aufzuräumen.

Céline Hotz absolviert ihre kaufmännische Ausbildung in Dielsdorf bei der Zürcher Kantonalbank (ZKB). Sie ist nicht mit leeren Händen gekommen, sondern erklärt den Schülerinnen und Schülern anhand einer Ausbildungsbroschüre, worauf es bei der Banklehre ankommt.

Auch stellt sie einen Leitfaden zur Verfügung. «Darin geht es zwar nicht in erster Linie um die Ausbildung», erklärt Hotz. Doch auch Lehrlinge würden einen Lohn erhalten, wenn auch einen bescheidenen, für welchen sie ein Bankkonto eröffnen müssten. Auch das will gelernt sein.

Sek-Schüler Leandro Cusumano überzeugen die Ausführungen der Banklehrtochter im zweiten Jahr: «Ich wusste zwar schon, dass ich eine Banklehre machen will, aber Céline hat mich nun vollends überzeugt.»

Schülerin Nayara Navarrete hat sich am letzten Posten auch über die kaufmännische Ausbildung informieren lassen. Sie will jedoch Hebamme werden. «Die Ausführungen von Emely Duran Portorreal über den Beruf Fachfrau Gesundheit haben mich überzeugt. Deshalb will ich zunächst Fage lernen und mich danach zur Hebamme ausbilden.»

Auch Ängste abbauen

Wie Schulleiter Anton Kleiber erklärt, erarbeite ein Fachteam jeweils für alle drei Sekundarschuljahre ein Berufsfindungsprogramm für die Schülerschaft. «Ein Punkt ist dabei der Austausch mit ehemaligen Dielsdorfer Schülern, die nun ihre Berufslehre absolvieren», sagt Kleiber. Es sei dies das zweite Mal, dass dieser Anlass, der auch dazu diene, Ängste abzubauen, in dieser Form stattfinde. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 11.02.2019, 17:24 Uhr

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