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Da werden Erinnerungen ans Cabaret Rotstift wach

Jürg Randegger und Heinz Lüthi haben in einer szenischen Lesung in Schleinikon die Zeiten des Cabarets Rotstift auferstehen lassen.

Fast ganz so wie einst: Jürg Randegger (links) und Heinz Lüthi lassen im Schleinikoner Gemeindesaal die altehrwürdigen Tages des Cabarets Rotstift noch einmal aufleben.
Fast ganz so wie einst: Jürg Randegger (links) und Heinz Lüthi lassen im Schleinikoner Gemeindesaal die altehrwürdigen Tages des Cabarets Rotstift noch einmal aufleben.
Sibylle Meier

Gleich zu Beginn zeigen Jürg Randegger und Heinz Lüthi eine Kabarettnummer, die erst einmal gespielt wurde – weil sie angeblich «der Zeit vorausgegriffen» habe. Die 100 Besucher im Gemeindesaal von Schleinikon lachen Tränen bei der Diskussion zweier Hausmänner, die Fragen und Ratschläge zur Bedienung einer Waschmaschine austauschen. «Geht die Maschine kaputt, wenn man Wolliges siedet?» Um extremen Feminismus und Political Correctness geht es in der nächsten Nummer, die mit «liebe Krankenschwestern und Krankenschwesterinnen» beginnt. «Für gewisse Frauen stört ein Mann immer, auch wenn er nichts mehr sagt», ist die bittere Erkenntnis beim Schlagwort Frauenfriedhof. Auch Klassiker fehlen an diesem Freitagnachmittag nicht: Die Geschichte von Fritzli Müller mit dem gesungenen Refrain «O Morgenrot» lässt einige Parallelen zu aktuellen Themen der Gegenwart ziehen. Bei der Zahnarztnummer, bei der Lüthis Zeigefin ger den Saugschlauch ersetzt, werden abermals Tränen gelacht. Und spätestens bei der Frage, ob im Flugzeug die Schwimmwesten nicht gegen Eispickel ausgetauscht werden sollten, sind die Erinnerungen ans Cabaret Rotstift definitiv allen präsent. Ein letzter Spruch «Heb Sorg», bevor ein unbeschwerter Nachmittag zu Ende geht.

Letzter Auftritt vor 15 Jahren

Auf just diese Erinnerungen ziele der aktuelle Auftritt auch ab, sagt der 76-jährige Heinz Lüthi. «Wir möchten die Zeit wieder aufleben lassen, welche die Gäste damals erlebt haben.» Während drinnen im Saal, noch vor dem Auftritt, die Schwyzerörgeli-Formation Strizzi Fäger ein paar rassige Klänge darbietet, haben sich Lüthi und Randegger ein paar Minuten Zeit genommen, um von früher zu erzählen. «Wir waren bereits einmal hier in Schleinikon, und zwar im Jahr 1994 zur Eröffnung des Gemeindehauses», erinnert sich Randegger. Mit Heinz Lüthi verbinde ihn eine jahrzehntelange Freundschaft. Obwohl der letzte gemeinsame Auftritt des Cabarets Rotstift 15 Jahre zurückliegt, kämen heute noch Engagement-Anfragen.

«Zurückdenken und lächeln»

Mit dem Rotstift-Nachmittag hat sich der Seniorenverein altissimo Wehntal für den Jubiläumsanlass was Besonderes einfallen lassen. «Die schönsten Erinnerungen sind diejenigen, bei denen man zurückdenken und lächeln muss», sagt Vereinspräsidentin Dorothea Meili in ihrer Begrüssungsansprache, noch bevor der Vorhang aufgeht – und genauso ist es ab dem Moment, wo Randegger und Lüthi die Bühne betreten und das Publikum von der ersten Minute an in ihren Bann ziehen. Während den Gästen später «ruckzuck-zackzack» ein Vesperplättli serviert wird, äussern sich einige Anwesende zum Anlass. «Mir hat es hervorragend gefallen», sagt Werner Marti aus Rheineck. «Alle Sketche haben gesessen, die Musik der Strizzi Fäger ist toll, und die Präsidentin des Vereins hat alles voll im Griff.» Für Niklaus Heller aus Schöfflisdorf sind es die Jugenderinnerungen, welche geweckt wurden. «Ein super Nachmittag. Viele Nummern habe ich gekannt, doch das Stück vom Lokführer war für mich neu.» Vom Angebot des Vereins altissimo Wehntal mache er vor allem Gebrauch bei den halbjährlichen Versammlungen, der Konversation in Englisch, dem Singen und dem Reisen. Auch Dorothea Meili strahlt. «Die Dynamik des Auftritts hat mich beeindruckt.»

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