Im Tschad

Schweizer Massstäbe zählen nicht mehr

Salome Zollinger landet im Tschad und wird bereits das erste Mal überrascht.

Salome Zollinger lebt für neun Monate im Tschad, wo sie für ein Hilfsprojekt arbeitet.

Salome Zollinger lebt für neun Monate im Tschad, wo sie für ein Hilfsprojekt arbeitet. Bild: zvg

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Assalam aleekum! Das ist arabisch und heisst guten Tag. Nachdem ich am einzigen internationalen Flughafen des Tschad angekommen war, dachte ich: Wo bin ich hier gelandet? Immerhin ist N’Djamena die Hauptstadt, deshalb stellte ich mir den Flughafen etwa so wie jenen in Kloten vor, vielleicht etwas kleiner. Doch ich musste schnell feststellen, dass ich mit meinen Schweizer Massstäben hier nicht weit komme. Es gibt genau eine Piste, eine Gepäckausgabestelle, einen Durchgang zur Passkontrolle, eine Horde Ärzte, Männer und Mücken. Das Gebäude befindet sich auf sandigem Grund, die Wände bestehen aus Holzplatten.

Auch bei anderen Gelegenheiten merkte ich, dass sich das Leben hier grundsätzlich von meinem bisherigen unterscheidet. Um mit Land und Leuten und der Sprache möglichst rasch vertraut zu werden, besuchte ich Familien in den muslimischen Dörfern. Im Gegensatz zur Schweiz, wo unvorhergesehener Besuch eher als Störung empfunden wird, ist spontanes Hereinschneien sehr willkommen, die Gastgeber fühlen sich geehrt. Es gibt Kaffee oder Tee, in die Mitte kommt eine einzige Schüssel mit Wasser, aus der alle trinken. Gastfreundschaft wird gross geschrieben. Oft haben die Familien kaum genug, um ihre Kinderschar zu versorgen. Trotzdem wird den Besuchern Essen und Trinken angeboten, und es abzulehnen, würde sie zutiefst kränken. Dass ich eine Weisse bin, war zum Beispiel überhaupt kein Problem für jene Familie, bei der ich die Geburt eines Kindes miterleben durfte. Im Gegenteil, sie freuten sich, dass ich mich für ihre Kultur und ihr Fest interessierte.

Es ist mir ein grosses Anliegen, die Traditionen und den Alltag der einheimischen Bevölkerung kennen und verstehen zu lernen. Und ich möchte sehr gerne erleben, dass ein friedliches Nebeneinander trotz religiöser Schranken und kultureller Unterscheide möglich ist. (zuonline.ch)

Erstellt: 07.10.2015, 15:10 Uhr

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