Dielsdorf

Alle Geschichten entstehen zuerst im Kopf

Das erste Buch der jungen Autorin Sabrina Witzig kommt am 1. September in die Buchhandlungen. Es ist Teil eins von «Die Chroniken der drei Kriege», die Manuskripte für die fünf Fortsetzungen sind bereits geschrieben. Eine weitere Fantasy-Story der Dielsdorferin ist in Gedanken auch schon fertig.

Unter dem Namen Severn A. Lee  hat die 29-jährige Dielsdorferin Sabrina Witzig sechs Bände einer Fantasy-
Geschichte geschrieben.  Der erste Teil kommt am 1. September in den Verkauf.

Unter dem Namen Severn A. Lee hat die 29-jährige Dielsdorferin Sabrina Witzig sechs Bände einer Fantasy- Geschichte geschrieben. Der erste Teil kommt am 1. September in den Verkauf. Bild: Sibylle Meier

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Bei kühlem und nicht allzu sonnigen Wetter am Nachmittag schreibt Sabrina Witzig am besten. «Ich bin ein tagaktiver Mensch und nehme mir dann Zeit zum Schreiben», sagt sie. Bereits im Primarschulalter hat die heute 29-Jährige begonnen, Geschichten zu schreiben, die sie sich selber ausgedacht hat. «Es hat sich einfach so ergeben, Figuren sind entstanden, ich habe eine Umgebung entworfen, die Handlung hat sich entwickelt.»

Diese Leidenschaft fürs Schreiben hat sich weiter ausgeprägt, und jetzt steht die Veröffentlichung ihres ersten von insgesamt sechs Bänden bevor.Unter ihren eigenen Namen will sie die Bücher nicht veröffentlichen und auch kein Bild von sich im Umschlag haben. «Das lenkt meiner Meinung nach von der Geschichte ab. Ich möchte, dass die Leser unvoreingenommen an den Stoff herangehen.»

Pseudonym gewählt

Auf der Suche nach einem Pseudonym ist sie bei ihrem Onkel fündig geworden, der seit vielen Jahren in Australien lebt. «Leuenberger liess sich nicht so gut sagen auf Englisch, weshalb er zu Lee wechselte», gibt Sabrina Witzig Auskunft. Auch ihren eigenen Vornamen hat sie ins Englische übersetzt, dazu noch den Buchstaben A dazwischen geschoben, und fertig war der Künstlername Severn A. Lee.

Nach einer KV-Lehre mit Berufsmittelschule entschied sich die junge Frau für die Erwachsenenmatur in Latein, um diese Sprache und Deutsch anschliessend an der Uni zu studieren. Ab Ende August hat sie eine neue Stelle bei einer Organisation, die Schülerinnen und Schüler bei der Gymivorbereitung unterstützt. «Mein berufliches Ziel ist, als Lehrerin für Deutsch und Latein an einem Gymnasium zu unterrichten.» Falls sich ihre schriftstellerische Karriere weiter positiv entwickelt, würde sie dies gerne zu ihrer Hauptarbeit machen.

Ideen unverzüglich notieren

Die junge Frau trägt stets ein Notizbüchlein mit sich herum, damit sie ihre Ideen sofort aufschreiben kann – auch nachts. «Das hilft mir, mich auch am nächsten Tag noch daran zu erinnern.» Wenn sich Severn A. Lee an ihren Schreibtisch in der Dielsdorfer Wohnung setzt, kennt sie den Ablauf ihrer Geschichte bereits. Sie muss die Sätze nur noch fomulieren.

Für «Die Chroniken der drei Kriege – Das Drohen der silbernen Sichel» hat die Autorin zuerst einen Kontinenten namens Paradon aufgezeichnet. Dort gibt es unter anderem ein Sonnenmeer, die Provinzen heissen zum Beispiel Aracanon und Lòethin, es gibt die Westlichen Wälder, das Gebirge Averan und die Silberwüste. In dieser Umgebung leben verschiedene kriegführendeVölker. Als Hintergrund dient die Epoche des europäischen Mittelalters. Daraus resultiert trotz Fantasy-Genre ein gewisser Realitätsanspruch. Und nicht immer gibt es ein Happy End.

Nach dem Prolog, der die Leserinnen und Leser mit der Entstehung einer wundersame Welt bekannt macht, folgt eine Szene, in der eine junge Sklavin kurz vor der Niederkunft auf der Flucht ist. Die Frau heisst Szarell, der Name des Anführers ihrer Verfolgergruppe ist Demiz Variszko, einer seiner Krieger nennt sich Szenco. All diese Namen ergeben sich aus der Vorstellungskraft der Autorin. Manchmal sucht sie mit Hilfe von Fremdsprachenwörterbücher nach Kreationen. «Die Namen müssen in die Zeit und die entsprechende Umgebung passen», erklärt sie.

Figuren wirken lebendig

Der erste Teil der Geschichte spielt «im Jahr 1080 des zweiten Zyklus». Die Beschreibung der Natur, Wald und Wasser, Dunkelheit, Blitz und Donner ist sehr genau und in bildhaften Worten ausgedrückt. Die Figuren wirken äusserst lebendig, ihre Handlungen sind nachvollziehbar. Szarell bringt unter widrigsten Umständen einen Sohn zur Welt. In Kapitel 1 geht es weiter mit detaillierten Schilderungen einer imaginären Welt aus dem Jahr 1096. Und dort kommt ein Junge vor, der Kirin heisst. Er ist die Hauptperson der Geschichte. «Der Name Kirin ist mir spontan eingefallen», sagt Severn A. Lee. «Dafür musste ich nicht erst recherchieren.»

Wie gut ihre Texte beim Publikum ankommen, testet sie im Freundeskreis. Es sind Leute, die sie bei ihrer schriftstellerischen Arbeit unterstützen. Bereits hat sie eine komplett neue Story im Kopf. «Ich weiss, was in jedem Kapitel passiert, doch um alles niederzuschreiben, brauche ich noch etwas Zeit.»

Severn A. Lee hat ihr Manuskript, an dem sie insgesamt fünf Jahre gearbeitet hat, an viele ­Verlage geschickt und immer wieder Absagen bekommen, bis der deutsche AAVAA Verlag Interesse zeigte.

Band 1 von «Die Chroniken der drei Kriege» erscheint am 1. September im AVVA-Verlag, www.aavaa.de. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 07.08.2017, 17:32 Uhr

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