Niederweningen

Das Bauamt steht hoch im Kurs

Schülerinnen und Schüler der 2. Oberstufe haben die Möglichkeit, einen Tag lang auf der Niederweninger Gemeindeverwaltung zu schnuppern. Diese Woche informieren sich insgesamt sechs junge Leute vor Ort über das berufliche Angebot.

Ayleen Volkart (links) und Alban Biljali schnuppern auf der Niederweninger Gemeindeverwaltung. 1.-Lehrjahr-Stiftin Piroska Merhala fragt sie ab, was sie aufgrund der Farben erkennen.

Ayleen Volkart (links) und Alban Biljali schnuppern auf der Niederweninger Gemeindeverwaltung. 1.-Lehrjahr-Stiftin Piroska Merhala fragt sie ab, was sie aufgrund der Farben erkennen. Bild: Balz Murer

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An einem einzigen Arbeitstag lernen die Schnupperstifte sieben Abteilungen der Gemeindekanzlei Niederweningen kennen. Die 14-jährige Ayleen Volkart wohnt im Dorf. Deshalb war für sie der Besuch auf der Kanzlei nicht ganz fremd.

Nach vier Stationen ist für sie klar: «Auf dem Bauamt hat es mir bis jetzt am besten gefallen.» Wer eine Lehre auf einer Gemeindekanzlei macht, hat nach drei Jahren einen Abschluss als Kauffrau/Kaufmann mit Eidgenössischem Fähigkeitszeugnis (EFZ) öffentliche Verwaltung.

Nachdem Edith Lemcke, Leiterin Gemeindekanzlei und Ausbildungsverantwortliche Lernende, Karten auf dem Tisch ausgebreitet hat, erinnerst sich Ayleen noch, was die einzelnen Farben bedeuten. «In der rot schraffierten Zone, dürfen nur bestimmte Häuser gebaut werden», sagt sie. Alban Biljali aus Schöfflisdorf, der ebenfalls in Niederweningen schnuppert, ergänzt: «Und die Riegelbauten müssen bleiben.»

Selber Verantwortungübernehmen

Dann erklärt ihnen 1.-Lehrjahr-Stiftin Piroska Marhala, für was sie selber bereits Verantwortung übernimmt. «Zusammen mit der Oberstiftin bin ich für die Küche verantwortlich, schaue, dass immer saubere Gläser und Wasser auf dem Sitzungstisch bereit stehen», nennt sie zwei Beispiele.

«Mit individuellen Weiterbildungen bis hin zu einem Studium kann man seinen Traumjob finden.»

Edith Lemcke erwähnt zudem die Materialbestellungen, für welche die Lernenden verantwortlich sind. «Es muss immer genügend Papier vorrätig sein. Es kommt nämlich nicht gut an, wenn wir 1300 Flyer bereit machen müssen, und der Drucker plötzlich leer ist», sagt sie.

Der Blick ins Archiv im Untergeschoss der Kanzlei interessiert die beiden Schnupperstifte ebenfalls. Dort finden sich handgeschriebene Bücher mit Protokollen von Gemeinderatssitzungen. Das älteste ist von 1823. Als Ayleen versucht, das Geschriebene zu entziffern, muss sie schnell wieder aufgeben. «Ich habe keine Ahnung, was hier steht», sagt sie lachend.

Selbst für die Kanzleileiterin sind diese alten Schriften mehrheitlich unlesbar. Fasziniert von diesen Zeitzeugen sind aber alle. Lemcke erklärt, dass es Pflicht ist, Dokumente und Protokolle aufzubewahren: «Sie werden nach einem bestimmten System abgelegt und beschriftet.»

Parksünder ausfindig machen

Nächste Station ist die Abteilung Sicherheit und Entsorgung, die zur Einwohnerkontrolle gehört. Yasmin Herter ist die Leiterin und erklärt Ayleen und Alban, weshalb gleich mehrere Bussenzettel auf ihrem Pult liegen. «Wegen verschiedener Baustellen auf dem Gemeindegebiet kommt es im Moment immer wieder zu unerlaubten Verkehrssituationen, vor allem beim Parkieren.»

Der Gemeindesicherheitsdienst (GSD) ist befugt, Bussen zu verteilen, die dann von der Abteilung Sicherheit erfasst werden. Als erstes zeigt Yasmin Herter den beiden Schnupperstiften, wie die Halter der Fahrzeuge über die entsprechende Website ausfindig gemacht werden können. Bei einer Autonummer wird allerdings nichts angezeigt, weil der Name blockiert ist. Ayleen und Alban helfen beim Eintragen in eine Liste, damit säumige Zahler gemahnt werden können. 

Die Abteilung Sicherheit kümmert sich auch um Anträge auf Verlängerung der Polizeistunde, Wirtepatente für Feste von Vereinen sowie Waffenscheine. Interessiert zeigen sich Ayleen und Alban für die Statistik, die Yasmin Herter über den Publikumsverkehr am Schalter und Telefonanrufe gemacht hat.

Alban wundert sich, dass gemäss den Erhebungen der Abteilungsleiterin beispielsweise im März vor einem Jahr 540 Personen persönlich am Schalter vorbeigekommen sind, und 211 sich telefonisch bei der Einwohnerkontrolle gemeldet haben.Die Frage nach der Einwohnerzahl der Gemeinde kann Ayleen ohne Überlegen beantworten: «Aktuell sind es 3063.»

Fragen zu den beruflichen Möglichkeiten

Für Alban war der Schnuppertag sehr abwechslungsreich. Er erkundigte sich bei Yasmin Herter nach den Möglichkeiten, die der Abschluss einer KV-Lehre auf der Verwaltung bietet. «Man kann sich auf eine Abteilung spezialisieren, aber auch beim Kanton oder sogar beim Bund gibt es immer wieder interessante Stellen für Leute mit einer solchen Ausbildung», sagt sie.

Edith Lemcke bestätigt die vielseitigen Einsatzgebiete nach einer Verwaltungslehre. «Mit individuellen Weiterbildungen bis hin zu einem Studium kann man seinen Traumjob finden. Wer sich für das Amt des Gemeindeschreibers oder der Gemeindeschreiberin interessiert, hat mit einer Verwaltungslehre ebenfalls beste Voraussetzungen.»

Dieses Jahr bietet Niederweningen sechs Schülerinnen und Schülern der 2. Oberstufe einen Schnuppertag auf der Gemeinde. Nach Ayleen und Alban am Montag haben gestern zwei weitere junge Leute die Gelegenheit bekommen, und morgen erleben noch einmal zwei den Berufsalltag von Verwaltungsangestellten. «Es ist mir ein persönliches Anliegen, Lehrstellensuchende zu unterstützen», sagt die Kanzleileiterin.

Sie findet es schön, den Schülerinnen und Schülern aus der Region ein solches Angebot machen zu können. «In der Regel finden wir dann auch jemanden für die Besetzung unserer Lehrstelle.» Unzählige Bewerbungen sind schon durch die Hände von Edith Lemcke gegangen. Sie hat festgestellt, dass die jungen Frauen in der Regel etwas engagierter sind als ihre gleichaltrigen Kollegen.

Erstellt: 10.04.2019, 09:17 Uhr

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