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«Chronist klingt so altmodisch, das ist es aber nicht»

Chronistin zu sein ist für Katrin Brunner eine faszinierende Aufgabe, die sie nicht nur in ihrer Wohngemeinde, sondern auch als ZU-Korrespondentin engagiert wahrnimmt. Aufmerksam verfolgt die ehemalige Reisefachfrau das regionale und kulturelle Geschehen und berichtet stilsicher.

Katrin Brunner hat viele Talente. Als Chronistin oder Journalistin Artikel für Zeitungen und andere Publikationen zu schreiben und die nötigen Bilder zum Thema abzulichten, ist nur eine ihrer vielen Tätigkeiten.
Katrin Brunner hat viele Talente. Als Chronistin oder Journalistin Artikel für Zeitungen und andere Publikationen zu schreiben und die nötigen Bilder zum Thema abzulichten, ist nur eine ihrer vielen Tätigkeiten.
Nadja Brunner

Ein leises, verlegenes Lächeln huscht über das Gesicht von Katrin Brunner, wenn sie auf die Mitteilung des Gemeinderats von Niederweningen angesprochen wird, wonach sie als bisherige Chronistin auch für die Amtszeit bis 2018 bestätigt wird. Überzeugend erklärt die 54-jährige Mutter von zwei Töchtern im Alter von 18 und 15 Jahren: «Chronist klingt so altmodisch, das ist es aber nicht. Was ich heute notiere, ist morgen Geschichte. Wenn ich für das Wehntaler Jahresblatt schreibe, freue ich mich sehr über die Publikation.» Das gleiche gilt auch für ihre fundiert geschriebenen Artikel im ZU, die im Zürcher Staatsarchiv ewig Bestand haben. Abtauchen in die Archive

Damit gibt Katrin Brunner gleich auch den Hinweis, wohin sie ihre journalistische Neugier immer wieder hintreibt. Sie sucht dort nach alten Geschichten, wie der Tragödie einer Brandstifterin von Niederweningen, die am 15. April 1820 bei einem Suizidversuch ihr Haus angezündet hatte. Dabei verursachte die Frau eine Feuersbrunst, der fünf Menschen in fünf Häusern zum Opfer fielen.

Mit Begeisterung recherchiert die Autorin in der Vergangenheit, sucht historische und archäologische Herausforderungen. Aus diesem Grund will sie auch noch die deutsche Kurrentschrift erlernen. «Dann kann ich direkt in den Akten aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert nach interessanten Daten und Fakten stöbern». Napoleons Truppen im Zürcher Unterland ist ausserdem eines ihrer nächsten Themen, das sie beleuchten will.

Das Abtauchen in die Archive verhindert aber nicht, dass die Wehntalerin hellwach in der Gegenwart lebt und sich vielfältig mit Computer und Kamera für den ZU betätigt. Dazu ist die begeisterte Taucherin mit den Brevets «Open Water» und «Advanced» auch Chefredaktorin des periodisch erscheinenden Gesundheitsmagazins der Vitasuisse. Sich selbst hält sie auf anspruchsvollen Bergwanderungen mit ihrem Mann Urs fit, der sie gelegentlich auch als Fotograf bei ZU-Einsätzen begleitet.

Stundenlang am Text feilen

Bereits schon in den 80er-Jahren veröffentlichte Katrin Brunner ihre ersten Artikel in den Mitarbeiterzeitungen verschiedener Firmen. Die Resonanz der Leser ermutigte sie zu einem weiteren journalistischen Schritt. Brunner, die damals in Dietikon wohnte, erinnert sich an ihren ersten Auftrag: «Für den Limmattaler durfte ich über den Tag der offenen Tür im Limmattalspital berichten. Ich war so nervös, dass ich stundenlang am Text feilte, bis er perfekt war.»

Perfektionismus zeichnet sie noch heute aus. Deshalb hat sie als Quereinsteigerin journalistische Kurse am Medienausbildungszentrum Luzern und der Medienschule Nordwestschweiz in Stein AG besuchte. »Ich wollte damit mein Learning by doing verbessern.» Familie und die Arbeit in einem Architekturbüro führten dann dazu, dass die zweifache Mutter eine Zeitlang nur noch gelegentlich Artikel für verschiendene Zeitungen schrieb.

Theater als Leidenschaft

Das änderte sich, als die Familie 2001 ins Wehntal zog: «Der ZU suchte lokale Korrespondenten und ich fühlte mich sofort angesprochen», erinnert sich Katrin Brunner. Eine Lesung von Lukas Hartmann war der Einstieg in die ZU-Berichterstattung, die sich bis heute sehr oft im kulturellen Bereich abspielt. Damit sich die Korrespondentin auch im Bereich Musik besser zu Recht findet, lernte sie erst vor wenigen Jahren Noten lesen und Blockflötenspielen.

Als Regieassistentin, Produktionsleiterin oder Darstellerin wirkt Brunner leidenschaftlich auch im örtlichen Theaterverein mit. Gegenwärtig probt sie mit dem Amateurensemble Dürrenmatts «Physiker». In ihrem Lieblingsstück spielt sie die Irrenärztin. Über sich und die Aufführung zu schreiben kommt für Katrin Brunner nicht in Frage. Sie lebt, was der Duden schreibt: Chronist ist jemand, der ein Geschehen verfolgt, beobachtet und darüber berichtet.

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