Regensdorf

Universität studiert die Katzenseen

Forschende der Universitäten Zürich und Lausanne haben untersucht, welche Bedeutung Landschaften für das Wohlbefinden haben. Unter den fünf Studienobjekten sind auch die Katzenseen.

Die Katzenseen, eingepfercht zwischen Zürich und Regensdorf, müssen einen massiven Erholungsdruck ertragen.

Die Katzenseen, eingepfercht zwischen Zürich und Regensdorf, müssen einen massiven Erholungsdruck ertragen. Bild: PD

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Landschaften haben nicht nur einen ökonomischen und ökologischen Nutzen, indem sie durch Bewirtschaftung einen Ertrag abwerfen wie beispielsweise die Nahrungsmittelproduktion oder Trinkwasserreinigung. Sie können für Tiere und Pflanzen von Bedeutung sein und sie prägen die Menschen, indem sie ihnen ein Gefühl des Wohlbefindens, der engeren Heimat geben und ihnen Erholung bieten.

Mit Landschaftsleistungen bezeichnen die Wissenschaftler jedoch nur die nicht-materiellen Funktionen. Im Zentrum stehen «ästhetischer Genuss, Erholung und Gesundheit, Identifikation und Verbundenheit sowie Standortattraktivität und Biodiversität», wie es im kürzlich publizierten, knapp 80-seitigen Bericht heisst.

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) hat auch ein Team des Geographischen Instituts der Universität Zürich an der wissenschaftlichen Studie mitgearbeitet. Diese trägt den Titel «Landschaftsleistungen in Landschaften von nationaler Bedeutung – Forschungsbericht mit Handlungsempfehlungen für Bund, Kantone, Gemeinden, NGOs und Bewirtschaftende».

Regensdorfer befragt

Auf ihre Leistungen hin untersucht wurden fünf Pilotregionen, die alle im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) aufgeführt sind: Lavaux (VD), Thurgauisch-Fürstenländische Kulturlandschaft mit Hudelmoos (TG/SG), Murgtal-Mürtschen (SG/GL), Pyramides d'Euseigne (VS) und die Katzenseen (in der Studie als «Chatzenseen» bezeichnet).

Dazu führten die Forschenden Interviews mit Fachpersonen aus Behörden, Bewirtschaftung, Tourismus, Natur- und Landschaftsschutz. So wurden vergangenen Sommer auch der Regensdorfer Gemeindepräsident Max Walter und Gemeindeschreiber Stefan Pfyl befragt. Zudem Daniel Lepori, der im Auftrag des Sportamts der Stadt Zürich die Badeanstalt Katzensee leitet, und Nicole Moraz vom Rangerdienst Katzensee. Die Aussagen dieser Befragten werden in der Studie wörtlich zitiert, jedoch nicht individuell zugeordnet.

Kleinod der Agglomeration

Die Gegend der Katzenseen sei nicht einzigartig in der Schweiz, halten die Wissenschaftler fest. Solche Gebiete mit einer hügeligen Landschaft und kleinen Seen sei auch andernorts anzutreffen. Was die Katzenseen jedoch speziell auszeichnen würde, sei, dass sie unmittelbar vor den Toren der Stadt Zürich liegen. Entsprechend gross sei der Nutzungsdruck auf das Gebiet durch Erholungssuchende.

Dieser Druck auf das Naherholungsgebiet dürfte gemäss Studie durch die teilweise Überdeckung der Nordumfahrung noch zunehmen, zumal dadurch die Landschaftsqualität zunehmen und der Zugang zum Katzensee erleichtert würden. Auch werde die Badeanlage durch die Stadt Zürich bald saniert werden – unklar sei, ob sie weiterhin rund um die Uhr geöffnet sein werde.

Die Einrichtung der Katzensee-Badi wurde denn auch ursprünglich dank einer Ausnahmebewilligung eingerichtet, um das Schutzgebiet zu schonen. So hielt gemäss Studie das Gartenbauamt der Stadt Zürich im Jahr 1968 fest: «an warmen Sommertagen waren die Ufer bald überall mit Campierern und Badenden belegt».

Zu einer Entlastung des Katzensee-Gebiets dürfte nun ein anderes Projekt beitragen. Es wird erwartet, dass eine Realisierung des Surfparks des Vereins Waveup in Regensdorf die Katzenseen ein bisschen vom Freizeitdruck entlasten würde.

Werte des Katzensees zeigen

«Aus den Untersuchungen können wir nun konkrete Handlungsempfehlungen ableiten», sagt Roger Keller, einer der Autoren der Studie. Ein Beispiel: «Die schützenswerten Aspekte der Chatzenseen werden vor Ort abgesehen von zwei, drei Informationstafeln kaum kommuniziert.» Auch könnte eine App mit Informationen zum Katzensee-Gebiet programmiert oder ein Informationszentrum erstellt werden. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.02.2019, 16:50 Uhr

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