Niederweningen

Das Bürgerrecht von der Gemeinde, zu der man sich zugehörig fühlt

Seit dem 1. Juli hat Niederweningen 90 Bürgerinnen und Bürger mehr. Dies wegen einer Aktion der Gemeinde. Rechtlich bringt der Heimatort wenig, wichtig ist die Identifikation.

Ruth Weber und Roger Wiederkehr gehören zu den «Neubürgern» von Niederweningen.

Ruth Weber und Roger Wiederkehr gehören zu den «Neubürgern» von Niederweningen.

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704 der rund 3000 Einwohnerinnen und Einwohner von Niederweningen haben in der Wehntaler Gemeinde auch ihr Bürgerrecht, 90 davon erst seit vergangenem Sonntag. Einer von ihnen ist Roger Wiederkehr. Er hat an der von der Gemeinde Anfang Jahr lancierten «Einbürgerungsaktion für Schweizer Bürgerinnen und Bürger» teilgenommen. Einziges Kriterium: Man muss seit mindestens zwei Jahren im Ort wohnen.

Roger Wiederkehr lebt seit 50 Jahren, seit seiner Geburt, in der Wehntaler Ortschaft. «Ich bin hier aufgewachsen und hier verwurzelt. Lange Zeit hatte ich auch mein Geschäft in Niederweningen», erzählt er. Zum bisherigen Heimatort Dietikon habe er keinerlei Verbindung. Jetzt auch formell Bürger der Gemeinde zu sein, findet er einfach schön. «Ich lege noch Wert auf solche Dinge. Hier fühle ich mich zugehörig, das wollte ich offiziell machen», fährt der Vater von drei Söhnen fort. Seine Kinder sowie seine Frau haben sich alle ebenfalls einbürgern lassen.

Ein emotionaler Entschluss

Seit dem 1. Juli hat auch Ruth Weber das Gemeindebürgerrecht von Niederweningen. «Ich lebe seit bald 40 Jahren im Wehntal, meine Kinder und alle Bekannten sind auch hier. Es ist mein Zuhause», nennt die 71-Jährige mit Berner Dialekt ihre Beweggründe. Seit vier Jahren engagiert sie sich auch als Gemeinderätin. Mit der Einbürgerung möchte sie ihre Sympathie für und ihre Zugehörigkeit zur Gemeinde untermauern. Es sei ihr bewusst, dass dies praktisch keine Relevanz habe, es sei auch eine reine Gefühlsangelegenheit: «Niederweningen ist für mich etwas Wertvolles. Ich bin gerne hier und möchte auch bleiben.»

Gemeinderat war überrascht

2012 hat die Gemeinde schon einmal eine solche Aktion durchgeführt, damals machten über 300 Personen mit. «Da die Einbürgerungsaktion vor sechs Jahren ein voller Erfolg war, hat der Gemeinderat mit einer eher tiefen Zahl Einbürgerungswilliger gerechnet. Die hohe Zahl von 43 Gesuchen für 90 Personen hat uns positiv überrascht», sagt Gemeindepräsidentin Andrea Weber. Weil es einige damals verpasst hätten, ein Einbürgerungsgesuch zu stellen, und dies dann bereuten und nach einer Wiederholung des Verfahrens fragten, habe sich der Gemeinderat dazu entschieden, dies zu tun. Auch Roger Wiederkehr hatte es 2012 verpasst: «Ich bin froh, hat es nun geklappt.»

Einen effektiven rechtlichen oder politischen Nutzen hat der Heimatort heute nicht mehr. «Das Bürgerrecht ist ein Teil der Identifikation mit der Wohngemeinde. Dem Gemeinderat ist es wichtig, dass sich die Einwohner und Einwohnerinnen in Niederweningen wohl fühlen und dass sie sich mit der Gemeinde verbunden fühlen», sagt die Gemeindepräsidentin. In der Regel bezahlen erwachsene Schweizer Bürgerinnen und Bürger für den Erwerb des Niederweninger Bürgerrechts 100 Franken, Personen bis 25 Jahr die Hälfte. Im Rahmen dieser Aktion wurde keine Gebühr erhoben.

Am Apéro morgen Abend im Gemeindesaal haben die 90 Neu-Niederweningerinnen und Neu-Niederweninger Gelegenheit, auf ihren Heimatort anzustossen.

Erstellt: 05.07.2018, 14:08 Uhr

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