Rümlang

Manege frei für den Fasnachtszirkus

Einer farbigen Raupe gleich wand sich der sonntägliche Fasnachtsumzug durch das Publikum. Getreu dem Motto «Zirkus» verwandelte sich der Dorfkern dabei kurzerhand in eine Art wandernde Manege.

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Eine Manege ist normalerweise rund oder elliptisch. An der Rümlanger Fasnacht kamen die Besucher in den Genuss einer Art Open-Air Manege. Vom herausgeputzten Zirkusdirektor mit Zylinderhut über den Eintrittskartenverkäufer, der seinen eigenen Schalter mit sich führte bis zu tanzenden Tigern und Fabelwesen – die 19 Gruppierungen am Umzug liessen sich viel einfallen.

Kein Tropfen Regen trübte die närrische Stimmung, was auch die Organisatoren aus dem Musikverein Rümlang erfreute. «Wir sind positiv überrascht, dass unser diesjähriges Motto die Fantasie der Fasnächtler so beflügelt hat», erklärte Klarinettspieler Martin Triet vom Fasnachtskommittes Fako. Traditionsgemäss seien die Musiker am Sonntag zum Innendienst abkommandiert. Hier sorgten sie beim abschliessenden Guggenfest im Schulhaus Worbiger für einen einwandfreien Festwirtschaftsbetrieb unter schützenden Dach. Gegen eine Feier unter freiem Himmel sprachen nämlich die tiefliegenden dunklen Regenwolken. «Wir wollten so sicher auf sicher sein», sagte Triet.

Ein Fabelwesen stach hervor

Kurz vor 16 Uhr kam es nach den Auftritten der Guggenmusiken zu der mit Spannung erwarteten Prämierung der Kostüme. Wortwörtlich ins Schwarze getroffen hatte die Gruppe «Treffsicher» mit der Startnummer 6. Mit ihrer Messerwerfer-Einlage toppten sie die Show, befand die dreiköpfige Jury einstimmig. Die Mühen dieses Familienprojekts hätten sich gelohnt, sagte einer der Gewinner ins Mikrofon. Eine Zuschauerin meinte jedoch mit einem Augenzwinkern, dass nur die als hübsche Zigeunerinnen verkleideten Mitglieder dieser Gruppe auf ihre Männer mit den grossen Scheiben hätten zielen dürfen und nicht umgekehrt.

Am Umzug waren nicht nur ganze Familiengruppen unterwegs, sondern auch Schabernack treibende Solokünstler. Als Fabelwesen, inspiriert vom Film «Der Zauberer von Oz» unterhielt etwa der 30-jährige Dennis Maier die Jüngsten unter den Zuschauern. Zwar wirkte sein Gorillakostüm auf manches Kind zuerst noch etwas gruselig, doch seine zarten Flügel und natürlich sein höflicher Umgang liesen ihn sogleich wieder liebhaft erscheinen.

Das Publikum zeigte sich ebenfalls inspiriert vom Motto und putzte sich heraus. Da waren auch Elemente, die man nicht sofort mit der Zirkuswelt in Verbindung bringen würde. Die 7-jährige Rümlangerin Ladina setzte sich als wandelndes Stück Sushi in Szene. Laut Aussagen von Mutter Annett Bertschinger lägen drei lange Basteltage hinter ihr.

Plaquette tragen ist Ehrensache

Vom Staunen und Mittanzen etwas müde geworden, bestellte sich Valéria Caviezel nach dem Ende des Umzugs einen stärkenden Kaffee. Noch herrschte im oberen Saal des Schulhauses Worbiger Ruhe vor dem Sturm. Die pensionierte Embracherin fand fast nur lobende Worte zum diesjährigen Fasnachtsumzug in Rümlang und bemängelte einzig die wenig sichtbaren Plaquetten. «Diese zu tragen müsste doch Ehrensache sein.»

Erstellt: 17.03.2019, 17:38 Uhr

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