Steinmaur

Die Behörden müssen nochmals über die Bücher

Weder noch: Die Stimmberechtigten erteilten beiden von der Schulpflege vorgelegten Projekten zur Turnhallensanierung und -erweiterung eine deutliche Abfuhr.

Der alte Fachtrakt mit Turnhalle (links) sieht von aussen in beiden Projekten gleich aus. Neu ist der Aussenbereich mit Veloständern vor den Räumen der neuen Tagesstätten. Beim Projekt Gesamtbedarf kommt rechts die Doppelturnhalle dazu, aus der alten Turnhalle würde ein Gemeindesaal gemacht. Bild: pd

Der alte Fachtrakt mit Turnhalle (links) sieht von aussen in beiden Projekten gleich aus. Neu ist der Aussenbereich mit Veloständern vor den Räumen der neuen Tagesstätten. Beim Projekt Gesamtbedarf kommt rechts die Doppelturnhalle dazu, aus der alten Turnhalle würde ein Gemeindesaal gemacht. Bild: pd

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In Steinmaur wird nicht gebaut. Weder das Projekt «Schulbedarf» mit der Sanierung der Turnhalle noch die Vorlage «Gesamtbedarf» mit einer neuen Doppelturnhalle fanden bei der gestrigen Abstimmung auch nur annähernd genügend Befürworter. Mit jeweils 73 Prozent Nein-Stimmen wurden die beiden Baukredite mit Wucht abgelehnt und die Schulpflege zurück an den Planungstisch beordert.

Das Resultat hatte sich bereits im Vorfeld abgezeichnet. Knapp drei Jahre nachdem die Stimmberechtigten sich für die Planung einer neuen Doppelturnhalle und dem Umbau der alten Turnhalle in einen Gemeindesaal ausgesprochen hatte, legte die Schulpflege das Projekt vor. Mit 17,6 Millionen Franken war es rund 3,6 Millionen Franken teurer als dies drei Jahre zuvor budgetiert wurde. Deshalb präsentierte die Schulpflege gleichzeitig wieder ein Projekt «Schulbedarf», welches keine Doppelturnhalle, sondern nur die Sanierung der bestehenden Halle vorsah.

Dies für 10 Millionen Franken, auch das rund 3 Millionen Franken mehr als das drei Jahre zuvor abgelehnte gleichnamige Projekt.

Argumente haben überzeugt

Sowohl Gemeinderat wie auch die Rechnungsprüfungskommission empfahlen beide Vorlagen abzulehnen. Letztere hätte sich zwar gerne für den «Gesamtbedarf» ausgesprochen, der RPK fehlte aber eine gemeinsame Finanzplanung mit der politischen Gemeinde, um das Projekt stemmen zu können. Tatsächlich gab es eine solche Absprache nicht, was die beiden Behörden zähneknirschend zugaben. Der Gemeinderat erachtete den Schulbedarf als ungenügend für die Gemeinde, da für Vereine oder Muki-Turnen danach immer noch Platz fehlen würde.

Geholfen hätte diese Vorlage einzig der Primarschule. Das Projekt mit der neuen Doppelturnhalle und dem Gemeindesaal, welches der ganzen Bevölkerung genutzt und den Bedarf für lange Zeit abgedeckt hätte, beurteilte der Gemeinderat wiederum als überdimensioniert. Moniert wurde beispielsweise der Ausbau der Mediothek in einer Zeit, in der solche Angebote kaum mehr gefragt seien. Sprich: Man hätte gewisse Teile streichen und das Projekt kostengünstiger ausarbeiten können.

Diese Argumente scheinen die Stimmberechtigten mit grosser Mehrheit überzeugt zu haben. Die Schulpflege, die für das kleinere, nur der Primarschule dienende Projekt weibelte, erlitt damit doppelten Schiffbruch.

Karten auf den Tisch legen

Gefordert sind nun aber alle Behörden in Steinmaur. Die Turnhalle ist sanierungsbedürftig, der Schule fehlen Fachräume, Vereine haben zu wenig Hallenkapazität. Wie die RPK im Vorfeld bereits erkannt hat, handelt es sich bei der Aufgabe um ein Generationenprojekt für die gesamte Bevölkerung. Somit müssten Schulpflege und Gemeinderat nun zusammenspannen.

Dabei geht es nicht nur um die Ausarbeitung eines für alle dienlichen Projekts, sondern auch um die von der RPK geforderte gemeinsame Finanzplanung. Beide Behörden müssen nun für das Wohl der Gemeinde mit offenen Karten spielen. Auf den Tisch müssen dafür auch zukünftige Wunschprojekte, wie beispielsweise der Bau eines neuen Werkhofs.

Erstellt: 25.09.2016, 14:12 Uhr

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