Stadel

Bei diesem Wettkampf zählt nicht nur die Kraft

Bei den nostalgischen Feuerwehren im Zürcher Unterland zeichnet sich bei den Pumpianern ein Generationenwechsel ab, der an der 24. Schweizermeisterschaft im Handdruckspritzen zum Erfolg führte.

Die Männer und Frauen des Feuerwehrvereins Bülach zeigen vollen Einsatz an der Schenk-Spritze aus dem Jahre 1866.

Die Männer und Frauen des Feuerwehrvereins Bülach zeigen vollen Einsatz an der Schenk-Spritze aus dem Jahre 1866. Bild: Werner Bucher

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Der Sprütze-Zug Stadel zählte mit seiner 1791 gebauten Handdruckspritze und den in historische Kleidung gewandeten Wettkämpfern zu den augenfälligsten Teilnehmern am 24. Schweizerischen Handdruckspritzen-Wettbewerb in Wangs-Pizol. Mit einem neu zusammengestellten, jüngeren Team belegten die Stadler am Ende den ausgezeichneten zweiten Rang, knapp hinter den Baselbietern Hemmiken-Farnsburg und vor den Pumpianern der Alten Spritze Niederglatt.

Den Erfolg am letzten Wochenende begründet Kommandant Marco Hintermeister so: «Alles ist gut, sauber und geordnet gelaufen, so, wie wir es mehrmals geübt haben. Wir sind mit voller Zwölferbesetzung angetreten und haben darin vier Neue integriert.» Unter ihnen auch der 34-jährige Marcel Geissmann, der vor allem die Kameradschaft und den aussergewöhnlichen Wettkampf schätzt.

Väter erhalten die Tradition

Wie alle Vereine habe auch die nostalgischen Feuerwehren, die sich für die Erhaltung alter Feuerwehrgeräte einsetzen, grosse Mühe, neue Mitglieder zu bekommen. In Niederglatt rekrutierte Präsident Peter Vögele neue Mitglieder aus der aktiven Feuerwehr. Bülach hat sich stark verjüngt und im Füürwehrverein Riedt waren es fünf Väter, die ihre Söhne und eine Tochter von dieser Freizeitbeschäftigung überzeugen konnten. Die 26-jährige Studentin Iren Brennwald sagt: «Der Füürwehrverein ist der einzige Verein im Dorf und fördert die Gemeinschaft. Zudem ist auch mein Freund Christian mit dabei.»

Mit der neuen Generation verbesserten sich die Riedter vom letztjährigen 22. Platz um acht Ränge und landete im Mittelfeld der 24 teilnehmenden Mannschaften. Dafür belegten die jungen Kraftpakete Pascal Breiter und Marco Bucher zwei Podestplätze am Hydrantenwerfen. Im Feuerwehrverein Bülach aktiv ist eine ganze Familie mit Vater Peter Hiltebrand, dessen Frau Heidi, die Töchter Jolanda und Franziska, sowie Sohn Felix. Hiltebrand bemerkte: «Ich bin schon 23. Mal dabei, meine Frau zum ersten Mal.»

Rekordweite für Niederglatt

Beim Handdruckspritzenwettkampf kommt es auf die Leistung, die Disziplin, das Alter, der Zustand und die Originalität der Spritze und auch auf das Glück an. Mit der 1791 von Heinrich Roth gebauten Spritze erhielten die Stadler mit 90,9 Punkten den grössten Altersbonus und auch der Zustand der Spritze wurde sehr hoch eingeschätzt.

Verwertet wurde auch die vorgegebene Wassermenge und die Wurfweite während vier Minuten Einsatz. Stadel verpasste das Soll von 1092 Litern um 98 Liter. Die Wurfweite betrug 39 Meter. Niederglatt mit der Gimpert-Spritze von 1887, wies eine Verbrauchsdifferenz von 18 Litern aus und der Wasserstrahl erreichte die Rekordweite von 42 Metern. Die Bülacher mit Schenkspritze von 1886 blieben 157 Liter unter dem Soll bei einer Weite von 34 Metern. Die Differenz der Wassermenge bei den Riedtern betrug 80 Liter bei 36 Metern Wurfweite mit der Gimpert-Spritze von 1896.

Weiter wurde die einheitliche Bekleidung, das Auftreten und die Druckarbeit der Mannschaft. sowie die Befehlsgebung bewertete. Die Unterländer erhielten dabei gute Noten. Beim Glücksspiel, unter anderem mit Kleiderbügelwerfen, waren die Stadler am besten und beendeten als Vize-Schweizermeister den Wettkampf. Dritte wurde das Team Alte Spritze Niederglatt. Im 13. Schlussrang klassierte sich der Feuerwehrverein Bülach knapp vor dem Füürwehrverein Riedt.

Erstellt: 20.05.2019, 14:54 Uhr

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