Regensdorf

Baumstämme für 230'000 Franken verkauft

Die Versteigerung der schönsten Baumstämme ist abgeschlossen. Am meisten, nämlich 112'00 Franken, wurde für eine stattliche Eiche bezahlt. 201 Bäume fanden einen neuen Besitzer.

Förster Daniel Dahmen erklärt im Wald beim Katzensee den Holzlieferanten, welche Preise die einzelnen Baumstämme erzielt haben.
Video: Paco Carrascosa

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Wertholzsubmission 2019 ist Geschichte, der Verkauf ist vollzogen und die Lieferanten wissen, wieviel Geld sie erhalten. Nun werden die Rechnungen an die Käufer und Käuferinnen verschickt. Rechnungen im Gesamtbetrag von 231000 Franken.

Im Angebot, das während zweier Wochen an der Tannholzstrasse beim Gut Katzensee schön ausgestellt war, standen insgesamt 213 Edelstämme von 13 Laub- und 6 Nadelbaumarten. Die rund 423 Kubikmeter Holz, es handelt sich um die Creme-de-la-creme aus den Zürcher und teilweise aus den schaffhausischen Wäldern, wurde an der sogenannten Wertholzsubmission an die Meistbietenden verkauft.

Potenzielle Kunden konnten in den vergangenen Tagen die teils mächtigen und makellosen Baumstämme vor Ort begutachten, beurteilen und ihre Angebote für die gewünschte Ware schriftlich einreichen. Insgesamt machten 31 Interessenten ein Angebot. Wie Förster Daniel Dahmen, zuständig für das Revier Staatswald Katzensee – Buchs-Dielsdorf und Limmattal-Nord und als solcher Betreuer der Wertholzsubmission, erklärte, erhielten alle – bis auf einen, der überboten wurde – einen Zuschlag.

Rundgang mit Lieferanten

Gestern Donnerstag führte der Förster die Holzproduzenten und Lieferanten – knapp 30 waren in Regensdorf erschienen – durch die Parade der meist edlen, teilweise aber auch weniger edlen Baumstämme. Wie Dahmen ausführte, wurde die diesjährige Wertholzsubmission vom Borkenkäfer beeinflusst: Das Spezielle sei, dass in diesem Winter kaum Nadelholz geschlagen worden sei, da der Borkenkäferbefall vergangenes Jahr riesige Mengen an Fichtenholz auf den Markt geschwemmt habe.

Entsprechend gering war deshalb an der Versteigerung auch das Angebot an Fichtenstämmen. Zudem wurde deshalb darauf verzichtet, auch in Winterthur einen Submissionsplatz einzurichten. «In den vergangenen Jahren konnten wir immer so an die 300 Kubikmeter Fichte anbieten. Diesmal warens gerade mal 44 Kubikmeter», sagte Dahmen. Darin enthalten waren auch die Fichten am zweiten Submissionsplatz in Horw. In Regensdorf standen lediglich 16 Rottannen – wie die Fichte auch genannt wird – zum Verkauf.

Eiche erzielt Rekordpreis

Wie Dahmen ausführte, ist der allgemeine Durchschnittspreis diesmal auf 529 Franken pro Kubikmeter gestiegen. Auch das hänge mit den fehlenden Fichten zusammen, da diese einen gegenüber beispielsweise Eiche, Bergahorn oder Nussbaum viel tieferen Kubikmeterpreis erwirtschaften.

Das beste Angebot erhielt ein tadelloser Eichenstamm mit einer Länge von 6,9 Metern, einem Durchmesser von 90 Zentimetern und einem Volumen von 4,4 Kubikmetern. Der Stamm erzielte einen gegenüber früheren Jahren absoluten Rekordpreis von 2555 Franken pro Kubikmeter. Der neue Besitzer wird dem Lieferanten stolze 11200 Franken für den «pfeifengeraden» Edelstamm überweisen.

Im übrigen würden alle Käufer und Produzenten geheim gehalten, erklärte der Förster auf Anfrage. Auch über den Wald, wo die schöne Eiche gefällt wurde, breitete Dahmen den Mantel des Schweigens aus.

Ein Besitzer soll hier dennoch bekannt gemacht werden. Wie berichtet, bot auch die Redaktion des «ZU» mit – und zwar für den kleinsten Stamm der Submission. Es handelt sich um eine Eibe mit einer Länge von 2,2 Metern, einem Durchmesser von 13 Zentimetern und einem Volumen von 0,03 Festmetern. Das Redaktionsangebot war mit 1500 Franken pro Kubikmeter unschlagbar. Das ergibt einen Preis von 45 Franken.

«Der Bieter muss hier etwas verwechselt haben», meinte der Förster und runzelte die Stirn. Unter Edelholz-Liebhabern ist die Eibe jedoch unbezahlbar. Und wer weiss, vielleicht entsteht ein eleganter englischer Langbogen daraus...

Kein Bedarf für Spitzahorn

Während Bergahorne immer wieder für absolute Spitzenpreise gut sind, wurde in Regensdorf für keinen einzigen der fünf Spitzahorne auch nur ein müder Franken geboten. «Obwohl es wirklich keine leidigen Stämme sind – für Spitzahorn besteht zurzeit offensichtlich kein Markt», sagte der Förster.

Auch Buchen führen in diesen Tagen ein Mauerblümchendasein. Ihr Holz sei einfach nicht in Mode, sagte Dahmen. Dafür würden viele Buchenstämme nach Südostasien verschifft, um daraus Möbel herzustellen, die später dann hierzulande wieder in den Ikea-Regalen zu finden sind.

Seit 22 Jahren dabei

Die Wertholzsubmission wird jährlich von der Holzverwertungsgenossenschaft (HVG) durchgeführt. Ihr Ziel ist es, das schönste Holz zu einem anständigen Preis verkaufen zu können – ein Preis, der in aller Regel höher ausfällt, als wenn die Stämme einfach mit der übrigen Dutzendware direkt aus dem Wald verkauft werden.

Bereits seit 22 Jahren sorgt die Treuhänderin Maya Utzinger in Oberweningen dafür, dass alles reibungslos abläuft. Gestern Donnerstag war auch sie im Katzenseewald, um dem Rundgang beizuwohnen.

«Heutzutage ist die Durchführung der Submission viel einfacher als früher», sagte Utzinger. Dies dank den modernen Kommunikationsmitteln. «Damals mussten die Listen mit den Angaben zu Länge, Dicke, Volumen usw. noch ausgedruckt und per Post verschickt werden. Heute können Interessierte alle Angaben einfach von der Website herunterladen.»

Auch die Instruktion der Transporteure, die die Baumstämme im Auftrag der Genossenschaft im gesamten Kantonsgebiet und in Schaffhausen in den Holzschlägen abholen und nach Regensdorf bringen, sei nun dank Satellitennavigationssystem viel einfacher, erklärte Geschäftsführerin Utzinger.

Erstellt: 14.02.2019, 16:21 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles