Rümlang

Das Repair-Café flickt alles – jedenfalls fast alles

Das erste Repair-Café im Schulhaus Worbiger am Samstag war ein voller Erfolg. Etliche glückliche Kunden durften ihre Schätze repariert wieder nach Hause nehmen.

Flicken im Fokus?hat Marco Urech, aber vor der Kuckucksuhr von Kurt Kalberers Mutter muss er dann mangels  Ersatzteilen und Feinwerkzeugen schliesslich kapitulieren.

Flicken im Fokus?hat Marco Urech, aber vor der Kuckucksuhr von Kurt Kalberers Mutter muss er dann mangels Ersatzteilen und Feinwerkzeugen schliesslich kapitulieren. Bild: Madeleine Schoder

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Bei einer Tasse Kaffee wartet die Gruppenleiterin einer Kinderkrippe, Andrea Annen, gemütlich vor dem Werkraum im Rümlanger Sekundarschulhaus Worbiger auf den Leiterwagen, den sie zur Reparatur vorbeibrachte. «Wir haben den Leiterwagen vor einem Jahr als Occasionsstück gekauft und brauchen ihn seither regelmässig für den Waldspieltag unserer Kinderkrippe.» Der Wagen wurde einst von einem Schreiner angefertigt und tut nun seinen Dienst als Material- und Spielsachentransporter der Kinder auf dem Weg in den Wald. «Die Belastung ist hoch, oft geht es über Stock und Stein und kürzlich ist die Deichsel gebrochen», erzählt Annen. Als sie dann vom Repair-Café hörte, sei klar gewesen, dass der Holzwagen dort repariert werden soll.Derweil verschraubt der Reparateur Hanspeter Kistler die Deichsel neu. Der Heimwerker entdeckt zwei weitere Schwachstellen am Wagen und verstärkt diese gleich auch noch. Nach einer halben Stunde darf Andrea Annen den Leiterwagen wieder entgegennehmen. «Das ist eine super Idee und wir sind sehr froh um diesen kostenlosen Dienst», bedankt sie sich bei Hanspeter Kistler. Dann setzt sie ihre zwei Kinder hinein und tritt den Heimweg an.

Kuckucksuhr als Knacknuss

Marco Urech hält eine Kuckucksuhr, die gemäss Angaben der Besitzerin 100-jährig sein soll, in den Händen. Doch in diesem Fall ist für ihn nichts zu machen. «Dazu bräuchte es filigrane Instrumente, spezielle Ersatzteilchen und auch Fachwissen», urteilte der Umweltingenieur. Mit dieser Information gibt er die Uhr der Besitzerin ungeflickt wiedermit. Lampen, ein Staubsauger, Kinderjeans, ein Drucker älteren Baujahres sowie eine Damenlederjacke und viele andere Gegenstände und Spielsachen warten erst noch darauf, repariert zu werden.

Zu Beginn hat Marianne Antonina vom Verein Natur und Umwelt Rümlang (NUR) die Kunden begrüsst und sie mit den Spielregeln vertraut gemacht. Sie wies ausdrücklich darauf hin, dass die Geräte von ehrenamtlichen Mitarbeitenden wieder in Schuss gebracht werden, ohne Garantieanspruch. Diese Haftungsbegrenzung unterschreiben die Kunden auf dem Reparaturblatt.

Rund fünfzig Kunden haben am Samstag den Weg ins Schulhaus Worbiger gefunden. «Die Leute bringen vor allem elektronische Geräte und Spielsachen vorbei», erzählt Antonina, die für den Konsumentenschutz alles statistisch festhält. Im Einsatz stehen sieben Reparateure, zwei Näherinnen und vier Helferinnen. Es war das erste Repair-Café, das in Rümlang stattfand. Dies in Zusammenarbeit mit der Stiftung für Konsumentenschutz, die für die Administration, Werbung und Versicherung sorgte. «Wir sind sehr zufrieden», bilanzierte Initiant Beat Hürlimann. Er hofft, dass sich dieser Dienst herumsprechen wird. Der Gedanke dahinter sei, die Ressourcenverschwendung zu mindern. Das nächste Repair-Café findet am Samstag, 29. Oktober, am selben Ort statt.

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.07.2016, 22:26 Uhr

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