Regensdorf

Ein Drittel der dritten Gubrist-Röhre ist schon gegraben

Die rund 1,2 Kilometer lange Untertagbaustelle im Gubrist ist ein gigantischer Maschinen- und Fahrzeugpark. Jeden Tag treiben die Mineure den Tunnel um etwa 5 Meter voran.

Der Ausbau der Nordumfahrung Zürich schreitet zügig voran. Die dritte Gubrist-Röhre ist bereits 1,2 Kilometer lang. Ein Einblick in den Bauch des Berges.
Video: Paco Carrascosa

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Mit einem Kleinbus werden die Medienleute in die unterirdische Baustelle gefahren. Vorher mussten sie sich im Info-Pavillon einer Instruktion für das Beatmungsgerät unterziehen, ähnlich, wie sie in Flugzeugen vor dem Start so sicher wie das Amen in der Kirche sind. Im Tunnel könnte es ja einmal brennen und dann wird die Atemluft rar.

Schummriges Licht

Ausgerüstet mit gelben, kniehohen Stiefeln, einer Leuchtweste, einem Bauhelm und dem besagten Sauerstoffgerät bereit im kleinen Rucksack steigen Journalisten, Kameraleute und Fotografen nach einigen hundert Metern Fahrt in den Tunnel, der noch nicht so recht wie ein Autobahntunnel aussieht, aus dem Transporter.

Im schummrigen Licht wird bald einmal ersichtlich, dass es sich um einen riesigen Maschinen- und Fahrzeugpark handelt. Nicht nur, dass ständig Lastwagen, Dumper und Bagger aller Art zirkulieren – entlang der Seitenwände der 14 Meter hohen und 15 Meter breiten Röhre mit ihren unförmigen, mit Spritzbeton bekleideten Wänden sind weitere Gerätschaften und eigenartige Maschinen parkiert.

«Beim Fels handelt es sich um eine Süsswassermolasse, die aus Mergel und Sandstein besteht.»

Projektleiter Roland Hug

Projektleiter Roland Hug erklärt den Gästen über Funk, worum es sich handelt: «Da steht ein Spritzroboter und daneben ein Ankerbohrer.» Dann ist da ein Tunnelbagger mit einem Kopf zum Felsabraspeln und einem tiefen Ableger. Da hinten steht ein grüner Fluchtcontainer bereit, um im Unglücksfall Arbeiter in Sicherheit zu bringen. Der Motorenlärm ist kaum zu hören, denn er wird übertönt vom Dröhnen der Staubabsauganlage.

Zuvorderst in diesem 1140 Meter langen Loch ist eine sogenannte Teilschnittmaschine in Betrieb. Diese heisse so, weil sie eben nur einen Teil, aber nicht den gesamten Tunneldurchmesser auf einmal abraspelt. «Beim Fels handelt es sich übrigens um eine Süsswassermolasse, die aus Mergel und Sandstein besteht», erklärt Hug.

Konstante Temperatur

Es ist fast ein bisschen schwül im grossen Loch. «Winter und Sommer herrscht hier drin eine relativ konstante Temperatur von 15 bis 20 Grad», sagt der Projektleiter. Auch trete kaum Wasser in Erscheinung, es sei eigentlich ein sehr trockener Tunnel. Dennoch werden auf beiden Seiten der Röhre «für alle Fälle» Sickerleitungen eingebaut.

Vorbei am «Dietschi», einem Tunnelfahrzeug mit drehbarem Fahrersitz fürs Vorwärts- und Rückwärtsfahren, an der Belagsfräse («ein eigentliches Novum im Tunnelbau») und weiteren Maschinen für den Ausbau geht es wieder zurück Richtung Eingangsportal bei Regensdorf.

Apropos Ausbau: Die Fertigstellung der Tunnelwände geht lediglich so schnell voran, wie vorne das Loch wächst. Ansonsten würden die Equipen irgendwann aufeinanderstossen, sich behindern. «Es ist wie ein Tatzelwurm, wie in einer Fabrik», sagt Projektleiter Roland Hug.

Erstellt: 15.02.2019, 21:28 Uhr

Neue Ausstellung im Info-Pavillon in Regensdorf

Die Arbeiten am Ausbau der Nordumfahrung Zürich laufen bereits im vierten Jahr auf Hochtouren. Für die Öffentlichkeit heisst es jedoch aus Kapazitäts- und Sicherheitsgründen «Betreten der Baustelle strengstens verboten». Um die Bevölkerung dennoch zu informieren, hat die Bauherrin – das Bundesamt für Strassen (Astra) ein Pavillon an der Affolternstrasse 313 bei Regensdorf eingerichtet.

«Da nur Fachleute die Baustelle begehen dürfen, wollen wir der breiten Öffentlichkeit mit der neuen Ausstellung im Info-Pavillon einen Einblick in die Bauarbeiten ermöglichen», erklärte Roland Hug, der als Projektleiter für die dritte Gubrist-Röhre zuständig ist. Und Jan-Jesse Müller von der PR-Agentur C-Matrix ergänzte: «Die bisherige Ausstellung im Info-Pavillon war sehr allgemein gehalten. Die neue Exposition geht viel konkreter und bildlicher auf die effektiven Arbeiten ein.»

Die neue Ausstellung – im Internet unter www.infopavillon.ch – umfasst die Themengebiete Tunnel, Trassee, Menschen und Umwelt. Mit Infotafeln, Objekten und multimedialen Installationen soll die Riesenbaustelle erlebbar gemacht werden. Sie richtet sich an Laien und an Fachleuten, an Erwachsene und an Kinder. Die Ausstellung ist jeweils am Mittwoch von 14 bis 19 Uhr und am Samstag, von 9 bis 14 Uhr geöffnet. Vor Ort steh jeweils eine Auskunftsperson zur Verfügung. Der Eintritt ist kostenlos, eine Anmeldung nicht nötig.
Am Samstag, 21. September, veranstaltet das Astra einen Tag des offenen Trassees für die Bevölkerung. Die Baustelle der dritten Gubrist-Röhre wird man zwar auch dann nicht betreten dürfen, aber es werden Begehungen auf der Autobahnstrecke angeboten. (cy)

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