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«Ein Zugausfall im Monat ist akzeptabel»

Der Gemeinderat bat die Bevölkerung, die Pünktlichkeit der S15 zu überwachen. Drei Personen haben sich daraufhin gemeldet: Im Juni, im August und im September registrierten diese einen Ausfall der S-Bahn.

Die S15 hat am Endbahnhof in Niederweningen nur acht Minuten Zeit, um zu wenden.
Die S15 hat am Endbahnhof in Niederweningen nur acht Minuten Zeit, um zu wenden.
Sibylle Meier

Lange Gesichter am Perron in Steinmaur: Die S15 musste hier vorzeitig wenden, alle Passagiere waren gezwungen, den Zug zu verlassen. Solche Bilder häuften sich vor allem nach dem Fahrplanwechsel Ende 2015. Die S15, die zwischen Niederweningen und Rapperswil verkehrt, hatte aufgrund des neuen Halbstundentakts häufig mit Verspätungen zu kämpfen.

Dies führte in extremen Fällen gar dazu, dass der Zug nicht wie vorgesehenin Niederweningen, sondern bereits in Steinmaur wenden musste (der ZU berichtete). «Diese Ausfälle konnten wir nicht verhindern, doch wir haben bewirkt, dass die Durchsagen im Zug früher kommen, damit die Leute die Möglichkeit haben, in Dielsdorf oder Oberglatt auszusteigen», sagt Edith Lemcke, Leiterin der Gemeindekanzlei Niederweningen. An diesen Bahnhöfen gäbe es mehr Möglichkeiten, reinzusitzen und einen Kaffee zu trinken.

Bevölkerungmeldete Verspätungen

Obwohl sich die Situation in Niederweningen mit der Zeit wieder etwas beruhigt hatte, rief der Gemeinderat die Bevölkerung Anfang August in einer online veröffentlichten Mitteilung dazu auf, die Pünktlichkeit der S15 zu beobachten und zu notieren. Dies, weil sich Verspätungen und Ausfälle gemäss Meldungen der Einwohnerschaft in letzter Zeit wieder gehäuft hätten. Ein weiterer Grund für den Aufruf war, dass die SBB den Rapport über die Pünktlichkeit nun nur noch im Halbjahresrhythmus an Niederweningen weiterleiten. «Vorher haben wir diesen deutlich öfter erhalten», weiss Lemcke.

Bei der Gemeinde haben sichin den vergangenen Wochen drei Personen bezüglich der Pünktlichkeit der S-Bahn gemeldet. Gemäss ihren Angaben kam es am 11. Juni, am 17. August sowie am 5. September zu einem Zugausfall. Ausserdem seien die Durchsagen wieder erst kurz vor Steinmaur gemacht worden.

«Ob es auch sonst zu solchen Situationen gekommen ist, die niemand gemeldet hat, weiss ich nicht», sagt Lemcke. Doch das Ergebnis der aktuellen Auswertung sei ­akzeptabel: «Wenn der Zug ein Mal im Monat ausfällt, dann will der Gemeinderat vorerst nicht intervenieren. Wir werden die Lage aber weiter beobachten.»

Die Resonanz auf die Aufforderung des Gemeinderats war mit drei Meldungen eher bescheiden: «Man hätte schon mehr erwarten können. Wir schätzen es sehr, wenn die Leute massive Verspätungen sowie Zugausfälle konsequent bei uns melden, damit wir diese belegen können», beteuert Lemcke.

Monitore am Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen

Melissa Hösli ist Präsidentin der Regionalen Verkehrskonferenz Zürcher Unterland und dort für die Thematik der S15 zuständig: «Ich habe gemeinsam mit den Verantwortlichen beim ZVV und bei den SBB entschieden, dass ein halbjährliches Reporting ausreichend ist.» Dafür gebe es zweierlei Gründe: Einerseits sei die Pünktlichkeit mittlerweile relativ stabil, andererseits könne gar nicht mehr viel verändert werden.

Das, was möglich war – die früheren Durchsagen in der S-Bahn sowie die Springlokführer am Endbahnhof, die den Wendeprozess beschleunigen –, sei bereits umgesetzt worden, berichtet Hösli. Ausserdem sammle sie auch weiterhin Feedback aus der Bevöl­kerung und habe so ein Augeauf die Situation. «Wenn es aber zu einem Personenunfall, einer Stellwerkstörung oder witterungsbedingten Problemen kommt, haben wir es nicht mehr in der Hand.»

Ein Punkt steht aber noch auf der Pendenzenliste: «Wir wollen am Bahnhof Schöfflisdorf-Oberweningen einen Monitor. Durch diesen können die Informationen zu Verspätungen nicht nur akustisch, sondern auch visuell kommuniziert werden», sagt Hösli.

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