Im Tschad

Unliebsame Begegnung mit einem Pavian

Seit einem halben Jahr weilt die 19-jährige Salome Zollinger aus Niederhasli im Tschad. Jetzt gab es eine Pause von der Arbeit.

Ein frecher Pavian stahl im Tschad die Habseligkeiten der Niederhaslerin Salome Zollinger. Auf diesem Foto ist er allerdings (noch) friedlich.

Ein frecher Pavian stahl im Tschad die Habseligkeiten der Niederhaslerin Salome Zollinger. Auf diesem Foto ist er allerdings (noch) friedlich. Bild: Salome Zollinger

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Nach meinem sechsmonatigen Einsatz hier im Tschad stand der lang ersehnte Urlaub im Zakouma-Nationalpark endlich bevor. Zu dritt flogen wir mit einem Kleinflugzeug der Mission Aviation Fellowship von N’Djaména nach Zakouma. Schon auf der Hinreise hielten wir durch die Fenster des Flugzeugs nach Tieren Ausschau. Ich geriet total aus dem Häuschen, als ich meine erste Giraffe in der Wildnis entdeckte.

Während vier Tagen,?wir hatten uns auch einen Tag des Faulenzens erlaubt, durchstreiften wir die wunderschöne afrikanische Landschaft mit einem Safari-Fahrzeug und entdeckten dabei Tiere aller Art. Und ich muss zugeben: Das Afrika, das im Disney-Zeichentrickfilm «König der Löwen» dargestellt wird, trifft die Realität nicht schlecht – natürlich aber singen die Tiere im Zakouma-Nationalpark nicht. Neben zahlreichen Löwen und eher selten einem Elefanten sahen wir auf unserer Fahrt vor allem Affen, Antilopen, Büffel, Schakale, Hyänen, Krokodile, Adler und eben Giraffen. Aber solche zu sehen, war nach mehreren Dutzend Exemplaren nur noch halb so aufregend wie bei der ersten Gelegenheit.

Eine doch eher ungewohnte Begegnung?hatte ich mit einem Pavianmännchen. Ich sass gemütlich in einem Sessel lesend neben dem ausgetrockneten Fluss vor dem Speisesaal unserer Unterkunft, wo sich gegen Abend immer eine Horde Affen tummelte. Ich beobachtete die Tiere aus dem Augenwinkel, die meiste Zeit war ich aber in mein Buch vertieft. Als dann aber plötzlich der Kopf eines grossen Pavianmännchens nur eineinhalb Meter von mir entfernt auftauchte, fand ich das doch etwas zu nahe, um mich noch wohl zu fühlen. Ich eilte schnell zur Veranda und beobachtete das Tier mit etwas mehr Abstand. Dieser Frechdachs durchwühlte doch tatsächlich meine Bücher, bemächtigte sich meiner Sonnenbrille – und dann kamen auch noch seine Weibchen dazu. Eines nahm meinen Flip-Flop ins Maul und floh damit.

Ich spielte schon mit dem Gedanken,?meine Habseligkeiten mit Nachdruck gegen die Affen zu verteidigen, als der Koch unserer Unterkunft angerannt kam und einen Stock nach den Tieren warf. Sofort suchten sie das Weite. Meinen Schuh fand ich schliesslich im nahen Flussbett wieder. Der Koch erklärte mir später, dass Paviane zwischen Männern und Frauen unterscheiden können und sich vor Frauen eben nicht fürchten. Im Nachhinein war ich froh, dass ich mich nicht auf einen Zweikampf mit dem Primaten eingelassen hatte, denn die Zähne dieser Tiere sind wirklich sehr spitz. (zuonline.ch)

Erstellt: 08.03.2016, 16:29 Uhr

Salome Zollinger aus Niederhasli. (Bild: zvg)

Eine Unterländerin im Tschad

Anfang August 2015 haben wir die 18-jährige Salome Zollinger aus Niederhasli vorgestellt, die neun Monate im Tschad verbringt, um für ein Hilfsprojekt zu arbeiten. Im Dossier «Eine Unterländerin im Tschad» erzählt sie von ihren Erfahrungen aus diesem Land.

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