Rümlang

Defekte Geräte vor der Abfalltonne gerettet

Viele defekte Gegenstände lassen sich oft mit wenig Aufwand reparieren. Im Repair-Café zeigten Fachleute auf, dass Wegwerfen nicht immer nötig ist.

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Reparieren oder wegwerfen? Diese Frage stellt sich immer wieder, wenn irgendein Gerät oder ein Gegenstand des täglichen Lebens den Geist aufgibt. Der Verein Natur und Umwelt Rümlang organisierte am Samstag zum sechsten Mal, neu unter dem Patronat der Gemeinde, ein Repair-Café. Wie in den Vorjahren reparierten freiwillige Fachleute im Sekundarschulhaus Worbiger defekte Geräte kostenlos.

Beim Empfang stellte Beat Hürlimann die nicht mehr funktionierenden Apparate auf eine Waage. Die Stiftung für Konsumentenschutz wollte wissen, welche Menge an Gegenständen am dritten von ihr unterstützten Schweizer Reparaturtag, der auch in vielen weiteren Gemeinden organisiert wurde, vor dem Wegwerfen verschont wird – rund viereinhalb Tonnen waren es insgesamt in der Schweiz.

Neu in diesem Jahr zeigte Alexandra Aeschlimann Schmuck, den sie aus gebrauchten Aluminiumkaffeekapseln herstellte. Mithilfe feiner Zangen und Scheren fertigt sie seit drei Jahren in ihrer Freizeit farbenprächtige Schmuckstücke an. Aeschlimann möchte mit ihren Arbeiten aber auch andere Menschen dazu animieren, aus Wegwerfmaterial etwas Neues zu schaffen – auf Neudeutsch Upcycling.

Nicht alles lässt sich flicken

In der Holzwerkstatt des Schulhauses schraubten Fachleute an den verschiedensten Geräten her­um. Robert Kistler versuchte, die verklemmte Kabelrolle eines Staubsaugers zu lösen. Und Anastasion Kalimeridis, ehemaliger Facharbeiter bei Studer Revox, musste bei einer alten Filmkamera feststellen, dass diese nur noch als Museumsstück dienen kann.

Marianne Antonia organisierte mit drei weiteren Freiwilligen das Rümlanger Repair-Café und freut sich über die gute Akzeptanz des Anlasses in der Bevölkerung: «Wie in den letzten Jahren benützten 50 bis 60 Personen die Gelegenheit, gratis die verschiedensten Dinge reparieren zu lassen.» Die Fachpersonen, welche die Reparaturen ausführten, die meisten davon stehen im Pensionsalter, fand Antonia dank einem dichten Netzwerk.

Daten unlesbar machen

Neu wurde im Repair-Café auch zerstört. «Festplatten von Computern haben ein besseres Gedächtnis als wir Menschen. Damit persönliche Daten nicht in falsche Hände kommen, müssen die Platten fachmännisch unlesbar gemacht werden. Bis jetzt gibt es kein offizielles Angebot, das eine absolut sichere Vernichtung von Festplatten garantiert», stellte Ernst Schütz fest. Er öffnete einen ausgedienten Laptop und entnahm ihm den heiklen Speicher. Mit der Bohrmaschine durchlöcherte er die Festplatte unter den Augen der Kundin, die nun die Sicherheit hat, dass ihre Daten niemand mehr lesen kann.

Neben Kleidern, Mixern, Wanduhren, Velos oder Spielsachen konnten sich Besucherinnen und Besucher im Repair-Café auch verspannte Muskeln durch Claudine Treichler mit einer in Hawaii erlernten Massage «reparieren» lassen.

Von Hand und mit der Nähmaschine flickte ein kleines Team Kleidungsstücke. «Die Handarbeit ist zugleich eine sinnvolle Beschäftigung und verhindert das Wegwerfen», äusserte sich die pensionierte Hortleiterin Valeria Roth. Und Antonella Urech betreute die Gäste während der Wartezeiten mit Gebäck und ­Kaffee.

Weitere Informationen und Kontakt: https://www.repair-cafe.ruemlang.net/

Erstellt: 29.10.2018, 09:22 Uhr

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