Bachs/Stadel

Eine geglückte Kirchenfusion – aber nicht ohne Sorgen

Ein Jahr nach der Fusion zur Kirchengemeinde Stadlerberg blicken die Kirchenpflege und die Kirchenmitglieder zufrieden zurück. Die Zukunft birgt Chancen, es besteht aber auch Ungewissheit.

Die Kirche in Bachs. (Archiv)

Die Kirche in Bachs. (Archiv) Bild: Alexandra Wey

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Vor mehr als einem Jahr schlossen sich die Kirchengemeinden Stadel und Bachs zusammen. Am Bachser Forum zog die neue Kirchenpflege Stadlerberg Bilanz. Käthi Willi, welche das Präsidium nach dem Zusammenschluss übernahm, zeigt sich zufrieden: «Die Fusion ist geglückt», sagt sie. «Wir befinden uns noch in einer Probephase, sind aber bereits auf einem guten Weg.» Trotzdem wird die Kirchengemeinde Stadlerberg mit vielen Herausforderungen konfrontiert.

Seit der Fusion koordiniert die neue Kirchenpflege die Gottesdienste in beiden Gemeinden. Früher wurden diese in Bachs und Stadel separat organisiert, heute finden sie zusammen und deshalb nur in einer der zwei Kirchen statt. Für die Mitglieder der Kirchengemeinde ist es ein Segen, wenn sie ihre Nachbaren besuchen können. Als Folge sind die Gottesdienste besser besucht und die Atmosphäre angenehmer.

Bachs nicht vernachlässigen

Die Umstellung fällt jedoch nicht allen einfach. Obwohl die Gottesdienste ungefähr ausgeglichen verteilt sind, finden dennoch mehr im bevölkerungsstärkeren Stadel statt. Die Bachser Kirche hat für ihre Kirchengänger aber weiterhin einen hohen Stellenwert. «Mir ist wichtig, dass unsere Kirche weiterhin genutzt wird», sagt Walter Weidmann.

Solche Fragen über die Nutzung der Kirchenräumlichkeiten kommen stets auf. Wie viele kleine Kirchengemeinden im Kanton kämpft man auch hier gegen rückläufige Besucherzahlen. Es ist verlockend, sich grössere Kirchen als Vorbild zu nehmen, und viele Freizeitangebote anzubieten. Auch die Zukunft des Pfarrhauses in Bachs ist ungewiss, bildet es doch einen wichtigen Teil des Dorfkerns.

In Zukunft will man deshalb überprüfen, wie man die Kirchenräumlichkeiten besser nutzen kann. Vizepräsident Daniel Pfister mahnt jedoch, dass ein zu grosses Angebot willkürlich wäre. «Wir müssen uns fragen, was die Bevölkerung will», hält er fest. Druck bekommt die Kirchengemeinde Stadlerberg auch von kantonaler Seite, wenn demnächst über die Zuteilung der Pfarrstellenprozente entschieden wird.

Pfarrstellenverlust droht

Der kantonale Kirchenrat sieht pro 200 Mitglieder lediglich 10 Stellenprozente vor. In Stadel und Bachs würden die heutigen 160 Stellenprozente im Schlimmsten Fall auf 70 sinken. Absurd: Ohne Fusion hätte jede Kirchengemeinde einzeln mindestens 50 Stellenprozente zugesprochen bekommen. Für Käthi Willi ist das inakzeptabel: «Wir kämpfen um jedes Prozent», sagt sie.

Dass die Kirchenpflege sich so beherzt einsetzt, ist auch auf die schwierige Geburt der neuen Kirchgemeinde zurückzuführen. Lange hatte man Diskussionen geführt und im Frühjahr 2017 den Antrag an die Urne gebracht – damals noch zusätzlich mit Weiach. Fragen zum Budget und dem Steuerfuss hatten jedoch dazu geführt, dass die Weiacher die Fusion ablehnten.

Stadel und Bachs gingen den gemeinsamen Weg somit nur zu zweit. «Eine Fusion im kleinen Rahmen war für uns sicher einfacher», sagt Willi. «Aber wir müssen in Zukunft bestimmt mit grösseren Fusionen innerhalb des Bezirkes rechnen.»

Erstellt: 07.04.2019, 18:43 Uhr

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