Niederhasli

Das Misstrauen bleibt

Mit drei Stimmen Unterschied wurde die Jahresrechnung der Sekundarschulgemeinde Niniho angenommen. Anlass zu hitzigen Diskussionen gab der Bericht der RPK.

Die Mehrzweckhalle des Schulhauses Seehalde in Niederhasli.

Die Mehrzweckhalle des Schulhauses Seehalde in Niederhasli. Bild: Archiv ZU

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Das Misstrauen gegenüber der Schulpflege ist nach wie vor da. Dies wurde am Dienstagabend an der Kreisgemeindeversammlung der Sekundarschule Niederhasli-Niederglatt-Hofstetten (Niniho) deutlich. Deren Jahresrechnung 2015 wurde äusserst knapp, nämlich mit 69 zu 66 Stimmen angenommen. Dies bei 9 Enthaltungen. Insgesamt waren 145 Stimmbürger anwesend. Dem Ergebnis ging eine rund anderthalbstündige Präsentation und Diskussion voraus. Konkret schliesst die Jahresrechnung bei einem Aufwand von 14,4 Millionen Franken mit einem Defizit von rund 300'000 Franken ab. Gegenüber dem Budget ergab sich eine Verschlechterung von 80'000 Franken.

Die Schulpflege führte bei ihrer Präsentation Positionen auf, die in der Vergangenheit für Kritik sorgten. So wurden die Kosten für die iPads genannt (170'000 Franken), die SOL-Kosten (81'000 Franken) und die Kosten für die Schulleitung (443'000 Franken). Ein Themenblock war den Kosten für die neue Homepage und dem neuen Logo gewidmet, die 108'000 Franken kosteten. Der Grund für die Neugestaltung des Webauftrittes habe darin gelegen, dass die alte Niniho-Webseite, die vor 15 Jahren entstanden ist, vollkommen veraltet gewesen sei, erklärte Schulpflegerin Antonella Abbate. Die Seite sei unübersichtlich und Änderungen seien mit grossem Aufwand verbunden gewesen. Zudem sei der Mailserver unsicher gewesen. Auch wollte man weg vom asiatisch klingenden Namen «Niniho».

Die Schulpflege präsentierte auch den Befund der externen Finanzberatung Swissplan.ch. Diese hält fest, dass der Abschluss der Jahresrechnung 2015 praktisch ausgeglichen sei und dass Ninihos Aufwand pro Schüler mit 24'300 Franken leicht unter dem kantonalen Mittelwert liege, der 24'800 Franken betrage.

Unklare Personalkosten

Etwas kritischer fiel der Befund der Rechnungsprüfungskommission (RPK) aus. Diese empfahl zwar, die Jahresrechnung zu genehmigen, sah sich aber zu einigen kritischen Bemerkungen veranlasst. So hielt die RPK fest, dass gemäss Finanzplanung die laufende Rechnung durch eine rollende Kostenkontrolle optimiert werden sollte. Zudem sollten nicht zwingend notwendige Projekte verschoben werden.

Auch bemerkte die RPK, dass diverse Begründungen und Veränderungen einzelner Konten nur knapp genügend ausgefallen seien. Dies betreffe insbesondere den Bereich Personalkosten, den die RPK nun als neuen Prüfbereich festlegt.

Der Bericht der RPK gab denn auch zu kritischen Wortmeldungen Anlass. Schliesslich gelang es RPK-Chef Rolf Hostettler, die Wogen zu glätten. Man habe lediglich einen Zusammenzug der verschiedenen ICT-Posten verlangt, damit die RPK den Bereich in der ihr zu Verfügung stehenden Prüfungszeit kontrollieren könne. Dass dies bisher nicht geschehen ist, dafür habe er aufgrund der vielen Geschehnisse, welche die Schulpflege seit der Versammlung in Niederglatt auf Trab halten, Verständnis. Man habe nun einen Termin im Sommer vereinbart, erklärte Hostettler.

Weniger Hüftschüsse

Zur Vorberatung kam an diesem Abend die sogenannte Sorgfalts-Initiative. Sie verlangt, dass die Finanzkompetenz der Schulpflege, nachdem sie 2012 nach oben angepasst wurde, wieder halbiert wird. Unterstützung erhält die Initiantin Sandra Stirnemann durch die SVP Niederglatt, wie Partei-Vizepräsident Roland Bürer ausführte. Mit der Halbierung der Finanzkompetenz würde die Gesamtbehörde stärker in die Pflicht genommen. Die nötige finanzielle Flexibilität bleibe garantiert, jedoch würden kurzfristige Hüftschüsse reduziert.

Die Schulpflege musste schliesslich noch vier Anfragen beantworten. Bei der letzten Frage ging es um die Grenzbereinigung. Die Anfragesteller brachten dabei die Auflösung von Niniho ins Spiel. Favorisiert wurde die Überführung des Niederglatter Schulhauses Eichi in eine Einheitsgemeinde Niederglatt und des Niederhasler Schulhauses Seehalde in eine Einheitsgemeinde Niederhasli. Laut dem neuen Gemeindegesetz müssen nämlich Schulgemeinden deckungsgleich mit politischen Gemeinden sein. Dass die Sekundarschulgemeinde auch den Oberglatter Ortsteill Hofstetten umfasst, ist daher ein Problem. Die Schulpflege hat sich deshalb entschlossen, die gesamte Struktur der Schulgemeinde bei einer externen Stelle überprüfen zu lassen. «Die möglichen Varianten und ihre Folgen werden wir an einer Infoveranstaltung vorstellen», erklärte Schulpräsident Philippe Chappuis und fügte an: «Wir gehen davon aus, dass es noch dieses Jahr geschehen wird.»

Erstellt: 08.06.2016, 11:59 Uhr

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