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Bucher leidet unter starkem Franken und Landwirtschaftskrise

Der Niederweninger Maschinenbauer Bucher Industries hat kein gutes Jahr hinter sich. Er verzeichnet 2015 11 Prozent weniger Umsatz.

Bei Bucher Unipektin hatte der Umsatzrückgang bereits Konsequenzen. Anfang Jahr wurde Kurzarbeit eingeführt.
Bei Bucher Unipektin hatte der Umsatzrückgang bereits Konsequenzen. Anfang Jahr wurde Kurzarbeit eingeführt.
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Nach vier Jahren mit steigendem Umsatz muss der Maschinenbauer Bucher Industries 2015 erstmals wieder einen Rückgang hinnehmen. Besonders die Landmaschinen verkauften sich schlechter. Die Nachfrage nach Reinigungs- und Schneeräumungsfahrzeugen blieb auf tiefem Niveau stabil.

Dass 2015 für Bucher kein gutes Jahr werden würde, hatte sich bereits abgezeichnet: Die Zahlen in den Quartalsberichten waren rückläufig. Der starke Franken und die sinkenden Getreidepreise machten dem Unternehmen zu schaffen. Dies zeigt sich nun auch in den Jahreszahlen, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Der Umsatz des Konzerns sank um 11,2 Prozent auf noch 2,49 Milliarden Franken. Ein grosser Teil des Rückgangs ist zwar durch Währungseffekte bedingt. Aber auch ohne diese wäre der Umsatz noch um 4,4 Prozent geschrumpft.

Bauern investieren zögerlich

Zum schlechteren Ergebnis trugen alle Sparten bei. Keine einzige konnte den Umsatz steigern. Besonders schlecht lief es für die wichtigste Division, die Kuhn Group. Sie stellt Landmaschinen für die Bodenbearbeitung, fürs Säen, Düngen und anderes her.

Die Kuhn Group litt unter den sinkenden Getreide- und Milchpreisen, welche die Einkommen der Bauern schmälerten. Dies dämpfte die Investitionslaune der Bauern. Der Umsatz der Kuhn Group sank um 15,3 Prozent auf 1,07 Milliarden Franken. Rechnet man die Währungseffekte heraus, hätte der Rückgang 7,5 Prozent betragen.

Auch der Sparte Bucher Hydraulics machte die Landwirtschaftskrise zu schaffen. Die Division produziert Hydrauliksysteme, die beispielsweise in Bau- oder Industriemaschinen, aber auch in Landmaschinen eingebaut werden. Bei den Landmaschinen sank die Nachfrage. Bucher Hydraulics konnte dies aber zum Teil mit Aufträgen für Industrieanwendungen wettmachen.

Weniger Kehrfahrzeuge für Moskau

Besser als Landmaschinen verkauften sich Reinigungs- und Scheeräumungsfahrzeuge. Dennoch musste auch die Sparte, die diese Fahrzeuge herstellt, Bucher Municipial, einen Umsatzrückgang hinnehmen. Ein Grund ist, dass die Stadt Moskau weniger Gemeindefahrzeuge gekauft hatte als im Vorjahr.

2014 hatte Moskau für 53 Millionen Franken Fahrzeuge bestellt, letztes Jahr noch für 30 Millionen. Im kommenden Jahr werden diese Grossaufträge der Stadt Moskau ganz wegfallen. Die zweitkleinste Sparte des Bucher-Konzerns, Emhart Glass, stellt unter anderem Glasformungsmaschinen her. Sie startete mit einem tiefen Auftragseingang ins 2015, konnte diesen im Laufe des Jahres aber signifikant steigern. Dazu trug bei, dass grosse Bierhersteller in Südamerika in die Produktionskapazitäten von Flaschen investierten.

Derweil litt die kleinste Sparte, Bucher Specials, darunter, dass der weltweite Bierkonsum erstmals seit langem sank. Dies führte dazu, dass weniger Bierfiltrationsanlagen verkauft wurden. Auch die Anlagen zur Herstellung von Fruchtsaft verkauften sich schlechter, ebenso jene für die Weinproduktion. Bei den Anlagen für die Weinproduktion sei das Vorjahr allerdings sehr stark ausgefallen, schreibt Bucher.

Vorsichtige Prognose

Die Gewinnzahlen für 2015 wird Bucher erst am 8. März bekanntgeben. Der Konzern rechnet mit einem tieferen Betriebs- und Konzernergebnis als im Vorjahr.

Die längerfristigen Erwartungen sind nicht viel optimistischer. Für das laufende Jahr erwartet Bucher einen leichten Umsatzrückgang. Das Betriebs- und Konzernergebnis dürften in der Grössenordnung des Vorjahres ausfallen, heisst es.

SDA/ori

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