Dielsdorf

Battalions Verstärker verstummen

Battalion existiert nicht mehr. Die Dielsdorfer Thrash-Metalband hat sich von einem Augenblick auf den anderen aus persönlichen Gründen aufgelöst.

Die «Headbangers» geben auf: Die Dielsdorfer Thrash-Metalband Battalion mit Alexander Gubler, Silvan Etzensperger, Samy Riedener und Clode Hürlimann (von links) hat sich aufgelöst.

Die «Headbangers» geben auf: Die Dielsdorfer Thrash-Metalband Battalion mit Alexander Gubler, Silvan Etzensperger, Samy Riedener und Clode Hürlimann (von links) hat sich aufgelöst. Bild: zvg

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Was am vergangenen Donnerstag direkt Beteiligte und eine Handvoll Fans nach einem Konzert im Dynamo Zürich schon erfahren haben, wurde am Montag in einer Medienmitteilung bestätigt: Die Thrash-Metalband Battalion gibt es nicht mehr. Das Ende des harten Dielsdorfer Vierers kam überraschend. Noch drei Tage vor dem letzten Auftritt in Zürich eröffnete Battalion im der Eventhalle Z7 in Pratteln (BL) für Slayer, einer der bekanntesten Bands dieses Genres. «Wir haben nachher so viele Merchandising-Artikel verkauft, wie kaum jemals zuvor», zeigte sich Bandmanager Martin Anliker erfreut.

Es war also nicht etwa Erfolgslosigkeit, welche die Band zur Aufgabe bewog, eher das Gegenteil. Battalion war an einem Punkt angelangt, an dem sich die vier immer noch berufstätigen Bandmitglieder überlegen mussten, wie es in Zukunft weitergehen sollte. Sänger, Gitarrist und Bandleader Silvan Etzensperger wollte wohl mehr in Richtung Professionalität, die anderen drei Musiker Samy Riedener (Schlagzeug), Clode Hürlimann (Gitarre) und Bassist Alexander Gubler den jetzigen Zustand beibehalten. Deshalb zog Etzensperger die Konsequenzen und löste die Band per sofort auf.

Ohne Herzblut geht nichts mehr

«Ich steckte von Beginn weg so viel Herzblut in die Band: in jede Show – jeden Song – jede Note. Weil die Wege aller Bandmitglieder in solch verschiedene Richtungen gehen, ist es für mich unmöglich so weiterzumachen. Wenn ich weitermachen würde wäre das halbherzig. Ich werde nicht halbherzig für Battalion spielen, das geht nur mit ganzem Herzen – oder eben gar nicht», ist von Etzensperger in der Medienmitteilung zu lesen. Objektiv betrachtet habe Battalion als Band dieser Grössenordnung alles erreicht, was eine Band auf diesem Niveau erreichen könne.

Battalion entstand im Jahr 2006, als sich Silvan Etzensperger (Gesang, Gitarre), Cyril Etzensperger (Gitarre) und Samy Riedener (Schlagzeug) in Dielsdorf auf Jamsessions trafen. Im gleichen Jahr noch entstand die bereits vergriffene Demoaufnahme «The Fight For Metal», 2010 das erste Album «Underdogs». Nur ein halbes Jahr nach Veröffentlichung erschütterte der Suizid von Gitarrist und Gründungsmitglied Cyril Etzensperger die Band. Battalion machte aber weiter, 2012 entstand jetzt mir Clode Hürlimann und Alexander Gubler in der Band das zweite Album «Set The Phantom Afire», im Frühling 2015 der dritte Tonträger «Generation Movement». Die Zürcher Unterländer spielten über 170 Livekonzerte in siebzehn europäischen Ländern. Zu den Höhepunkten zählen die beiden ausverkauften gemeinsamen Konzerte mit Slayer in Zürich und Pratteln, mit Machine Head in Winterthur sowie der Auftritt am weltgrössten Heavy Metal Event, dem Wacken Open Air in Deutschland.

Urplötzlich fiel jetzt der letzte Vorhang, der Stecker wurde gezogen, Battalions Verstärker verstummen. (rce)

Erstellt: 05.07.2016, 14:19 Uhr

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