Niederhasli

Die einzige ehrliche Haut ist die Reporterin

Auf der Bühne im Werkgebäude in Oberhasli geht es bei den Proben der Näppibühne turbulent zu und her. Das Malatelier des Meisterkünstlers Umberto Pastellini gleicht einem Bienenhaus. Alle möglichen Leute interessieren sich für ihn und seine Bilder. Aber gibt es diesen Pastellini wirklich?

Turbulent geht es zu und her mit der Näppibühne. Als ob Maler Thomas Fischer alias Umberto Pastellini (Christof Brändli) mit seinem Versteckspiel nicht schon genug Stress hätte, erleidet er auch noch einen Stromstoss. Seine Frau Jennifer Fischer (Monika Wirz) ist entsetzt.

Turbulent geht es zu und her mit der Näppibühne. Als ob Maler Thomas Fischer alias Umberto Pastellini (Christof Brändli) mit seinem Versteckspiel nicht schon genug Stress hätte, erleidet er auch noch einen Stromstoss. Seine Frau Jennifer Fischer (Monika Wirz) ist entsetzt. Bild: Jasminka Huber

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Die Näppibühne probt die Komödie «Künschtlerpäch» von Jürgen Baumgarten seit letzten Oktober intensiv. Für Daniel Moser dem Präsidenten des Vereins ist es wichtig, dass die Zuschauer in eine unterhaltsame Theaterwelt abtauchen und den Alltag hinter sich lassen können. Dies gelingt auch mithilfe eines roten Teppichs und eines roten Samtvorhangs, über und durch den die Besucher schreiten, bevor sie in den Theatersaal treten. Dieses Jahr führt dieser rote Teppich die Besucher in das Malatelier des bekannten Meister-Künstlers Umberto Pastellini. Aus der Not heraus hat der Maler Thomas Fischer diese Kunstfigur erschaffen. Seine eigenen Bilder verkaufen sich nicht, dafür aber die moderne Kunst von Pastellini. Niemand darf erfahren, dass er, Fischer, hinter diesem langbärtigen, verkleideten Künstler steckt.

Identitäten wechseln im Minutentakt

Kompliziert wird es, als die Kunstliebhaberin Margarete Mettler mit ihrem Geliebten Gregor Rohrer im Atelier von Umberto Pastellini auftaucht, um ein Bild zu kaufen. Der anwesende Thomas Fuchs darf seine wahre Identität nicht preisgeben und gibt sich als schwuler Freund von Pastellini aus. Dafür muss seine Frau Jennifer in die Rolle von Pastellini schlüpfen. So nimmt denn das Spiel um wahre und falsche Identitäten seinen Lauf.

Die Proben des siebenköpfigen Ensembles sind im vollen Gange. Noch steht nicht die ganze Bühnendekoration und die Souffleuse hat noch einiges zu tun. Der turbulente Ablauf des Dreiakters aber sitzt. Türen gehen auf und zu, immer wieder neue Akteure erscheinen auf der Bühne und verschwinden wieder, die Identitäten wechseln im Minutentakt. Die Lügengeschichten verstricken sich wie die Fäden von sechs Wollknäueln. Wer blickt da noch durch? Die Reporterin des Zürcher Unterländers etwa? Sie scheint die einzige ehrliche Haut unter dem Haufen von grösseren und kleineren Schwindlern zu sein.

Sie kommt um ein Interview mit dem Meister-Künstler zu machen. Sie riecht eine gute Story als sie glaubt, in Gregor den gesuchten Kunstdieb Frederick Fuchs vor sich zu haben. Und was für eine Rolle spielt die Polizistin, die plötzlich aus dem Nichts auftaucht oder die aufdringliche Nachbarin, die immer wieder ihre Nase ins Atelier streckt?

An der Premiere etwas Besonderes

Die Näppibühne bietet an ihren Theaterabenden auch eine Theaterbeiz an. «Wir haben festgestellt, dass die Premieren schlechter besucht werden als die Aufführungen danach», sagt Daniel Moser. «Offenbar besteht bei den Leuten die Meinung, dass wir dann noch nicht ganz parat sind und noch mehr Routine brauchen, was so natürlich nicht stimmt.» Der Verein beschloss daher letztes Jahr, an der Premiere dem Publikum etwas Besonderes anzubieten. «Wir haben ein Vier-Gang-Menü serviert, an weiss gedeckten Tischen. Dies ist beim Publikum sehr gut angekommen, deshalb bieten wir es dieses Jahr auch wieder an», erklärt der Präsident.

Zurück zum «Künschtlerpäch». Erst im dritten Akt werden die verwickelten Fäden von echten und unechten Identitäten langsam aufgenommen und die sechs Knäuel werden entwirrt. Wer hat was im Schilde geführt und war er oder sie erfolgreich? Die Besucher werden es erfahren, spätestens beim Besuch einer der elf Vorstellungen der Näppibühne in Oberhasli.

Das Stück wird aufgeführt in Oberhasli im Werkgebäude an der Sandrainstrasse 13. Freitag, 10. März, Samstag, 11. März, jeweils 20 Uhr. Sonntag, 12. März, 12 Uhr. Freitag, 17. März, Samstag 18. März, Freitag, 24. März, Samstag, 25. März, jeweils 20 Uhr. Sonntag, 26. März, 12 Uhr. Freitag, 31. März, Samstag. 1. April, jeweils 20 Uhr. Dorfhuus in Wasterkingen. Freitag, 7. April, 20 Uhr. Details und Reservation unter https://www.naeppi-buehne.ch/ und vorverkauf@naeppi-buehne.ch. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.02.2017, 16:30 Uhr

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