Boppelsen

Der ursprüngliche Gebäudekomplex der Hochwacht bleibt erhalten

Es gab Zeiten, da brachten Gäste Holz zum Heizen mit auf die Lägern Hochwacht und bekamen dafür ein Gratisbier. Mit der Neueröffnung des Restaurants wird nicht nur energetisch eine neue Ära eingeläutet.

Bis zur Wiedereröffnung des Restaurants Hochwacht auf der Lägern im Dezember gibt es auf der Baustelle noch viel zu tun.

Bis zur Wiedereröffnung des Restaurants Hochwacht auf der Lägern im Dezember gibt es auf der Baustelle noch viel zu tun. Bild: Sibylle Meier

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Wenn im Dezember die Tore der umgebauten Hochwacht wieder für die Wanderer und Ausflügler aufgehen, wird das Lastentragen fürs Heizen nicht mehr nötig sein. Nach einer vierjähriger Planungs- und Bauphase wird mit der Neueröffnung des beliebten Ausflugsziels auch ein nachhaltiges Energiekonzept Einzug halten.

Für den Architekten Johannes Leibundgut war von Anfang klar, dass lokale und erneuerbare Energien zum Einsatz kommen sollen. Das ganze Dach des Restaurants ist neu mit einer Solaranlage bedeckt, welche das Wasser in den installierten Leitungen auf dem Dach aufheizt. Dieses wird unterirdisch in einen 80 Meter entfernten alten Militärbunker geleitet. Dort wird in einem Wassertank die Wärme gespeichert und im Winter für Heizung und Warmwasser gebraucht. Auf den Dächern der Waldschenke und der Scheune sorgt eine Photovoltaikanlage für Strom.

Turm im Vordergrund

Ebenso klar war es für die Bauherrschaft, dass mit dem Umbau ein Mehrwert geschaffen werden soll. «Die Gesamtheit der Gebäudevolumen blieb erhalten», erklärte Leibundgut an der Besichtigung des Rohbaus. Das Volumen der abgerissenen Seil- bahnstation wurde hinter dem Haus angesetzt. «Dadurch konnten wir eine grössere Küche bauen, die den heutigen Bedürfnissen eines Gastrobetriebes entspricht.»

Erstes Ziel war es, das 1895 von Fritz Hofer gebaute Wirtshaus mit dem Turm als Kernbau, wieder in den Vordergrund zu rücken. Hier stiess man aber auf Schwierigkeiten. Als die hölzerne Gasthauskonstruktion abgerissen wurde, bemerkte man, dass die Mauer des Kernbaus in einem schlechten Zustand war. Das bescherte dem Bauprojekt letztes Jahr einen fast halbjährigen Baustopp. Erst nachdem ein Fachmann die Bruchsteinmauer in alter Mauerwerkstradition restauriert hatte, konnte der Umbau fortgesetzt werden.

Im Mai dieses Jahres konnte dann mit dem Bau des abgerissen Gasthauses begonnen werden. Zuvor wurde aber unter dem Haus ein Löschwassertank für den Brandfall gebaut. Die jetzt noch eingerüstete Holzkonstruktion spiegelt den Charme des alten Gasthauses wieder, der Innenausbau wird aber den heutigen Anforderungen an einen Bergrestaurant Rechnung tragen. Eine grosszügige Stube, eine Theke mit direktem Zugang zur Küche und ein rollstuhlgängiges WC sollen bis zum Winter entstehen. Die Hoferstube, mit ihrem alten grünen Kachelofen, wird auch wieder für die Gäste geöffnet.

Blick ins Wehntal

Von der Hoferstube betritt man neu die Wehntalerstube. Sie bieten nicht nur Platz für rund 20 Gäste, sondern auch einen Blick aufs Wehntal und den Schwarzwald. Eigentümerin Sibylle Hauser weiss dazu eine Anekdote zu berichten. «Dies war früher die Wirteküche. Ein schmaler Streifen davon liegt auf Schleiniker Boden. Als damals die Wirtestunde nach Bopplisser Verordnung schlug, setzten sich die letzten Gäste in eine Ecke auf Schleiniker Boden, um das letzte Gläschen zu trinken.»

Ob das die neuen Pächter auch so handhaben werden, bleibt vorderhand offen. Fünf Interessenten haben sich für die Pacht gemeldet, aber entschieden sei noch nichts, sagt Hauser. Nebst dem Gasthaus, mit 86 Innen- und 165 Gartenplätzen, können auch eine Scheune und ein Stall für Kleintierhaltung, sowie 30 Aren Wiese und 5 Hektaren Wald gepachtet werden. Die Wirtewohnung in den oberen Stockwerken des Kernbaus bietet zudem von den Räumen unter dem Dach einen einmaligen Blick auf den Zürichsee.

Erstellt: 01.08.2019, 16:52 Uhr

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