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Damit Schüler nicht nur trendige Jobs suchen

Zum zweiten Mal führt die Sekundarschule Dielsdorf eine Lehrstellenbörse durch. Suchende Schüler und Lehrmeister sollen sich kennenlernen.

Schulsozialarbeiter Jürg Noti (links) und der Dielsdorfer Malermeister Reto Traub sind sich einig: Nur eine kleine, persönliche und regionale Lehrstellenbörse ist sinnvoll.
Schulsozialarbeiter Jürg Noti (links) und der Dielsdorfer Malermeister Reto Traub sind sich einig: Nur eine kleine, persönliche und regionale Lehrstellenbörse ist sinnvoll.
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Schüler, die noch keine Lehrstelle gefunden haben, treffen sich mit Gewerbebetrieben aus der Region, die noch keinen Lehrling gefunden haben. Das ist die Idee der Lehrstellenbörse der Sekundarschule Dielsdorf, die am 8. März zum zweiten Mal stattfindet. Bei der letzten Börse trafen sich acht Schüler mit einer Handvoll Gewerblern. «In einem Fall kam es fast zu einem Vertrag», erzählt Schulsozialarbeiter Jürg Noti.

Rund ein Drittel sucht noch eine Lehrstelle

Dass die Börse diesmal mehr Teilnehmer anlocken werde, davon ist der Schulsozialarbeiter überzeugt: «Letztes Jahr war die Börse noch eine Abschlussarbeit von zwei Schülerinnen. Wir waren daher sehr spät dran. Die meisten Schüler hatten bereits eine Lehrstelle gefunden, bei vielen Gewerblern waren die Stellen bereits vergeben.» Dieses Jahr ­findet die Börse daher rund zwei Monate früher statt. Von rund80 Schülern seinen derzeit noch 20 bis 25 ohne Lehrstelle, weiss er. Etwas schwieriger ist die Suche auf der anderen Seite. Bisher hat Noti erst von drei Betrieben eine definitive Zusage. Allerdings habe er diverse Anfragen noch nicht gestartet, etwa bei den Gesundheitsberufen.

Für Noti zählt jedoch weniger die Anzahl Teilnehmer und Verträge, sondern das Treffen an sich. «An der letztjährigen Börse fanden qualitativ sehr gute ­Gespräche statt», erklärt er. Für Jugendliche sei der Kontakt mit Lehrmeistern sehr wichtig. «Diese können dem Jugendlichen einen Input geben, worauf es ihnen bei der Auswahl ankommt, wie er sein Bewerbungsdossier verbessen könnte oder ob vielleicht eine neue Orientierung seine Chancen verbessern könnte. Sonst erhalten die Schüler Rückmeldungen nur von ihren Lehrern», führt er aus.

Was tun Kaminfeger und Büchsenmacher?

Die Lehrstellenbörse wird in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein Dielsdorf veranstaltet. Weshalb die Börse auch für das lokale Gewerbe Vorteile bringt, erläutert Reto Traub, der das Dielsdorfer Malergeschäft Traub betreibt. «Viele handwerkliche Betriebe haben es derzeit schwer, ihre Lehrstellen zu besetzen. Für uns ist die Börse eine gute Möglichkeit, um auf unseren Beruf und Betrieb aufmerksam zu ­machen.» Oftmals würden die ­Jugendlichen die Berufe ihrer ­Eltern, des Göttis und vielleicht noch einige Berufe aus dem Berufsinformationszentrum kennen. «Sie kommen vielleicht gar nicht auf die Idee, dass der Maler auch noch etwas für sie sein könnte», fügt er an. «Wenn sie aber wissen, dass ein Betrieb aus ihrer Nachbarschaft noch jemanden sucht, gibt das einen Anstoss, um mal zu schnuppern, und vielleicht ergibt sich daraus mehr.»

Dies bestätigt auch Noti: «Viele Schüler bewerben sich auf attraktive Jobs, die gerade im Trend liegen. Unsere Aufgabe ist es, die Breite an Berufen aufzuzeigen.» Denn oftmals könnten sich die Schüler gar nicht vorstellen, was ein Kaminfeger, Storenmonteur oder Büchsenmacher macht.

Wohnort ist ein wichtiges Auswahlkriterium

Sowohl für Noti wie auch für Traub ist klar: Dass an der Dielsdorfer Lehrstellenbörse bei der kleinen Teilnehmerzahl Topf und Deckel zusammenfinden, das brauche schon eine gehörige Portion Zufall. Den Rahmen zu vergrössern, kommt für Noti jedoch nicht infrage. Von grossen Lehrstellenmessen, wie sie am Flughafen stattfinden, hält er wenig. Diese seien zu anonym, der persönliche Kontakt fehle. «Die Schüler kommen dort zu Hunderten, und auf den Tischen stapeln sich die Dossiers», erzählt er.

Auch Traub sieht im eng gesteckten Rahmen der Lehr­stellenbörse ihre Stärke: «Viele Betriebe sind kleine und mittlere Unternehmen, die regional arbeiten. Für mich ist es daher ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Besetzung der Lehrstelle, ob der Lehrling aus der Nähe kommt.»

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