Niederglatt

Ein Fasnachtswagen fürs Rote Kreuz

«De Globi bim rote Chrüz» und das 150-Jahr-Jubiläum des Schweizerischen Roten Kreuzes: Beides vereint die Nöschiker Fasnachts-Saubandi dieses Jahr auf ihrem Wagen für sechs Fasnachtsumzüge in der Region. Heute starten sie in Dietikon.

Hoch motiviert und voller Vorfreude arbeiten Mitglieder der Nöfasaba an ihrem Fasnachtswagen «De Globi bim rote Chrüz».

Hoch motiviert und voller Vorfreude arbeiten Mitglieder der Nöfasaba an ihrem Fasnachtswagen «De Globi bim rote Chrüz». Bild: Madeleine Schoder

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«Für einen gelungenen Fasnachtswagen braucht es einige Zutaten», meint Patrick Wolf von der Nöschiker Fasnachts-Saubandi (Nöfasaba). Ein wichtiger Bestandteil sei das Motto, welches bei den Fasnachtsbesuchern eine Reaktion hervorrufen müsse. «Ein Thema, welches schockiert, informiert und am besten auch etwas amüsiert.» Wichtig ist ihm dabei der Bezug zu aktuellen Themen. In den letzten Jahren hat sich die NöFaSaBa beispielsweise dem Umweltschutz oder der Situation der Schweiz mit der EU gewidmet. In diesem Jahr ist es «De Globi bim rote Chrüz» zusammen mit dem 150-jährigen Bestehen des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK).

Ein weiterer wichtiger Bestandteil sei die Clique des Fasnachtswagenbaus. Patrick Wolf ist ihr «Fasnachts-Daddy». Er lächelt zufrieden über seine «bekloppte» Truppe von bis zu 25 Leuten. Die Stimmung sei während des Baus immer sehr gelöst und lustig.

Helikopter und Trümmerhaus

Hiefür treffen sich die Mitglieder aus der Region Niederglatt im Oktober zunächst zur Mottowahl. Danach komme man für den konkreten Bau dreimal in der Woche für etwa drei Stunden wieder zusammen, erzählt die 22-jährige Bülacherin Corinna Wirth. Sie ist durch Verwandte und Freunde zum Wagenbau gestossen. «Ich schätze den Kontrast zu meinem Bürojob. Während ich bei diesem viel sitzen muss, kann ich hier im Wagenbau aktiv gestalten.»

Dabei erstrecken sich die Aufgaben vom Planen bis zum Malen, Kleistern, Hämmern, Sägen und Schweissen. «Wir machen alles am Wagen selbst», sagt Patrick Wolf. «Besonders stolz sind wir auf die beweglichen Teile der Konstruktion.» Beim Nöfasaba freut man sich auch immer über Helfer. Für den Bau könne jede Berufssparte eingesetzt werden und sei brauchbar.

Der diesjährige Fasnachtswagen besteht aus zwei Teilen. Vorne ein Helikopter im SRK-Design und dahinter ein Trümmerhaus. Der Helikopter ist mit einem Hubstapler unterlegt und kann so während des Umzuges bewegt werden. Beim Trümmerhaus soll das Dach wegbrechen. Das Haus stehe symbolisch für einen weiteren Teilaspekt des Schweizerischen Roten Kreuzes. Stefan Notter, einer der freiwilligen Helfer beim Wagenbau, erklärt die Hintergründe: «Das SRK hilft nicht nur im Gesundheitswesen, sondern leistet auch bei Naturkata­strophen Hilfe.» Diese breite Fächerung der humanitären Hilfe habe man am Wagen aufzeigen wollen. Deshalb auch das Trümmerhaus, in dem gleichzeitig das Steuerpult untergebracht ist.

Für die zum Motto gehörenden Globifiguren schlüpfen die Mitglieder der Nöfasaba selbst in Kostüme. Wie viel vom Gesicht beim Schminken jedoch wirklich mit blauer und gelber Farbe angemalt werden soll, darüber streiten sich die Mitglieder bis kurz vor dem Umzug noch scherzhaft.

Konfetti für 1200 Franken

Das Budget der Nöfasaba variiert von Jahr zu Jahr. Für das Pappmaché des Helikopters benötigten sie beispielsweise über 100 Zeitungen. «Man könnte sagen, der ‹Unterländer› ist schon fast ein Hauptsponsor», sagt Wolf lachend. Die Materialien werden zum Teil über die Prämierungen an den Umzügen finanziert. «Da sind wir in den letzten Jahren nicht schlecht dabei. Der Rest wird über die Mitglieder zusammengetragen.» Allein die Konfetti und die Zältli zum Streuen und Verteilen kosten über 1200 Franken.

Das Schweizerische Rote Kreuz freut sich über die Idee der Nöschiker Fasnachts-Saubandi. Als Hilfswerk sei es ja generell so, dass man für verschiedenste Projekte immer wieder Partner suche. Eine Zusammenarbeit im regionalen Rahmen sei deshalb durchaus wünschenswert, betont Anita Ruchti, die Mediensprecherin des SRK.

«Wir machen als Hilfsorganisation generell kein Sponsoring. Da wir das Projekt aber toll finden und die Aktion schätzen, wollen wir etwas dazu beitragen.» Dazu beigesteuert hat das SRK für die Umzüge Pflaster und Schlüsselanhänger. Diese können von den Fasnächtlern an die Leute verteilt werden. Wenn auch Ruchti hofft, dass die Pflaster nicht direkt an der Fasnacht eingesetzt werden müssen.

An insgesamt sechs Umzügen können die Globis mit ihrem Fasnachtswagen bewundert werden. Stefan Notter resümiert für die NöFaSaBa: «Hauptsache, die Leute haben Spass an uns und schauen uns auf dem Umzug noch lange nach.»

Nöfasaba-Umzugsdaten: 30. Ja­nuar, Dietikon, 31. Januar, Oberglatt, 6. Februar, Untersiggenthal, 7. Februar, Würenlingen, 13. Februar, Dietlikon, 14. Februar, Glattfelden. Weitere Informationen finden sich unter: www.noefasaba.ch. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 29.01.2016, 21:50 Uhr

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