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Buchprotagonistin wehrt sich gegen gefrässige Heuschrecken

Im Bistro Philosophe fand Kurt Frühs zweite Lesung statt. «Die dunklen Seiten der Heuschrecken, Eliane Rauschs zweiter Fall». Seit dem erstem Buch sind drei Jahre vergangen. In dieser Zeit hat die Protagonistin eine berufliche sowie eine persönliche Entwicklung durchgemacht.

Betriebsökonom Kurt Früh lässt seine Wirtschaftskenntnisse in die Handlung seiner Romane einfliessen.
Betriebsökonom Kurt Früh lässt seine Wirtschaftskenntnisse in die Handlung seiner Romane einfliessen.
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Bevor Kurth Früh auf diese Entwicklungen eingeht, bedankt er sich bei den Personen im Publikum, die ihn juristisch, betriebswirtschaftlich oder beim Internetauftritt beraten haben. «Am meisten Respekt habe ich jedoch immer vor dem kritischen Lesen meiner Frau Sonja gehabt.», gesteht er. Sie bekommt seine Entwürfe jeweils als Erste zu sehen. «Es sind Bücher, an denen man dranbleiben muss; nicht solche, die man immer wieder zur Seite legen kann», meint sie im Gespräch.

Aggressives Verhalten

Für diejenigen, die sich in der Wirtschaftssprache nicht so gut auskennen, erklärt Früh, Betriebsökonom, 1953 geboren, in Gossau SG aufgewachsen und 1975 aus beruflichen Gründen ins Zürcher Unterland gekommen, den Begriff der Heuschrecken: «Es handelt sich um Beteiligungsgesellschaften, die andere aussaugen und dann weiterziehen.

Ihre Aggressivität und ihre Schonungslosigkeit zeigen sich nicht nur darin, dass sie Leute auf die Strasse stellen, sondern auch im Umgang mit den Geschäftspartnern.» Dass knallharte, nur auf Profit ausgerichtete und arrogante Verhaltensweisen oft der Realität im Wirtschaftsleben entsprechen, lässt der Autor mehrmals durchblicken.

Die Hauptfigur, Eliane Rausch, im ersten Buch noch Auditorin am Bezirksgericht in Zürich, hat ihre Anwaltsprüfungen bestanden und eine neue Stelle als Gerichtsschreiberin am Handelsgericht in Zürich angetreten, wo sie sich nach sechs Wochen immer noch wie ein Fremdkörper in einer anonymen Welt fühlt und wo Oberrichter Bräm, ein in seiner Karriere festgefahrener Endvierziger, ihren Schaffensdrang ausnutzt, aber nichts von ihren Überlegungen annimmt. Die trostlose Leere in den Büros widerspiegelt ihre innere Einengung.

Bei ihrem ersten Fall am Handelsgericht, der Klage der Firma Prisma AG gegen die Cantinieri AG, bekommt sie es ausgerechnet wieder mit Bräm zu tun. Es kommt zu einem Prozess, wo beide Seiten nicht mit offenen Karten spielen und die eine Firma ihr Verhandlungsziel, von dem die Gegenpartei nichts merken soll, nicht durchbringen konnte. Der Fall droht zu Elianes persönlichem Desaster zu werden. Doch dann eröffnen sich unerwartet neue Chancen.

Die letzte Szene, die Kurt Früh vorliest, spielt an Weihnachten und zeigt die persönliche Seite der Protagonistin . Eliane fährt zu ihrer Mutter nach Zürich-Seebach, und sie feiern wie gewohnt: Keine Experimente, weder beim Kochen noch bei der Musik. Schon auf dem Weg überkommen Eliane Gefühle der Vertrautheit und der Geborgenheit; die Gerüche in ihrem Kinderzimmer verstärken diese.

Während des gemeinsamen Christbaumschmückens klingelt ihr Mobiltelefon zweimal. Die Mutter will mehr wissen: War es Bezirksrichter Grünenfelder, der Gefallen an ihrer Tochter gefunden hatte? Hat sie noch Kontakt zu ihm? Hat sie ihn vor Kurzem wirklich rein zufällig angetroffen? Oder doch jemand anders…?

Trilogie geplant

Wer die Antworten darauf will, muss das Buch lesen. Und wer sich bereits auf den dritten Band freut, tut dies nicht vergebens. «Ich habe eine Trilogie geplant, da ich drei Fälle, die ich selbst auf der einen der jeweils zwei Seiten erlebt habe, in Romanen darstellen möchte.» erläutert Kurt Früh.

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