Regensdorf

Die Organisation Kirche funktioniert nur durch Liebe

Auf dem Riedthof trafen sich die Menschen zum ersten Gottesdienst der neuen reformierten Kirche Furttal. Sie bekamen zu hören, wie die Mitglieder der Kirchgemeinde ein lebendiges Gefüge schaffen können.

Pfarrerin Nadja Troi-Boeck eröffnete den Festgottesdient der neuen Kirche Furttal.

Pfarrerin Nadja Troi-Boeck eröffnete den Festgottesdient der neuen Kirche Furttal. Bild: Paco Carrascosa

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Paulus spricht in seinem ersten Brief an die Korinther (Kapitel 12) vom Leib als Einheit, der jedoch aus verschiedenen Gliedern bestehe. Und so wie sie einen Leib bilden, verhalte es sich auch mit Christus: «Denn durch einen Geist wurden wir alle in einem Leib hineingetauft (…) und alle wurden wir getränkt mit einem Geist.» Dazu sagte Pfarrerin Nadja Troi-Boeck am Sonntag auf dem Regensdorfer Riedthof von Fritz und Jürg Huber: «Das ist ein Bild wie geschaffen für den Anlass, zu dem wir heute zusammengekommen sind.»

Zusammen mit Pfarrerin Heike Radtke und Pfarrer Michael Wiesmann gestaltete sie den ersten Gottesdienst der reformierten Kirchgemeinde Furttal, an dem auch die neue Kirchenpflege eingesetzt wurde. Der feierliche Anlass begann mit einem Sternmarsch von den drei Kirchen in Buchs, Dällikon und Regensdorf, an dem fast alle der 250 am Gottesdienst anwesenden Menschen teilgenommen haben.Die Worte Paulus sollten jedoch nicht zu stark vereinfacht verstanden werden, sagte Pfarrerin Heike Radtke.

Denn eine christliche Gemeinde müsse mehr sein, als ein Gefüge aus verschiedenen Teilen. «Paulus hatte eine genau Vorstellung davon, wozu der Leib fähig sein sollte. Nichts anderes als Jesus Christus will er darstellen. Seine Botschaft von Vergebung und Liebe, von Barmherzigkeit und Gerechtigkeit soll sich in diesem Gemeindeleib verwirklichen.» In diesem Zusammenhang sprach Heike Radtke vom frankensteinischen Monster, das von seinem fehlbaren menschlichen Schöpfer aus verschiedenen Körperteilen, aber in Arroganz und ohne wirklichen Nutzen und tieferen Sinn, geschaffen wurde und für Unglück sorgte.

Die verschiedenen Glieder der neuen Gemeinde kämen der Gemeinschaft nur dann zugute, «wenn sie als Gabe des göttlichen Geistes verstanden und eingesetzt werden.» Und dies sei nur durch die Liebe erreichbar, die für Paulus der Grund des Lebens sei und die die Bibel mit Gott gleichsetze. «Lasst uns bei allem gewissenhaften Planen der zukünftigen Gestalt der Kirchgemeinde nie vergessen, dass die Organisation Kirche nur so viel taugt, wie es ihr gelingt, Menschen Gott erfahren zu lassen, und das geschieht einzig durch Liebe.»

Besucher äussern sich positiv

Die Chöre der drei Ortskirchen, der Kirchenchor Buchs, XiF — Kirchensingen im Furttal und der Chor der Kantorei Regensdorf, hatten einen Auftritt. Mit dem gemeinsamen Mittagessen auf dem Hof klang der Anlass aus. Die Besucher waren von der Predigt berührt: «Sie war wunderbar, ich hatte am Schluss Tränen in den Augen», sagte Mädi Thommen aus Regensdorf. Erich Binder aus Buchs meinte: «Die Pfarrerin hat das wesentliche Gemeinsame angesprochen, nämlich das, was wir ja anstreben.»

Die Verkündigung des Gedankens von einem Leib und vielen Gliedern sei wichtig. «Das war die Kernaussage. Die muss jetzt eben gelebt werden, und das ist ein Auftrag an uns alle. Wir müssen mithelfen, damit das, was geplant und gewünscht ist, wächst, gedeiht und sich festigt.» (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 03.09.2018, 16:41 Uhr

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