Otelfingen

Der Volkstanz lebt, es lebe der Volkstanz

Der Heimatabend der Trachtengruppe Furttal wird als Erfolg in die Vereinsgeschichte eingehen. Schon lange nicht mehr waren alle Plätze ausverkauft und wohl noch nie hatte man eine so bekannte Formation zu Gast.

Die Geschwister Sutter aus Waldkirch waren verstärkt durch Eltern und die sechsjährige Leandra mit ihren Naturjodel-Varianten, aber auch mit ihren Witzen einer der Höhepunkte des Abends.

Die Geschwister Sutter aus Waldkirch waren verstärkt durch Eltern und die sechsjährige Leandra mit ihren Naturjodel-Varianten, aber auch mit ihren Witzen einer der Höhepunkte des Abends. Bild: Beatrix Bächtold

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Auf der Bühne hüpfen Kinder in Tracht, testen Choreographien aus, lachen laut, klatschen in die Hände. Zöpfe und Röcke fliegen. Jetzt, zwei Stunden nach Veranstaltungsende, drehen sich immer noch an die 20 Paare auf dem Tanzboden. Es ist weit nach Mitternacht als die Oberbaselbieter Ländlerkapelle den Erinnerungswalzer aufspielt. Und wenn die Anwesenden an diesen Heimatabend zurückdenken, so werden sie sich an unterschiedliche Dinge erinnern.

Jubilar in der ersten Reihe

Bruno Bischofberger zum Beispiel wird besonders sein 80. Geburtstag in den Sinn kommen, den er am diesem Abend in der ersten Reihe der Mehrzweckhalle gefeiert hat. Als Laienfotograf lichtete er die verschiedenen Szenen ab. Ganz besonders oft drückte er auf den Auslöser, als seine Frau Ruth in den Sketchen mit ihrem Bühnenpartner Hansruedi Strässler die Menschen zum Lachen brachte.

Später am Abend gratulierte man ihm auf der Bühne zum Wiegenfest und überreichte ihm eine Tüte mit Wein. «Der Heimatabend ist nach dem langen Winter wieder einmal ein Anlass, die Menschen zu sehen, die man so lange nicht mehr getroffen hat», erklärte er noch immer zu Tränen gerührt. Seine Gattin Ruth wird sich mit gemischten Gefühlen an diesen Heimatabend erinnern. Beim Aufbau der Bühnenbilds am Nachmittag landete eine umkippende Leiter auf der linken Hand der Otelfingerin, sodass sie den ganzen Abend mit Verband als Tänzerin und Schauspielerin auf der Bühne stand. «Schmerzen habe ich nicht», beteuerte sie um zwei Uhr morgens und nahm einen Schluck Medizin aus einem Fläschchen mit der Aufschrift «Bopplisser».

Prominente Gäste

Der Hüttiker Störmetzger Ruedi Sekinger wird sich an die legendäre Menge von 30 Kilo Beinschinken erinnern, die er unter die Leute brachte. Auch die 50 Kilo Kartoffelsalat aus Watter Knollen, zubereitet unter der Regie der Hüttiker Festwirtin Sonja Sekinger, wird man als Rekord verbuchen.

Den über 200 Anwesenden wird sich der Heimatabend vor allem auch wegen der Gastformation ins Gedächtnis eingraben. Die Geschwister Jasmin, Lukas, Stefanie und Fabian sind als «Geschwister Sutter» eine inzwischen prominente Familienkapelle. 2017 holten sie sich die beim Folklore Nachwuchswettbewerb den Sieg in der Kategorie Instrumentale Volksmusik und 2018 den «Viva Nachwuchspreis». Musik scheint den Geschwistern im Blut zu liegen. Mit ihren Eltern Markus und Ursula sowie der sechsjährigen Leandra reisten sie im Neunplätzer aus Waldkirch SG an. «Wir haben zwei Sitze ausgebaut um Platz für das Klavier und das Hackbrett zu schaffen», erklärte die 20-jährige Jasmin.

Gelungener Anlass

Marianne Temperli, Präsidentin der Trachtengruppe Furttal wird sich an einen besonders gelungenen Abend erinnern. «Wir haben die Geschwister Sutter engagiert, bevor sie so gross herauskamen. Jetzt hätten wir wohl keine Chance mehr», sagte sie. Dann überlegte sie, woran es liegen könnte, dass diesmal extrem viele Gäste kamen. Sie sagte: «Vielleicht an den bunten Flyern die wir verteilt haben, oder an der Jodlerfamilie, oder auch daran, dass wir jetzt im Übungsraum der neuen Doppelsporthalle vor einer Spiegelwand optimal trainieren können. Keine Ahnung, ist auch egal, Hauptsache der Volkstanz lebt.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 19.03.2018, 15:36 Uhr

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