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Aargauer wollen auf Zürcher Bahnhofschild erscheinen

Stünde der Name Schneisingen in allen Fahrplänen, so würde das den Bekanntheitsgrad des kleinen Aargauer Dorfes enorm erhöhen. Dieser Meinung sind zumindest einige Einwohner.

Einige Schneisinger möchten, dass der heutige Bahnhof Niederweningen auch den Namen ihrer Gemeinde mitführt. Sie erhoffen sich dadurch eine grössere Popularität. Käme ein Umbenennungsantrag bei Bund und SBB durch, würde der Name der kleinen Aargauer Gemeinde nicht nur in Niederweningen stehen, sondern auch in allen Fahrplänen im ZVV-Gebiet.
Einige Schneisinger möchten, dass der heutige Bahnhof Niederweningen auch den Namen ihrer Gemeinde mitführt. Sie erhoffen sich dadurch eine grössere Popularität. Käme ein Umbenennungsantrag bei Bund und SBB durch, würde der Name der kleinen Aargauer Gemeinde nicht nur in Niederweningen stehen, sondern auch in allen Fahrplänen im ZVV-Gebiet.
Fotomontage ZU

Dass der Bahnhof Niederweningen künftig auch den Namen des Aargauer Nachbardorfs Schneisingen trägt, davon träumen einige Einwohner der 1300-Seelen-Gemeinde. Da es sich um einen Endbahnhof handelt, würde Schneisingen nicht nur auf der grossen Tafel am Zürcher Hauptbahnhof erscheinen, sondern auch auf allen Fahrplänen des Zürcher Verkehrsverbundes. Im Zuge des derzeit laufenden Bahnhofumbaus liess der Schneisinger Gemeinderat vor kurzem eine entsprechende Umbenennung prüfen. «Da wir ohnehin in das Umbauprojekt involviert sind, erschien uns die Namensänderung sinnvoll», erklärt Gemeindeammann Adrian Baumgartner.

Nutzen zu wenig klar

Erste Abklärungen hätten jedoch ergeben, dass eine Namensänderung Kosten von rund 80 000 Franken auslösen würde. Unter Umständen müsste dabei Schneisingen die gesamten Kosten alleine tragen. Aus diesem Grund liess der Gemeinderat die Idee wieder fallen. «Es schien uns zu teuer, und wir konnten den genauen Nutzen darin nicht erkennen», erklärt Baumgartner. Der Gemeinderat war deshalb der Meinung, dass das Geld woanders besser investiert sei, zumal der Betrag 2 bis 3 Prozent der Steuereinnahmen ausmachen würde und die finanzielle Lage der Gemeinde ohnehin bereits angespannt sei. Vergangenen November sei der Steuerfuss deshalb um 3 Prozent erhöht worden. Dennoch werden auch die Budgets 2015 und 2016 defizitär sein, verrät der Gemeindeammann.

Doch einige Einwohner befürworten dennoch eine teure Namensänderung. So stellte ein Schneisinger am Freitag an der Gemeindeversammlung einen Antrag zum Thema Bahnhof-Umbenennung, der mit einem deutlichen Mehr von 56:14 Stimmen angenommen wurde. Der Gemeinderat ist damit verpflichtet, die Umbenennung nochmals zu prüfen und der nächsten Gemeindeversammlung im November zur Abstimmung vorzulegen.

«Die Bewohner schätzen den Marketingeffekt höher ein als wir», erklärt Baumgartner, «sie erhoffen sich von der Umbenennung, dass das Dorf bekannter wird und neue Zuzüger angelockt werden.» Heute wüssten viele nicht einmal, wo Schneisingen überhaupt liege. Der Gemeinderat werde nun noch einmal über die Bücher gehen und vor allem die Kosten genauer prüfen. Möglich sei auch eine finanzielle Unterstützung durch einen regionalen Verband, etwa den Tourismusverband im Zurzibiet.

In Niederweningen schaut man derweil dem Hickhack um den Bahnhofnamen gelassen entgegen. «Wenn die Schneisinger eine Umbenennung wollen, werden wir uns ihnen nicht in den Weg stellen», sagt Niederweningens Gemeindepräsidentin Andrea Weber. Man müsse allerdings genau prüfen, ob ein Namensgeber nicht auch finanziell eine grössere Mitverantwortung trage. Dies wiederum würde die Niederweninger freuen.

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