Boppelsen / Lausanne

Beschuldigter bleibt in Untersuchungshaft

Das Zürcher Zwangsmassnahmengericht hat das Gesuch um Haftentlassung eines der Beschuldigten in den Mordfällen Boppelsen und Utzigen zu Recht abgewiesen. Das Bundesgericht stützt den Entscheid. Es liege Verdunkelungsgefahr vor.

Bild: mcp

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Aus dem Entscheid des Bundesgerichts geht hervor, wie das aus dem Zürcher Unterland stammende 36-jährige Opfer und der 25-Jährige aus dem Kanton Bern umgebracht wurden. In beiden Fällen wurden den Opfern Nase und Mund mit Klebeband zugeklebt, so dass sie erstickten. Dies berichtete die «Berner Zeitung» am Mittwoch.

Die Polizei nahm nach dem Fund der Leiche in Boppelsen im Juni des vergangenen Jahres vier Personen fest. Unter ihnen den Beschuldigten, der nun um Entlassung aus der Untersuchungshaft ersuchte.

Weil eine der beschuldigten Personen bereits aus der Haft entlassen wurde, geht das Bundesgericht davon aus, dass sich der Beschwerdeführer mit ihr absprechen könnte. Es liege somit Kollusionsgefahr vor.

Probefahrt mit Lastwagen

Dem Mann werden mehrfacher Mord und Raub sowie versuchter Betrug vorgeworfen. Er soll zusammen mit der entlassenen Frau und deren Freund den in Boppelsen gefundenen Mann getötet haben. Aus dem Urteil des Bundesgericht geht hervor, dass die drei mit dem Opfer eine Probefahrt mit dessen zum Verkauf stehenden Lastwagen machten.

Dabei hätten sie ihn gefesselt und nach Utzigen, an den Wohnort des Paares gebracht. Nachdem sie ihn getötet hatten, sollen sie ihn im Wald in Boppelsen abgelegt haben. Das zweite Opfer sei mit dem Vorwand in die Falle gelockt worden, dass man dessen Auto zur Reparatur in die Garage fahren wolle. Tatsächlich fuhr der Beschuldigte das Auto und dessen Besitzer zu seinem Komplizen. Dort nahmen die Männer dem Opfer die Schlüssel vom Wagen seines Vaters ab und entwendeten das Auto.

Ob sie ihr Opfer noch am gleichen Tag umbrachten ist unklar. Die Leiche vergruben die Beschuldigen am Wohnort des Komplizen in Utzigen. Dem Beschuldigten werden ausserdem noch verschiedene Betrugsversuche im Zusammenhang mit Autos vorgeworfen.

Das Bundesgericht hält fest, dass der genaue Ablauf der Taten bisher nicht vollumfänglich geklärt werden konnte, weil die Beschuldigten zunehmend von ihrem Recht auf Aussageverweigerung Gebrauch machten. So sei nicht klar, wer welche Tatbeiträge geleistet habe. (mcp/sda)

Erstellt: 05.07.2017, 15:33 Uhr

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