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Der Nutzen ist kaum messbar

Für 25 000 Franken will Oberglatt ein filmisches Portrait der Gemeinde produzieren lassen. Damit folgt sie einem Trend.

Ab März wird ein Filmteam in Oberglatt unterwegs sein, um ein filmisches Portrait der Flughafengemeinde anzufertigen.
Ab März wird ein Filmteam in Oberglatt unterwegs sein, um ein filmisches Portrait der Flughafengemeinde anzufertigen.
Sibylle Meier

Bilder sagen mehr als Tausend Worte. Aus diesem Grund will sich Oberglatt neu auch in Form eines Filmes, «mit schnittigen Bildern, fetziger Musik und prägnanten Botschaften», präsentieren, wie die Gemeinde diese Woche mitteilte. Die 25 000 Franken, die der Gemeinderat dazu genehmigt hat, werden einem Legat entnommen. Die Dreharbeiten finden von März bis Dezember statt. Der Film soll Anfang 2018 auf der Homepage der Gemeinde erscheinen und alle Facetten der Gemeinde zeigen, vom Gewerbe und der Industrie, über Sport Vereine, Feuerwehr, Kultur, Dorfleben, Leute bis hin zu Schule, Kindergarten und Spielgruppe, wie Gemeindeschreiberin Sandra Markovic erklärt. Gedacht ist das Porträt für Neuzuzüger, Firmen aber auch die die Einwohner der Gemeinde.

Umfragen wären nötig

Vor allem grosse Städte und Gemeinden operieren gerne mit Imagefilmen. Zu den jüngsten Beispielen zählt Wallisellen. Gleich in zwei Sprachen – deutsch und englisch – stellte sich die Glattalgemeinde im Herbst 2015 im Internet vor. Im sieben Minuten langen Film werden die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten und die gastronomischen Angebote vorgestellt, die Naherholungsgebiete gezeigt sowie die Angebote für Familien und die vielen Vereine thematisiert. Die Kosten lagen bei rund 17 000 Franken. Die deutsche Version zähle bis heute rund 1460 Klicks, die englische rund 200, verrät der Kommunikationsverantwortliche Marcel Amhof. Schwieriger zu messen als die Klickzahl sei jedoch der Nutzen. «Ob der Film einen Teil zum positiven Image der Gemeinde beigetragen hat, dazu müsste man eine Bevölkerungsumfrage machen», führt Amhof aus. Ähnlich tönt es in Bülach, wo 2011 ein Filmportrait zur 1200-Jahr-Feier der Stadt gedreht wurde. Die Kosten dazu lagen im tiefen fünfstelligen Bereich, erklärt Stadtschreiber Christian Mühlethaler. Der Film werde jeweils einmal pro Jahr am Neuzuzüger-Anlass vorgeführt, wo er begeistert aufgenommen werde. Auf die Frage nach dem Nutzen erklärt er: «Der Film zeigt Facetten der Stadt, die man im Alltag nicht sieht.» Wie viele Menschen der Film nach Bülach gelockt habe, sei jedoch nicht messbar.

Bessere Argumente als Film

Auch einige kleine Gemeinden haben Filmportraits von sich erstellt. Hüntwangen etwa hat 2012 mit 2500 Franken eine sogenannte Low-Budget-Produktion gedreht. In der Hauptrolle eine weisse Vespa gesteuert von der damaligen Gemeinderätin Sabine Kern, die den Zuschauer mit auf einen Rundgang durch den idyllischen Dorfkern mitnimmt. Auch Weiach, das knapp 1400 Einwohner zählt, liess vor sechs Jahren ein Filmportrait anfertigen, das die Schönheiten des Dorfes aufzeigt. Der Film sei zu Beginn oft heruntergeladen worden, erzählt der amtierende Gemeindepräsident Stefan Arnold. Mittlerweile seien es noch zwei bis fünf Klicks im Monat. Arnold stellt jedoch den Nutzen eines Imagefilms in Frage: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass durch den Film ein Dorf an Attraktivität gewinnt und dadurch Personen nach Weiach ziehen. Ich denke, da sind der Steuerfuss oder die Anbindung an den öffentlichen Verkehr bessere Argumente», erklärt er. Hinzu komme, dass der Film alle vier Jahre neu gedreht werden müsste, vor allem dann, wenn Behörden zu Wort kommen, fügt Arnold an. Dies ist in Weiach der Fall. Im Film begrüsst der mittlerweile «falsche» Gemeindepräsident die Zuschauer. Doch Arnold wendet ein: «Da der Nutzen eines solchen Filmes umstritten ist, ist auch der Preis mit mehr als 5000 Franken eher hoch.» Der Imagefilm könne daher nicht regelmässig neu gedreht werden.

Auch für Tourismuszwecke

Einen Werbefilm lancierte auch Schleinikons Gemeindepräsident Gabor Magyarovits vor vier Jahren. Der Film stellt die vielfältigen Ausflugsziele im erweiterten Wehntal vor, angefangen bei der Steinmaurer Storchensiedlung über die Künstlerkolonie in Steinmaur, das Heimatmuseum in Oberweningen, das Mammutmuseum in Niederweningen bis hin zum idyllischen Freibad Sandhöli, ebenfalls in Niederweningen. Auch das Schleiniker Zythüsli und die Regensberger Altstadt werden angepriesen. Kostenpunkt des Wehntaler Imagefilms: 4000 Franken. Ziel war es damals, Tagestouristen ins Wehntal zu locken. Ob dies geklappt hat, sei jedoch nicht bekannt, erklärt Magyarovits. Ein Imagefilm habe keinen messbaren Rücklauf.

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