Otelfingen

Zirkusdirektor ist nun Ehrenbürger

Der Jugendzirkus Otelli hat am Freitag mit grossem Erfolg Premiere des neuen Programms gefeiert. Zum 30-Jahr-Jubiläum ernannte Gemeindepräsident Willy Laubacher den Zirkus­direktor Fritz Zollinger zum Ehrenbürger von Otelfingen.

Eine zauberhafte Stimmung herrschte auch, als die Kinder ihre Kunststücke am Lufttuch zeigten.

Eine zauberhafte Stimmung herrschte auch, als die Kinder ihre Kunststücke am Lufttuch zeigten. Bild: Gaby Oehler

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Verführerischer Duft von frischem Popcorn liegt in der Luft. Kleine und grössere Artistinnen und Artisten des Jugendzirkus Otelli verkaufen vor dem Zelt Popcorn und Programmhefte mit vielen wissenswerten Informationen. Nur noch wenige Minuten, bis die Vorstellung im heimeligen blau-weissen Zelt auf dem Pausenplatz des Kindergartens an der Sandackerstrasse in Otelfingen beginnt. Das rund hundert Personen fassende Zelt ist am Premierenabend fast bis auf den letzten Platz besetzt. Die vordersten Reihen gehören ganz den Kindern.

Einen lang gehegten Wunsch erfüllt

Zirkusdirektor Fritz Zollinger erfüllt sich mit dem neuen Programm, einer Mischung aus Artistik und Musik, dem sogenannten «Circusical», einen lang gehegten Wunsch: «Es war eine meiner grössten Herausforderungen, den Zirkusteil und den musikalischen Teil zu einem Ganzen zusammenzufügen. Anfangs waren die Kinder gar nicht begeistert, dass sie nun singen müssen», sagte der Zirkuschef.

Die Idee für das Programm mit dem Titel «Das gaht nöd ... Das git’s nöd!» stammt aus Zollingers Zirkusvergangenheit: «Eine der ersten Otelli-Artistinnen war im Rollstuhl. Sie und mein Herz für Behinderte gaben den Input für dieses Circusical.»

Ein unmöglicher Wunsch geht in Erfüllung

Die Vorstellung beginnt mit einer Gruppe Jugendlicher auf dem Nachhauseweg. Die Schule «stinkt» ihnen und sie langweilen und nerven sich. Doch dann treffen sie auf einen Zirkus, der im Dorf aufgebaut wird. Sie lernen den Zirkusdirektor Fritz (Zollinger) kennen, der ihnen Freikarten für die nächste Vorstellung schenkt. Begeistert von den Kunststücken der Artistinnen und Artisten, wollen die Jugendlichen diese unbedingt auch lernen. Fritz lädt die Jugendlichen zu einer Probe mit den Zirkusleuten ein. Doch nichts will gelingen.

Nach dem Titel des diesjährigen Zirkusprogramms «Das gaht nöd ... Das git’s nöd!» proben die Jugendlichen auf Anraten des Zirkusdirektors im Winter Jonglieren und Balancieren und treffen im nächsten Frühling in ihrem Dorf wieder auf den Zirkus. Nach dem Besuch einer Vorstellung bekommen sie die Chance eines Castings. Danach erhalten sie die Möglichkeit, in der Zirkusmanege aufzutreten.

Sascha, das Mädchen im Rollstuhl (nur für die Zirkusnummer), darf ein sehr spezielles Kunststück aufführen: Sie lässt sich samt Rollstuhl an einem Seil hochziehen und jongliert mit Bällen. Und damit geht ein «unmöglicher» Wunsch in Erfüllung.

Beeindruckende Leistungen der Artistinnen und Artisten

Im Winter absolvieren die Kinder und Jugendlichen des Zirkus Otelli einmal wöchentlich Grundlagentraining wie Jonglieren, Seiltanzen, Kugellauf und Einradfahren im eigenen Probelokal oder in der Turnhalle. Ab März kommen dann Proben jeweils am Mittwochnachmittag und ganztags am Samstag dazu.

Die gezeigten Leistungen von Freitagabend waren sehr beeindruckend und teilweise atemberaubend. Für einige der Zirkusnummern – wie jene am Lufttuch oder am Trapez – brauchte es neben Talent auch eine grosse Portion Mut. Die Artistinnen und Artisten hielten das Publikum während rund zweieinhalb Stunden in Atem.

Bereits vor seiner Pensionierung vor einem Jahr investierte Fritz Zollinger neben seinem wöchentlichen Arbeitspensum von 45 Stunden als Kulturingenieur (diese Kultur hat mit Landwirtschaft und nichts mit dem Zirkus zu tun) rund 70 Stunden pro Woche in den Zirkus. «Ohne Madeleine Häfele, meine rechte Hand, wäre das alles kaum möglich», sagte Zollinger. Sie ist verantwortlich für die Administration, Organisation und das Sponsoring und hat gemeinsam mit ihm die Gesamtleitung inne.

Zollingers Liebe zum Zirkus begann schon im Kindesalter. «Zwischen Matura und Rekrutenschule schnupperte ich Zirkusluft im technischen Büro unter Fredy Knie senior, half beim Auf- und Abbau des Zelts und beim Füttern der Tiere», erzählt er. Er merkte dann aber, dass seine Begabung eher in der kreativen Umsetzung eines Zirkusprogramms liegt.

Grosse Ehre für Zirkusdirektor Zollinger

«Wir haben heute Abend ein wunderbares Programm gesehen», schwärmte Gemeindepräsident Willy Laubacher am Ende der Vorstellung, als er die Manege betrat und das Wort ergriff. «Wir haben Unterhaltung auf höchstem Niveau genossen, die ohne Helferinnen und Helfer nicht möglich wäre. Ich darf deshalb im Namen der Gemeinde Otelfingen einen Scheck überreichen.» Laubacher gratulierte Fritz Zollinger zum 30-Jahr-Jubiläum und würdigte seinen grossen Einsatz: «Fritz, du hast dein halbes Leben in die ­Jugendarbeit investiert. Ich darf dich im Namen der Gemeinde zum Ehrenbürger von Otelfingen ernennen und dir auch das Bürgerrecht verleihen.» Völlig überrascht und sichtlich gerührt nahm Zirkusdirektor Fritz Zollinger die in Glas gerahmte Urkunde aus den Händen von Gemeindepräsident Laubacher entgegen.

Weitere Vorstellungen: Freitag, 25. September, 19 Uhr; Samstag, 26. September, 14.30 und 19 Uhr; Und die Derniere am Sonntag, 27. September, 11 Uhr. Tickets erhältlich über die E-Mail-Adresse tickets@otelli.ch und weitere Infos auf www.otelli.ch.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 20.09.2015, 20:51 Uhr

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