Dielsdorf

Mehrfach-Krimineller muss für achteinhalb Jahre hinter Gitter

Ein 36-jähriger Kosovare aus Regensdorf muss für achteinhalb Jahre hinter Gitter. Dieses Urteil sprach das Bezirksgericht Dielsdorf gestern. Trotz Freispruch im Punkt versuchter Mord, wird er für diverse weitere Delikte bestraft.

Polizisten riegeln das Bezirksgericht Dielsdorf ab. Grund dafür ist der Prozess gegen einen fluchtgefährdeten Kosovaren aus Regensdorf.

Polizisten riegeln das Bezirksgericht Dielsdorf ab. Grund dafür ist der Prozess gegen einen fluchtgefährdeten Kosovaren aus Regensdorf. Bild: Balz Murer

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Die Stimmung wirkte, wie schon während des ganzen Prozesses, sehr angespannt (Ausgabe vom 16. Juni). Niemand durfte den Gerichtssaal betreten, ohne seinen Ausweis vorzuweisen. Die Kantonspolizei durchsuchte Taschen, Rucksäcke und Kleider. Richter Andreas Bleuler erklärte während der Urteilsverkündung: «Es besteht noch immer grosse Fluchtgefahr.» Deshalb trug der Angeklagte auch durchgehend Fussfesseln.

Es ging um viel. Staatsanwalt Thomas Keller forderte 15 Jahre Gefängnis. Der schwerwiegendste Anklagepunkt: versuchter Mord. Der 36-jährige Kosovare hatte zudem im grossen Stil geleaste Autos verkauft und illegal Kredite vergeben.

Bei guter Führung ist er in knapp zwei Jahren frei

Der Angeklagte liess sich vor Gericht doppelt verteidigen. Andreas Josephsohn übernahm die Verteidigung für den versuchten Mord. Er forderte von den Richtern einen Freispruch und bekam diesen auch. Die zweite Abteilung des Bezirksgericht Dielsdorf (Andreas Bleuler, Marc Gmünder und Christian Fischbacher) hat aus folgendem Grund so entschieden: «Obwohl mehrere Personen bei der Tat anwesend waren, hat nur einer von ihnen behauptet, dass der Angeklagte versuchte sein Gegenüber zu töten.»

In der Ankalgeschrift heisst es, der Berschuldigte hielt seinem Gegenüber die Waffe an den Kopf und drückte ab. Dabei löste sich aber kein Schuss. Trotzdem lud der Kosovare die Waffe nach und schoss — absichtlich— vorbei am Opfer in die Wand. Das wird ihm nun zum Verhängnis. Es war dadurch zwar nicht versuchter Mord, dennoch verurteilte ihn das Gericht wegen qualifizierter räuberischer Erpressung. Andreas Bleuler sagte: «Das Strafmass für dieses Delikt liegt bei mindestens 5 Jahren und maximal 10 Jahren Freiheitsstrafe.» Die Richter waren gnädig mit dem Kosovaren und rechneten ihm fünfeinhalb Jahre zur Gesamtstrafe.

Weiter wurde der 36-Jährige für folgende Delikte schuldig gesprochen: Erpressung, versuchte Erpressung, gewerbsmässiger Wucher, gewerbsmässige Hehlerei, Anstiftung zur versuchten Nötigung, Verstoss gegen das Waffengesetz und Erschleichen eines Ausweises. Die Richter setzten, alles zusammengerechnet, die Gefängnisstrafe auf 8,5 Jahre an. Davon hat der Kosovare bereits vier Jahre abgesessen. Das heisst: Bei guter Führung wird er in knapp zwei Jahren freigelassen.

Eine vorzeitige, bedingte Entlassung ist zum jetztigen Zeitpunkt aufgrund der Höhe der Strafe nicht möglich. Nachdem der Kosovare seine Strafe abgesessen hat, dürfte er bis an sein Lebensende Schulden haben. Neben einer Busse von 5000 Franken muss er horrende Schadenersatzforderungen, Genugtuungen und Gerichtskosten bezahlen. Dazu hat er drei Kinder, die er ebenfalls finanziell unterstützen muss. ()

Erstellt: 21.06.2017, 17:40 Uhr

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