Dielsdorf

Buntbrache als Anziehungspunkt

Zwischen Neerach und Riedt gedeiht eine Buntbrache, die viele Passanten in freudvolles Staunen versetzt. Die Besitzer gehen damit den Mittelweg zwischen Produktion und Ökologie.

Sofie Thalmann, die Tochter der Bauernfamilie, mit Hund Barry in der Buntbrache.

Sofie Thalmann, die Tochter der Bauernfamilie, mit Hund Barry in der Buntbrache. Bild: Leo Wyden

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Oberhalb des Neeracherrieds erstreckt sich die farbenfrohe Fläche über knapp 2,3 Hektaren. Dies entspricht etwa der Grösse von drei Fussballplätzen. Zurzeit steht die Buntbrache in voller Blüte und wird so ihrem Namen vollauf gerecht. Mohn, Kornblumen und Leimkraut machen sie zu einer Attraktion für viele Spaziergänger . Es sollen sogar Leute von ausserhalb des Kantons extra nach Neerach anreisen, um die Brache zu bestaunen.

Ökologische Ausgleichsfläche

Die Buntbrache gehört Nadine und Heinz Thalmann, einer Landwirtfamilie aus Neerach. Wie Nadine Thalmann erklärt, bildet das blühende Feld Teil der ökologischen Ausgleichfläche ihres Ackerbaubetriebs. Landwirtschaftsbetriebe sind nämlich verpflichtet, 7 Prozent ihrer Produktionsfläche als naturnahen Ausgleich zu gestalten.

Mit dem Einrichten und Bepflanzen einer Buntbrache ist es jedoch noch nicht getan. «Wenn man sie einfach sich selbst überlassen würde, wäre eine schnelle Verbuschung die Folge», sagt Thalmann. Um dies zu verhindern, seien Pflegeeingriffe unerlässlich. Bekämpft werden müssen Blacken, Disteln und Winden. Und auch der von der früheren Kultur auf der Fläche austreibende Raps müsse im Zaum gehalten werden. Die nun in kräftiger Blüte stehende Buntbrache ist auf acht Jahre ausgelegt.

Viel mehr Vogelarten

Thalmanns liegt die Natur sehr am Herzen: «Wir pflegen zwei Buntbrachen, haben Obstbäume gepflanzt und Wiesen aufgewertet», erklärt Nadine Thalmann. Zudem hätten sie gemeinsam mit Schulklassen Hecken gepflanzt. «Es ist für die Kinder sicher auch schön, wenn sie in zehn Jahren sagen können, ‹diese schöne Hecke habe auch ich gepflanzt›», sagt die Bäuerin. Rund um ihr Wohnhaus hätten sie die Natur ebenfalls gefördert und bereits eine viel grössere Vogelartenvielfalt feststellen können als vorher.

Nahrungsmittel und Ökologie

Nadine Thalmann hofft, dass die Feldlerche die Buntbrache als Nistplatz aussuchen wird. Die Bestände dieser einst häufigen Singvogelart sind in den vergangenen Jahren massiv eingebrochen. Als Bodenbrüter ist die Feldlerche auf kurz gemähte Flächen angewiesen, die von höherer Vegetation umgeben und dadurch vor lauernden Fressfeinden geschützt sind. Bisher habe sie die Feldlerche aber noch nicht in ihrer Brache gesehen. Der Vogel wird aufgrund seines hoch aufsteigenden, fast endlosen Singflugs auch als Minnesänger der Lüfte bezeichnet. Vielleicht sei ihm die Gegend zu unruhig, mutmasst die Neeracherin.

Das Schöne an ihrer Arbeit sei, dass sie den Mittelweg beschreiten könnten zwischen Nahrung produzieren und die Biodiversität fördern, erklärt Thalmann. So würden sie nicht nur die ökologischen Flächen und Objekte mit Herzblut pflegen. «Auch in unseren Weizenkulturen können wir auf den Einsatz von Insektiziden und Fungiziden verzichten, indem wir resistente Sorten gewählt haben», erklärt Nadine Thalmann. Die guten Erträge würden ihnen recht geben.

Die für viele fantastische Buntbrache zwischen Neerach, Riedt und Neeracherried wird ihr Gesicht bald verändern: Mohn, Kornblume und Leimkraut werden verblühen, um ebenso schönen Pflanzen wie Malven und Nachtkerzen Platz zu machen.

Erstellt: 01.06.2016, 17:26 Uhr

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